Brasiliens Cade genehmigt Cofcos Kauf von zwei Bunge-Zuckerrohrwerken
Brasiliens Wettbewerbsbehörde hat Cofco Internationals Übernahme der Werke Rio Vermelho und Nova Unialco von Bunge genehmigt. Die beiden Standorte im Bundesstaat São Paulo kamen 2025 durch Bunges Zusammenschluss mit Viterra in den Konzern; der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
Wettbewerbsbehörde gibt Transaktion frei
Der brasilianische Verwaltungsrat für wirtschaftliche Verteidigung, bekannt als Cade, hat Cofco Internationals Übernahme von zwei Zuckerrohrwerken von Bunge genehmigt. Damit entfällt eine wesentliche regulatorische Bedingung für die Übertragung der Anlagen. Globo Rural berichtete, dass die Entscheidung der Generaldirektion von Cade am Montag, dem 28. September, im brasilianischen Amtsblatt veröffentlicht wurde.
Die Transaktion umfasst die Werke Rio Vermelho und Nova Unialco in den Gemeinden Junqueirópolis beziehungsweise Guararapes im Bundesstaat São Paulo. Reuters berichtete bei Bekanntgabe der Vereinbarung am 1. September, dass der Kaufpreis nicht offengelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand der Abschluss noch unter den üblichen Bedingungen, darunter die erforderlichen behördlichen Genehmigungen.
Die Generaldirektion von Cade untersucht und prüft Fusionen und Übernahmen. Nach dem Verfahren der Behörde wird eine Empfehlung zur uneingeschränkten Genehmigung zur endgültigen Cade-Entscheidung, sofern kein Ratsmitglied eine erneute Prüfung verlangt. Die gemeldete Freigabe bringt damit ein Geschäft voran, das Cofcos industrielle Präsenz in Brasiliens Zucker- und Ethanolbranche ausbaut. Angaben zu Verarbeitungs-, Produktions- oder Lagerkapazitäten der beiden Werke liegen jedoch nicht vor.
Anlagen kamen durch Bunge-Viterra-Zusammenschluss
Rio Vermelho und Nova Unialco gehörten zuvor Viterra. Laut Bunges Mitteilung über den Verkauf wurden sie Teil des Konzerns, als Bunge und Viterra ihren Zusammenschluss im Juli 2025 abschlossen. Bunge veräußert die Anlagen somit nur etwas mehr als ein Jahr nach ihrer Aufnahme in das Portfolio.
Bunge erklärte, der Verkauf entspreche den strategischen Prioritäten und der langfristigen Wachstumsplanung des Unternehmens. Chief Operating Officer Julio Garros bezeichnete die Transaktion als den richtigen nächsten Schritt und dankte den Beschäftigten der Werke. Finanzielle Konditionen und ein Zeitplan für die Übertragung wurden nicht genannt.
Cofco erhält zwei Produktionsstandorte im Landesinneren von São Paulo, einem der wichtigsten Zuckerrohranbaugebiete Brasiliens. Die Werke gelangen zudem unter die Kontrolle eines globalen Agrarhändlers, der bereits im brasilianischen Rohstoffgeschäft tätig ist. Für Lieferanten und Beschäftigte in Junqueirópolis und Guararapes hängen die betrieblichen Folgen von Cofcos Plänen für Rohreinkauf, Auslastung und Investitionen ab. Dazu machten die Unternehmen keine Angaben.
Cofco stärkt brasilianische Plattform
Reuters zufolge erweitert die Übernahme die Präsenz des chinesischen Unternehmens in Brasiliens Zucker- und Bioenergiesektor. Die Werke sind in einer Branche tätig, die Lebensmittel- und Kraftstoffmärkte versorgt. Je nach technischer Ausstattung, Lieferverpflichtungen und Marktbedingungen kann Zuckerrohr zu Zucker oder Ethanol verarbeitet werden. Den geplanten Produktmix von Rio Vermelho und Nova Unialco nach dem Abschluss nannten die Unternehmen nicht.
Für Marktteilnehmer verringert die Freigabe die Unsicherheit über die Eigentumsverhältnisse zweier Verarbeitungsanlagen in São Paulo. Zuckerrohrproduzenten erhalten mehr Klarheit über den künftigen Abnehmer, während Zucker- und Ethanolhändler prüfen können, wie Cofco die Werke in seine bestehenden Beschaffungs- und Handelsaktivitäten einbindet.
Aus der Entscheidung geht nicht hervor, welches zusätzliche Produktionsvolumen Cofco kontrollieren oder ob das Unternehmen die Produktion der Werke verändern wird. Ziele für Kapazität, Investitionen, Beschäftigung oder Export wurden nicht veröffentlicht. Unmittelbar bestätigt ist lediglich: Bunge überträgt zwei erst kürzlich erworbene Zuckerrohranlagen, und Cofco nimmt sie nach der wettbewerbsrechtlichen Freigabe in seine brasilianische Plattform auf.
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