← Zurück zu den Nachrichten

EU leitet Antidumpinguntersuchung zu chinesischem Entenfleisch ein

Die Europäische Kommission hat am 9. Juli ein förmliches Antidumpingverfahren gegen Entenfleischimporte aus China eröffnet, wie Financial Times und South China Morning Post berichten. Der Handelsstreit zwischen EU und China weitet sich von Elektrofahrzeugen auf die Landwirtschaft aus und erhöht das Risiko wechselseitiger Maßnahmen.

EU leitet Antidumpinguntersuchung zu chinesischem Entenfleisch ein

Brüssel leitet Antidumpinguntersuchung zu chinesischem Entenfleisch ein

Die Europäische Kommission hat ein förmliches Antidumpingverfahren gegen Einfuhren von Entenfleisch aus China eingeleitet, wie Financial Times und South China Morning Post berichten. Der Fall wurde am 9. Juli eröffnet, weil chinesisches Entenfleisch nach Darstellung der Kommission zu unfair niedrigen Preisen auf dem europäischen Markt verkauft wird und Erzeuger innerhalb der Union schädigt, so die von den südkoreanischen Medien Hankyung und Newsis wiedergegebenen Berichte.

Eine Antidumpinguntersuchung ist der erste Verfahrensschritt hin zu möglichen Zöllen. Stellt die Kommission Dumping und eine bedeutende Schädigung der EU-Industrie fest, kann sie Zölle auf die betroffenen chinesischen Einfuhren verhängen. Die Untersuchung selbst ändert die Zollsätze noch nicht, signalisiert chinesischen Exporteuren und ihren EU-Abnehmern aber, dass Zölle folgen könnten.

Weder Financial Times noch South China Morning Post nannten das betroffene Handelsvolumen oder einen geplanten Zollsatz, und die Kommission machte keine konkreten Angaben. Klar ist allein die Richtung: Ein bislang außerhalb des Streits stehender Sektor ist nun hineingezogen worden.

Vom Auto zur Landwirtschaft

Der Fall Entenfleisch markiert eine Ausweitung des Handelsstreits zwischen EU und China, der sich bisher um Industriegüter drehte, vor allem um Elektrofahrzeuge. Mit einem Verfahren im Agrar- und Viehsektor trägt Brüssel die Auseinandersetzung in den Lebensmittelhandel, wie Financial Times und Newsis anmerken. Für Analysten ist das bedeutsam, weil Agrarmaßnahmen einen breiteren Kreis von Erzeugern treffen und auf beiden Seiten politisch heikel sind.

Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen

Führt die Untersuchung zu Zöllen, könnte der Streit in wechselseitige Maßnahmen umschlagen, berichteten die südkoreanischen Medien unter Berufung auf FT und SCMP. China hat auf frühere Handelsschritte der EU mit eigenen Untersuchungen reagiert; ein Zoll auf Entenfleisch erhöht das Risiko von Gegenmaßnahmen gegen europäische Lebensmittel- und Agrarexporte auf den chinesischen Markt.

Für Importeure und Exporteure ist der unmittelbare Effekt Unsicherheit. Chinesischen Entenfleischlieferanten drohen Zölle, die ihren Preisvorteil in Europa untergraben würden, während EU-Verarbeiter und Händler, die auf importierte Ente angewiesen sind, alternative Bezugsquellen aufbauen müssen. Europäische Agrarexporteure nach China wiederum sind allen Gegenmaßnahmen ausgesetzt, die Peking ergreifen könnte.

Die Kommission hat keinen Zeitplan für ihre Ergebnisse veröffentlicht. Solche Verfahren in der EU können sich über Monate hinziehen, bevor vorläufige Maßnahmen verkündet werden, sodass Händler Verträge und Mengen bei ungewissem Ausgang abwägen müssen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.