Vietnams Passionsfruchtexporte in die EU übersteigen 116 Millionen $
Vietnam erzielte in den ersten sieben Monaten 2026 mit Passionsfruchtexporten in die EU mehr als 116 Millionen $. Die Frucht bleibt ein Kernprodukt des vietnamesischen Obst- und Gemüsehandels, während strengere Rückstands- und Rückverfolgbarkeitsregeln die Anforderungen erhöhen.
Passionsfrucht trägt maßgeblich zum Exportrekord bei
Vietnam nahm in den ersten sieben Monaten 2026 mit Passionsfruchtexporten in die Europäische Union mehr als 116 Millionen $ ein, berichtete VietnamNet unter Berufung auf Daten des vietnamesischen Zolls. Zwischen 2022 und 2026 entfielen rund 31,89-33,85 % des vietnamesischen Obst- und Gemüseexportwerts in die EU auf dieses Produkt.
Die Passionsfruchtausfuhren wuchsen in diesem Zeitraum im Durchschnitt um 40 %. Vietnams gesamte Obst- und Gemüseexporte in die EU erreichten in den ersten sieben Monaten 2026 den Rekordwert von 343,3 Millionen $ und damit 7,2 % der weltweiten Ausfuhren des Landes in dieser Kategorie. Für die entsprechenden Siebenmonatszeiträume von 2022 bis 2026 betrug das durchschnittliche Wachstum 29,4 %.
Niederlande und Deutschland prägen die Verteilung
Die Niederlande waren mit rund 134,8 Millionen $ beziehungsweise 39,27 % des EU-Gesamtwerts der größte Zielmarkt. Rotterdam fungiert zugleich als wichtigstes Logistikdrehkreuz, von dem vietnamesische Waren nach Deutschland, Belgien, Frankreich und in die nordischen Länder weiterverteilt werden.
Deutschland folgte mit mehr als 68,9 Millionen $ und einem Anteil von 20,07 %. Laut VietnamNet besteht dort eine starke Nachfrage nach Tropenfrüchten, abgefüllten Fruchtsäften sowie verarbeitetem oder getrocknetem Gemüse. Frankreich importierte Waren im Wert von 36,36 Millionen $, wobei hochwertige Frischprodukte wie Drachenfrucht, Passionsfrucht und Mango gefragt waren. Die Lieferungen nach Belgien überstiegen 10 Millionen $.
Auch weitere Produkte legten zu. Die Mangoexporte erreichten fast 41,2 Millionen $, die Kokosnussexporte nahezu 35,7 Millionen $. Ihr durchschnittliches Wachstum in den Jahren 2022-2026 betrug 34,4 % beziehungsweise 51,3 %. Erdbeeren kamen auf 4,8 Millionen $ und rund 1,4 % der vietnamesischen Obst- und Gemüseexporte in die EU. Ananas, Drachenfrucht und Limette entwickelten sich ebenfalls positiv.
Zollvorteile treffen auf strengere Standards
Vietnam war im ersten Halbjahr 2026 der 23.-größte außereuropäische Lieferant der EU für Gemüse, Blumen, Wurzeln, Obst und Verarbeitungserzeugnisse; die Lieferungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 26 %. Nguyễn Văn Mười, stellvertretender Generalsekretär des vietnamesischen Obst- und Gemüseverbandes, sagte VietnamNet, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam verbessere durch Zollvorteile die preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Anbietern aus Südamerika und Afrika.
Investitionen in Konservierung, Saftherstellung und Trocknung mindern zudem die Belastungen langer Transportwege und schaffen Chancen für verarbeitete Erzeugnisse und Gewürze. Gleichzeitig erhöht die EU die Kontrollfrequenz und verschärft die Höchstwerte für Pestizidrückstände bei Frischware, insbesondere bei Drachenfrüchten. Produkte im Geltungsbereich der EU-Entwaldungsverordnung unterliegen außerdem Rückverfolgbarkeits- und Sorgfaltspflichten. Weiteres Wachstum setzt deshalb standardisierte Anbaugebiete, strengere Qualitätskontrollen und vollständige Herkunftsnachweise voraus.