Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte in Deutschland fallen im Mai um 10,4 %
Deutsche Landwirte erhielten im Mai für pflanzliche Erzeugnisse 10,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie amtliche Statistik zeigt. Der Rückgang drückt die Einkommen im Ackerbau und verschiebt die Preiswettbewerbsfähigkeit deutscher Exporte.
Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte fallen im Mai deutlich
Landwirte in Deutschland haben im Mai für ihre Produkte spürbar weniger erlöst, wie die amtliche Statistik zeigt. Für pflanzliche Erzeugnisse erhielten die Erzeuger 10,4 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Der Rückgang drückt die Einkommen im Ackerbau.
Pflanzliche Erzeugnisse umfassen die Kulturen, die über die Rohstoffmärkte laufen: Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse und weitere Feldfrüchte. Erzeugerpreise messen, was die Landwirte am Hoftor tatsächlich erhalten, sodass ein zweistelliger Rückgang direkt auf die Erlöse durchschlägt. Die Kosten für Boden, Maschinen, Kraftstoff, Saatgut und Dünger sind weitgehend fix und sinken nicht im gleichen Takt wie die Verkaufspreise. Genau diese Lücke macht aus einem Preisrückgang ein Einkommensproblem.
Druck auf den Ackerbau
Ein Minus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist für eine einzelne Produktgruppe kräftig. Es signalisiert, dass die Beträge, die Käufer für deutsche Feldfrüchte zu zahlen bereit sind, von den Niveaus eines Jahres zuvor zurückgekommen sind, als viele Agrarrohstoffe höher gehandelt wurden. Vor allem für Getreide- und Ölsaatenerzeuger bedeuten niedrigere Hofpreise, dass dieselbe Erntemenge weniger Geld einbringt und der Puffer für Betriebsmittel und Schuldendienst schrumpft.
Die Zahl erfasst die Preise, bevor die Ware weiter in Mahlung, Verarbeitung, Pressung und Export läuft. Niedrigere Erzeugerpreise beschreiben damit die Lage am frühesten und am stärksten exponierten Glied, bei den Landwirten selbst, und nicht im Ladenregal, wo Preisänderungen meist später und abgeschwächt ankommen. Die Statistik hebt gezielt die pflanzlichen Erzeugnisse hervor, was auf einen Druck konzentriert bei den Feldfrüchten hindeutet.
Was das für den Handel bedeutet
Für Importeure kann günstigeres deutsches Erntegut auf Erzeugerebene die Wettbewerbsfähigkeit von Getreide und Ölsaaten deutscher Herkunft auf den Exportmärkten verbessern, da niedrigere Inlandspreise Ausfuhren preislich oft attraktiver machen. Für deutsche Exporteure wirkt der Trend in beide Richtungen: Bei fallenden Stückpreisen sind womöglich größere Mengen nötig, um die Erlöse zu halten.
Für Käufer in der gesamten Europäischen Union deuten weichere Erzeugerpreise auf einen besser versorgten oder nachfrageschwächeren Markt als vor einem Jahr hin. Der Mai-Wert ist ein einzelner Monat und umfasst die pflanzlichen Erzeugnisse als Gruppe, nicht eine einzelne Kultur, und begründet für sich genommen keinen Trend. Doch ein Rückgang dieser Größenordnung ist ein klares Signal, dass sich das Ertragsumfeld für deutsche Pflanzenbauern im Jahresvergleich verschlechtert hat und der Ackerbau die Differenz zwischen den festeren Vorjahrespreisen und den schwächeren aktuellen Preisen aufnimmt.