Vietnams Fleischimporte erreichen im ersten Halbjahr 2026 494.300 Tonnen
Vietnam importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 494.300 Tonnen Fleisch und Fleischwaren im Wert von rund 1,46 Milliarden $. Steigende Importmengen und eine höhere Inlandsproduktion erhöhen bei schwacher Nachfrage den Druck auf Schweine- und Geflügelhalter.
Importwert wächst schneller als die Menge
Vietnam importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 494.300 Tonnen Fleisch und Fleischwaren im Wert von rund 1,46 Milliarden $. Das zeigen vorläufige Daten der Zollbehörde, über die VietNamNet und Vietbao berichteten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Menge um 9,6 %, der Wert jedoch um 36,4 %. Die Ausgaben wuchsen damit deutlich schneller als die physischen Lieferungen.
Im zweiten Quartal erreichten die Importe 271.100 Tonnen und knapp 810,1 Millionen $. Gegenüber dem ersten Quartal nahmen die Menge um 21,5 % und der Wert um 24,1 % zu. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 stiegen die Lieferungen um 14,4 %, ihr Wert um 46,9 %.
Durchschnittspreis umfasst ein breites Warensortiment
Der durchschnittliche Importpreis der gesamten Kategorie lag bei etwa 2,95 $ je Kilogramm beziehungsweise rund 77.500 Dong je Kilogramm. Die Einfuhren wuchsen weiter, obwohl internationale geopolitische Konflikte im ersten Halbjahr die Kosten des Seetransports beeinflussten.
Der Mittelwert umfasst sehr unterschiedliche Waren: Geflügelfleisch und genießbare Schlachtnebenerzeugnisse, Innereien von Schweinen, Büffeln und Rindern sowie frisches, gekühltes oder gefrorenes Büffel-, Schweine- und Rindfleisch. Vietbao warnte deshalb vor einem direkten Vergleich mit den Verkaufspreisen einzelner Fleischstücke auf Märkten, in Supermärkten oder Geschäften. Innereien und Gefrierfleisch sind im Allgemeinen günstiger als frische, gekühlte oder verarbeitete Einzelhandelsprodukte.
Reichliches Angebot drückt die Schweinepreise
Die Importe erhöhen das Angebot, während zugleich die heimische Fleischerzeugung wächst und die Verbrauchernachfrage schwach bleibt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt meldete für Juli sinkende Preise für Lebendschweine. Im Norden fielen sie gegenüber Juni um 3.500 Dong je Kilogramm auf 62.000-64.000 Dong. In Zentralvietnam und im zentralen Hochland betrug der Rückgang 3.000 Dong auf 60.000-62.000 Dong. Im Süden sanken die Preise um 1.000 Dong auf 60.000-62.000 Dong.
Neuere Marktangaben beziffern die landesweiten Preise für Lebendschweine auf 58.000-62.000 Dong je Kilogramm, in einigen Regionen der niedrigste Stand seit Jahresbeginn. Das Ministerium führte den Rückgang vor allem auf das reichliche Angebot und eine nicht entsprechend gestiegene Nachfrage zurück.
Überangebot und hohe Futterkosten belasten Geflügelhalter
Der Geflügelmarkt steht unter ähnlichem Druck. Nach Angaben des vietnamesischen Geflügelverbands nahmen die Importe von Hühnerfleisch und Geflügelinnereien gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 zu. Gleichzeitig führte der rasche Bestandsaufbau von Ende 2025 bis Anfang 2026 zu einem verbreiteten Überangebot. Besonders betroffen waren schnell gemästete Weißfeder-Broiler. Im Süden Vietnams fielen die Preise für Industriehühner zeitweise auf 22.000-24.000 Dong je Kilogramm und damit unter die Produktionskosten.
Im Juli wurden farbige Hühner für 47.000-48.000 Dong je Kilogramm und Industriehühner für 32.000-35.000 Dong gehandelt. Tierhaltungsunternehmen nannten das große Angebot an Schweine- und Hühnerfleisch, den schwachen Konsum und preisgünstige Importe als Belastungsfaktoren. Vietbao betonte zugleich, dass das inländische Verhältnis von Angebot und Nachfrage entscheidend bleibe. Bei weiterhin hohen Futterkosten drohen niedrige Erzeugerpreise die Margen zu schmälern oder Verluste zu verursachen, insbesondere bei Betrieben mit geringerer Produktivität und begrenzter Kostenkontrolle.