Argentiniens Milchexporte auf Rekordniveau: 259.282 Tonnen und 987 Millionen US-Dollar in sieben Monaten
Argentinien hat von Januar bis Juli 2026 nach Angaben der Milchketten-Beobachtungsstelle OCLA 259.282 Tonnen Milchprodukte im Wert von 987 Millionen US-Dollar ausgeführt, ein Rekord bei Menge und Erlös. Brasilien nahm 51,2% der Lieferungen ab, die Ausfuhren banden 28,7% der nationalen Milcherzeugung. Der Rekord entstand bei Durchschnittspreisen 5,1% unter Vorjahr.
Argentiniens Ausfuhren von Milchprodukten haben in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 sowohl mengen- als auch wertmäßig einen Rekord erreicht. Laut einem Bericht der argentinischen Milchketten-Beobachtungsstelle OCLA, den Infobae veröffentlichte und das Portal MilkPoint aufbereitete, verschiffte das Land zwischen Januar und Juli 259.282 Tonnen Milchprodukte im Wert von 987 Millionen US-Dollar.
Gemessen in Litern Milchäquivalent, dem Vergleichsmaßstab für Milchprodukte unterschiedlicher Konzentration, erreichten die Exporte 1,8348 Milliarden Liter. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Tonnage um 24,8%, der Erlös um 18,4% und das Milchäquivalent um 20,4%.
Exportanteil an der Erzeugung nähert sich 29%
Hält das Tempo an, könnten die Ausfuhren im Gesamtjahr 2026 nach OCLA-Schätzung rund 3,6 Milliarden Liter Milchäquivalent erreichen, bei einer nationalen Erzeugung von etwa 12 Milliarden Litern. Ein erheblicher Teil der argentinischen Milch ginge damit an ausländische Käufer.
Die Monatsdaten zeigen dieses Gewicht bereits. Im Juli entfielen 23% der gesamten Milcherzeugung auf den Export, gerechnet in Milchäquivalent. Im Zeitraum Januar bis Juli lag der Anteil mit 28,7% höher.
Milchpulver und Käse tragen den Mix
Wertmäßig verteilten sich die Ausfuhren zwischen Januar und Juli wie folgt:
- Milchpulver: 40,6% des Exportwerts
- Käse verschiedener Sorten: 27,8%
- Übrige Erzeugnisse, darunter Dulce de Leche, Butter, Butterreinfett und Molke: 19,3%
- Waren der vertraulichen Kategorie, unter anderem Laktose, Kasein und Joghurt: 12,3%
Beide Hauptkategorien legten mengenmäßig gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu: Milchpulver um 29,5%, Käse um 15,8%.
Brasilien nimmt mehr als die Hälfte ab
Die geografische Konzentration bleibt hoch. Brasilien nahm in den ersten sieben Monaten 51,2% der argentinischen Milchproduktexporte ab, mit weitem Abstand vor allen anderen Märkten. Die übrigen Ziele verteilen sich kleinteilig:
- Algerien: 9,9%
- Chile: 7,6%
- Saudi-Arabien: 2,5%
- Uruguay: 2,4%
- China: 2,2%
- Paraguay: 1,9%
- Kolumbien und Indonesien: je 1,7%
- Venezuela: 1,6%
Alle weiteren Märkte zusammen kamen auf 17,3% der Ausfuhren.
Rekordmengen bei schwächeren Preisen
Der Rekord kam bei Stückerlösen unter Vorjahresniveau zustande. Der durchschnittliche Exportpreis lag zwischen Januar und Juli bei 3.807 US-Dollar je Tonne und damit 5,1% unter dem Vergleichszeitraum 2025. Bei Milchpulver insgesamt fiel der Rückgang stärker aus: Der Siebenmonatsdurchschnitt betrug 3.671 US-Dollar je Tonne, 7,1% weniger als im Vorjahr.
Der Juli selbst war im Monatsvergleich schwächer: Die Ausfuhren sanken gegenüber Juni um 10,9% in Tonnen, um 7,9% in Dollar und um 8,8% in Litern Milchäquivalent. Gegenüber Juli 2025 stieg die Menge dagegen um 17,4%, der Dollarerlös um 10% und das Milchäquivalent um 5,1%.
Die Inlandsnachfrage bewegte sich deutlich weniger. Das Absatzvolumen im Binnenmarkt legte im Juli gegenüber Juni um 2,4% zu, in Milchäquivalent im gleichen Umfang, doch der Tagesdurchschnitt sank bei beiden Kennzahlen um 0,9%, was der Bericht auf weniger Arbeitstage im Monat zurückführt. Im Jahresvergleich fiel die Erholung kräftiger aus, mit 6,9% mehr Absatz und 3,7% mehr Milchäquivalent. Kumuliert zeigen die ersten sieben Monate jedoch nur ein Plus von 0,9% beim Volumen und 0,1% beim Milchäquivalent, der Binnenmarkt tritt also praktisch auf der Stelle, während der Export Rekorde schreibt.
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