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Bosniens Milcherzeuger fordern Abgaben und Zollquoten auf Importe – Rohmilchpreis fällt um 30 %

Vier Erzeugerverbände haben das bosnische Außenhandelsministerium aufgefordert, Abgaben von 0,38 bis 3,19 Konvertible Mark je Kilogramm auf Milchimporte der Positionen 0401 bis 0406 sowie Zollquoten auf Basis eines Dreijahresdurchschnitts einzuführen. Zolldaten zeigen für die ersten acht Monate 2026 stagnierende Importmengen, während der Importwert um mehr als 12 Millionen Mark sank. Der Erzeugerpreis für Rohmilch fiel in acht Monaten um 30 Prozent.

Bosniens Milcherzeuger fordern Abgaben und Zollquoten auf Importe – Rohmilchpreis fällt um 30 %

Milcherzeuger in Bosnien und Herzegowina haben das Ministerium für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen aufgefordert, unverzüglich ein Schutzverfahren einzuleiten und Abgaben sowie Zollquoten auf Importe von Milch und Milcherzeugnissen einzuführen. Der heimische Sektor stehe vor dem Zusammenbruch. Das Schreiben, über das Nezavisne novine, BosnaInfo und Agroklub berichten, stammt von vier Erzeugerverbänden und richtet sich an den Ministerrat von Bosnien und Herzegowina mit der Bitte um dringende Beschlussfassung.

Die Verbände beschreiben unkontrollierte und übermäßige Einfuhren von Milcherzeugnissen zu Preisen, die sie als wirtschaftlich nicht begründbar bezeichnen, und führen darauf den starken Rückgang des Erzeugerpreises für frische Rohmilch zurück.

Importmenge stagniert, Importwert sinkt

Nach den im Schreiben zitierten amtlichen Daten der bosnischen Behörde für indirekte Besteuerung (UINO) wurden in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 33.345.017 Kilogramm Milch und Milcherzeugnisse eingeführt, gegenüber 33.289.341 Kilogramm im gleichen Zeitraum 2025 – ein Zuwachs von 55.676 Kilogramm.

Der Wert entwickelte sich umgekehrt. Die Importrechnung sank von 172.049.521 Konvertible Mark im Jahr 2025 auf 159.701.041 Mark im Jahr 2026. Der durchschnittliche Importpreis je Kilogramm fiel von 5,17 Mark auf 4,79 Mark, ein Rückgang von 7,33 Prozent.

Besonders hebt die Branche Käse hervor. In den ersten acht Monaten 2026 lag der Durchschnittspreis importierten Käses bei rund 8 Mark je Kilogramm, während Bosnien und Herzegowina Käse zu durchschnittlich 11,27 Mark je Kilogramm exportierte. Importeure brächten Überschüsse aus dem europäischen Markt unterhalb der bosnischen Produktionskosten auf den heimischen Markt, und der Endpreis dieser Käse sei – gemessen an der für ein Kilogramm Produkt benötigten Milchmenge – unlogisch niedrig.

Erzeugerpreise und Bestandsabbau

Der Druck wurde unmittelbar an die Primärerzeuger weitergegeben. Die Molkereien mussten die Aufnahme frischer Rohmilch reduzieren, in einzelnen Fällen wurde die Erfassung vollständig eingestellt. Nach Schätzungen der Verbände lagen die Lagerüberschüsse bei den Verarbeitern zeitweise über 30 Prozent. In den vergangenen acht Monaten fiel der Erzeugerpreis für frische Rohmilch in einem Großteil des Landes um 30 Prozent.

Bei den aktuellen Futterkosten und angesichts der Energie- und Düngerpreise vor der Herbstaussaat liege der heutige Erzeugerpreis weit unter der Rentabilitätsschwelle, so die Verbände – Landwirte sagten, sie arbeiteten nur noch für den Kraftstoff. Viele reduzieren die Zahl der Milchkühe oder stellen die Produktion dauerhaft ein. Das Schreiben beschreibt, dass in den vergangenen zehn Monaten in großem Umfang Betriebe geschlossen und Milchkühe geschlachtet wurden, und warnt vor Folgen für die Ernährungssouveränität und vor weiterer Abwanderung aus ländlichen Gebieten. Večernji list verweist darauf, dass der Sektor direkt oder indirekt Zehntausende Menschen trägt und jede Betriebsschließung weniger heimische Milch, geringere Produktion und größere Importabhängigkeit bedeutet.

Die konkreten Forderungen

  • Ein Schutzzoll auf Importe von Milch und Milcherzeugnissen der Tarifpositionen 0401 bis 0406 in Höhe von 0,38 bis 3,19 Mark je Kilogramm, abhängig von der Produktkategorie.
  • Rückführung der Einnahmen in den Sektor: 30 Prozent für Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel, 30 Prozent für die Milchverarbeitung und 40 Prozent als direkte Produktionsförderung über eine höhere Prämie je erzeugtem Liter Milch.
  • Mengenmäßige Beschränkungen in Form von Zollquoten für einzelne Kontingente von Milcherzeugnissen, berechnet auf Basis eines Dreijahresdurchschnitts.

Die Verbandsvertreter erklären, Bosnien und Herzegowina habe nach internationalen Abkommen – einschließlich der Übergangsbestimmungen des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens und der CEFTA – das volle Recht und die Pflicht, Schutzmechanismen zu aktivieren, wenn Importe der heimischen Industrie ernsthaften Schaden zuzufügen drohen. Dieser Schaden sei bereits eingetreten und nehme täglich zu.

Die Initiative kommt von vier Organisationen: dem Verband der landwirtschaftlichen Erzeuger – Milchbauern der Republika Srpska, dem Milcherzeugerverband Mljekari TK, dem Verband der Milch- und Fleischerzeuger des Kantons SBK und dem Landwirteverband des Kantons ZDK. Auf ihren Gebieten entstehen rund 68 Prozent der Produktion frischer Rohmilch in Bosnien und Herzegowina, also 209 Millionen Liter. Die Verbände erwarten eine kurzfristige Terminierung eines Treffens und die Einleitung des Schutzverfahrens.

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