Chinesische Walnüsse und kanadische Erbsen gelangen über Nepal nach Indien
Chinesische Walnüsse und kanadische Erbsen werden über Nepal nach Indien geschmuggelt und umgehen reguläre Importkanäle. Chinesische Walnüsse kosten ₹350-400 je Kilogramm, Ware aus Jammu und Kaschmir dagegen ₹700-800.
Preisgefälle schafft Anreiz für Schmuggel
Chinesische Walnüsse und kanadische Erbsen werden Berichten aus der indisch-nepalesischen Grenzregion zufolge über Nepal nach Indien geschmuggelt. Der Handel nutzt den großen Preisunterschied zwischen chinesischer Ware und Walnüssen aus Jammu und Kaschmir. Zugleich werden Zölle, Kontrollen und Dokumentationspflichten des regulären Imports umgangen.
Walnüsse aus Jammu und Kaschmir werden für ₹700-800 je Kilogramm verkauft, während chinesische Walnüsse über Nepal für ₹350-400 auf den Markt kommen. Das chinesische Produkt kostet damit ungefähr halb so viel wie die heimische Ware. Der Abstand beunruhigt Händler und schwächt die Position indischer Erzeuger in einem Markt, in dem Käufer rasch zu günstigeren Angeboten wechseln können.
Nepal dient als Transitkorridor
Amar Ujala berichtet, dass Akteure im indischen Grenzdistrikt Maharajganj mit dem Transport chinesischer Walnüsse und kanadischer Erbsen Geld verdienen. Nach Angaben der Zeitung kann die Marge bei chinesischen Walnüssen das Doppelte der Händlerkosten erreichen. Ein Gesamtvolumen der aktuellen Warenströme nennen die verfügbaren Berichte nicht. Ihre nationale Größenordnung und die genaue Wirkung auf Großhandelspreise bleiben daher offen.
Die Route ist jedoch schon länger dokumentiert. In einem früheren Bericht vom 16. Februar 2020 meldete Amar Ujala, dass Polizei und Grenzkräfte 33 Säcke kanadischer Erbsen abfingen, die aus Nepal zum Verkauf nach Indien gebracht werden sollten. Derselbe Bericht beschrieb einen weiteren Fund von 12 Säcken beziehungsweise fünf Doppelzentnern ausländischer Walnüsse. Die Waren wurden dem Zoll übergeben. Diese Fälle belegen nicht den Umfang des heutigen Verkehrs, zeigen aber, dass beide Produkte bereits zuvor auf diesem Korridor transportiert wurden.
Heimische Erzeuger konkurrieren zu ungleichen Bedingungen
Für die Produzenten in Jammu und Kaschmir geht es nicht nur um Konkurrenz durch ein billigeres Produkt. Geschmuggelte Walnüsse umgehen Kosten, die ordnungsgemäße Importeure und Händler tragen müssen, darunter Zollverfahren und Warenkontrollen. Heimische Betriebe finanzieren Ernte, Verarbeitung und Inlandstransport, während illegale Ware ohne die vollständigen Kosten des rechtmäßigen Handels eintritt. Mit ₹350-400 je Kilogramm unterbietet chinesische Ware selbst das untere Ende der heimischen Spanne um ₹300 je Kilogramm.
Auch reguläre Importeure und Verarbeiter tragen wirtschaftliche Risiken. Nicht erfasste Ware verschleiert das tatsächliche Angebot, erschwert Einkaufsentscheidungen und kann das Vertrauen in Herkunftsangaben schwächen. Bei kanadischen Erbsen würde die Umleitung über Nepal ebenfalls dazu führen, dass die Ware außerhalb normaler Zoll- und Rückverfolgbarkeitsdaten bleibt. Die Berichte nennen weder beteiligte Unternehmen noch Zwischenhändler. Es gibt auch keinen Beleg für eine Mitwirkung chinesischer oder kanadischer Produzenten am Schmuggel.
Kontrollen entscheiden über die Marktwirkung
Die offene und wirtschaftlich stark genutzte Grenze zwischen Indien und Nepal ermöglicht umfangreichen legalen Handel. Sie erschwert aber die Überwachung, wenn Waren in kleine Sendungen aufgeteilt und abseits offizieller Übergänge transportiert werden. Einzelne Beschlagnahmungen können Lieferungen unterbrechen, beseitigen jedoch nicht den durch die Preisdifferenz geschaffenen Anreiz.
Für den Walnussmarkt ist entscheidend, ob die Behörden den Vorteil nicht deklarierter Ware verringern können. Strengere Kontrollen würden reguläre Händler schützen und die Rückverfolgbarkeit verbessern. Bleiben chinesische Walnüsse jedoch dauerhaft für etwa die Hälfte des Preises der Ware aus Jammu und Kaschmir verfügbar, geraten die Verkäufe heimischer Produzenten weiter unter Druck. Bis Behörden Beschlagnahmemengen veröffentlichen und das Vertriebsnetz identifizieren, bleibt das Ausmaß der Marktstörung unklar.