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Chiles industrielle Milchaufnahme steigt um 5,9 % auf Rekordwert

Chilenische Molkereien nahmen 2025 mit 2,546 Milliarden Litern so viel Milch auf wie nie zuvor, 5,9 % mehr als im Vorjahr. Höherwertige Produkte und Exporte trieben das Wachstum, während die rechnerische Inlandsverfügbarkeit leicht sank.

Chiles industrielle Milchaufnahme steigt um 5,9 % auf Rekordwert

Industrielle Aufnahme erreicht neuen Höchststand

Chiles Molkereien nahmen 2025 mit 2,546 Milliarden Litern eine Rekordmenge Milch auf. Das waren 5,9 % mehr als 2024 und das zweite Produktionswachstum in Folge, wie Paislobo berichtet. Die Zahlen stammen aus dem Kapitel zum Binnenmarkt des Berichts „Indikatoren des Milchsektors 2025“. Erstellt wurde er vom MilchInformationszentrum, dem Consorcio Lechero, Fedeleche und Exporlac angehören, mit Unterstützung und redaktioneller Beteiligung des chilenischen Amts für Agrarstudien und -politik Odepa.

Die großen Molkereiunternehmen verarbeiteten im Jahresverlauf 2,371 Milliarden Liter, kleinere Industriebetriebe nahmen 175,104 Millionen Liter auf. Damit entfiel der überwiegende Teil der Milch im formellen Industriesystem auf die großen Verarbeiter. Odepas Milchmarktexperte Gabriel Cartes führte die Expansion auf eine höhere Produktion von Erzeugnissen mit zusätzlicher Wertschöpfung und die stärkere Exportorientierung heimischer Unternehmen zurück.

Dem Branchenbericht zufolge stieg die industrielle Herstellung von Milchprodukten 2025 auf breiter Front. Die höhere Aufnahme verschafft den Verarbeitern mehr Rohstoff für in- und ausländische Abnehmer. Zugleich gewinnen Auslastung, Produktsortiment und der Zugang zu profitablen Märkten an Bedeutung.

Südliche Regionen dominieren das Angebot

Die Milcherfassung blieb stark auf den Süden Chiles konzentriert. Los Ríos und Los Lagos stellten 2025 zusammen 78,4 % der nationalen Aufnahme. Die Bedingungen in diesen beiden Regionen sind damit entscheidend für die Auslastung der Werke und die Verfügbarkeit von Rohmilch.

Los Lagos blieb mit 1,073 Milliarden Litern oder 45,2 % der landesweiten Menge die größte Verarbeitungsregion und erreichte wieder das Niveau von 2023. Als Erzeugerregion meldete Los Lagos 965 Millionen Liter und einen Marktanteil von 40,7 %. Los Ríos verarbeitete 914,363 Millionen Liter und lieferte den stärksten Wachstumsbeitrag. Sein Anteil stieg von 33,9 % im Jahr 2023 auf 37,7 % im Jahr 2025, während die Aufnahme gegenüber 2024 um 11,7 % zunahm.

In den übrigen Landesteilen verzeichnete Biobío mit 36,2 % den stärksten regionalen Anstieg Chiles, was auf eine Erholung nach dem Rückgang von 2024 hindeutet. Ñuble wuchs um 7,0 % und lag ebenfalls über dem Landesdurchschnitt. Fedeleche-Geschäftsführer Carlos Arancibia erklärte die Erholung mit besseren Futterbedingungen, technischen Fortschritten bei Genetik und Melkanlagen sowie der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Molkereien.

Exporte wachsen, Inlandsverfügbarkeit sinkt

Chiles Exportvolumen bei Milchprodukten stieg 2025 um 29 % auf 491 Millionen Liter Milchäquivalent, die in fast 40 geöffnete Auslandsmärkte geliefert wurden, sagte Exporlac-Präsident Guillermo Iturrieta. Da die Vorschriften für Exportprodukte Rohstoffe heimischer Herkunft verlangen, importierten die Verarbeiter erhebliche Mengen Milchpulver und Käse für den Binnenmarkt. So konnte mehr chilenische Frischmilch in höherwertige Exportprodukte fließen.

Die rechnerische Inlandsverfügbarkeit sank dennoch um 1,9 %, von 139,4 Litern Milchäquivalent je Einwohner im Jahr 2024 auf 136,8 Liter im Jahr 2025. Die Kennzahl addiert industrielle Aufnahme und Importe und zieht anschließend die Exporte ab. Sie schätzt das Angebot, nicht den tatsächlichen Verbrauch, und wird von Bestandsveränderungen beeinflusst.

Der durchschnittliche nominale Erzeugerpreis lag Ende 2025 bei 446,39 chilenischen Pesos je Liter und damit 2,5 % über dem Durchschnitt von 2024. Für 2026 erwartet Fedeleche einen weiteren Anstieg der industriellen Aufnahme um 4 % bis 5 %. Voraussetzung seien Lösungen bei Arbeitskräfteangebot, Futterkosten, Umweltauflagen und weiteren politischen Fragen. Consorcio-Lechero-Präsident Sergio Niklitschek sagte, anhaltendes Wachstum erfordere Produktivität, Innovation und Nachhaltigkeit in der gesamten Kette.

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