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Vietnams Pistazienexporte verdoppeln sich auf 322,8 Millionen US-Dollar

Vietnam hat in den ersten sieben Monaten 2026 Pistazien für 322,8 Millionen US-Dollar exportiert, ein Plus von 111,6 Prozent, obwohl das Land kaum eigene Anbauflächen besitzt. Das Geschäft beruht auf importierter Rohware aus den USA, dem Iran und der Türkei, die im Land verarbeitet und wieder ausgeführt wird. Sanktionen gegen den Iran und gestörte Logistik im Nahen Osten trieben den Preis im März auf 4,57 US-Dollar je Pfund, den höchsten Stand seit 2018.

Vietnams Pistazienexporte verdoppeln sich auf 322,8 Millionen US-Dollar

Vietnam hat in den ersten sieben Monaten 2026 Pistazien im Wert von 322,8 Millionen US-Dollar ausgeführt, ein Zuwachs von 111,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das geht aus Zahlen der Zollbehörde hervor, über die CafeBiz und Soha berichten. Die Größenordnung ist ungewöhnlich, denn das Land verfügt kaum über eigene kommerzielle Anbauflächen. Das Geschäft beruht auf importierter Rohware, die inländische Unternehmen verarbeiten und an ausländische Käufer weiterverkaufen.

Damit stehen Pistazien wertmäßig auf Platz drei der vietnamesischen Obst-, Gemüse- und Nussexporte, hinter Durian und Kokosnuss, und bilden die am schnellsten wachsende Position der Kategorie. Ihr Anteil an den gesamten Ausfuhrerlösen des Sektors stieg von 3,95 Prozent im Jahr 2025 auf 6,76 Prozent in den ersten sieben Monaten 2026. Die Obst- und Gemüseexporte insgesamt lagen im August 2026 erneut über 1 Milliarde US-Dollar, den zweiten Monat in Folge, wie CafeBiz berichtet.

Ein Handel auf importierter Rohware

Die vietnamesischen Verarbeiter beziehen die Kerne vor allem aus den USA, dem Iran und der Türkei. Die eingeführte Ware wird gereinigt, geröstet und getrocknet, geschält und verpackt und anschließend in andere asiatische Märkte sowie in Industrieländer verschifft. Die Wertschöpfung entsteht in Verarbeitung, Verpackung und Handel, nicht im Anbau. Diese Struktur sichert dem Land einen Platz in der Kette eines hochpreisigen Agrarguts, ohne dass es die Plantagen besitzen muss.

Die Zollpolitik stützt das Modell. Zum 31. März 2025 wurde der Einfuhrzoll auf Pistazien im Rahmen der Meistbegünstigung von 15 auf 5 Prozent gesenkt. Das verringerte die Vorleistungskosten der Verarbeiter und schuf zusätzlichen Spielraum für Verarbeitung und Wiederausfuhr, so CafeBiz.

Iranische Lieferungen unter Druck

Der Zuwachs fällt mit Spannungen im weltweiten Angebot zusammen. Der Iran ist der zweitgrößte Pistazienproduzent der Welt und ein wichtiges Glied der internationalen Lieferkette. Seine Branche kämpft seit Jahren mit Sanktionen, geopolitischen Spannungen und Ernten unterhalb der Erwartungen.

Der Konflikt im Nahen Osten hat seit Ende Februar 2026 mehrere Transportrouten der Region gestört und die darüber laufenden Agrarausfuhren beeinträchtigt. Solange die regionale Logistik belastet bleibt, verknappt sich das auf den internationalen Märkten verfügbare Angebot weiter, berichtet CafeBiz.

Preise auf dem Niveau von 2018

Im März 2026 stieg der Pistazienpreis auf 4,57 US-Dollar je Pfund, den höchsten Wert seit 2018. Die USA als größter Produzent mit rund 40 Prozent des Weltmarkts konnten die Lücke nicht kurzfristig schließen. Käufer tragen damit ein Preis- und ein Verfügbarkeitsrisiko zugleich.

Für die vietnamesischen Verarbeiter wirkt der enge Markt in beide Richtungen: Die Wiederbeschaffung importierter Kerne wird teurer, zugleich steigen die erzielten Preise für Fertigware. Die Ausfuhren werden wertmäßig erfasst, ein Teil des Plus von 111,6 Prozent geht daher auf höhere Preise und nicht auf größere Mengen zurück. Die veröffentlichten Daten trennen beides nicht.

Mit 322,8 Millionen US-Dollar in sieben Monaten haben Pistazien viele traditionelle Obst- und Gemüsepositionen Vietnams bereits überholt. CafeBiz deutet die Entwicklung als alternativen Weg für die Branche: Wert über Verarbeitung und internationalen Handel schaffen, statt vollständig auf eigene Anbaukapazität zu setzen. Bleibt das globale Angebot knapp und halten die Vorteile bei Verarbeitung, Logistik und Zöllen, können vietnamesische Firmen ihre Rolle in den Lieferketten für Pistazien und andere hochwertige Nüsse ausbauen.

Worauf zu achten ist

  • Wie lange die Logistikstörungen im Nahen Osten anhalten und wie stark sie iranische Verschiffungen begrenzen.
  • Wie schnell das Angebot aus den USA reagiert, die rund 40 Prozent der Weltproduktion stellen.
  • Ob der Meistbegünstigungszoll von 5 Prozent auf eingeführte Pistazien bestehen bleibt, denn er bestimmt die Rohstoffkosten der Verarbeiter unmittelbar.
  • Die Aufteilung des Exportwachstums auf Preis und Menge, die aus den aktuellen Zolldaten nicht hervorgeht.

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