Vietnam hält über 80 % des US-Pfeffermarktes, doch die durchschnittlichen Exportpreise sinken weiter
Vietnamesischer Pfeffer deckt mehr als 80 % der US-Pfeffereinfuhren, doch der durchschnittliche Ausfuhrpreis fiel bis zum 15. September 2026 um 4,2 % auf 6.503 US-Dollar je Tonne. Ein US-Einfuhrzoll von 12,5 % und eine um 12,8 % kleinere Ernte drücken die Margen und treiben Verarbeiter zu Rohware aus Kambodscha und Brasilien.
Vietnamesischer Pfeffer deckt mehr als 80 % der gesamten US-Pfeffereinfuhren, doch die steigenden Liefermengen schlagen sich nicht in den Preisen nieder. Die Exportmenge wächst schneller als der Exportwert, während ein US-Einfuhrzoll von 12,5 % und eine schrumpfende heimische Ernte die Margen entlang der Kette belasten, berichtete das vietnamesische Wirtschaftsmedium Thuong Gia.
Nach Angaben der vietnamesischen Zollbehörde führte das Land von Jahresbeginn 2026 bis zum 15. September mehr als 202.400 Tonnen Pfeffer im Wert von 1,32 Milliarden US-Dollar aus – ein Plus von 15,2 % bei der Menge und 10,3 % beim Wert gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Weil die Menge stärker zulegte als der Erlös, sank der durchschnittliche Ausfuhrpreis um 4,2 % auf 6.503 US-Dollar je Tonne.
US-Nachfrage wächst stärker als der Durchschnitt
Die Vereinigten Staaten bleiben der größte Einzelmarkt. In den ersten acht Monaten 2026 lieferte Vietnam dorthin rund 46.000 Tonnen, etwa 24 % der Gesamtausfuhr und rund 24 % mehr als im Vorjahreszeitraum, bei einem Wertzuwachs von 19 %. Bis zum 15. September erreichten die kumulierten Lieferungen in die USA 47.254 Tonnen oder 23,5 % der gesamten vietnamesischen Pfefferexporte.
Im September zogen die Käufe an. Allein in der ersten Monatshälfte nahmen US-Importeure 2.905 Tonnen ab, 62,4 % mehr als ein Jahr zuvor und damit 26,6 % der gesamten vietnamesischen Ausfuhr dieser 15 Tage.
Der Pfeffer geht überwiegend in die Lebensmittelverarbeitung: Fleischerzeugnisse, herzhafte Backwaren, Snacks, Saucen sowie Würzmischungen wie BBQ und Lemon Pepper. Ein Anteil von über 80 % an den US-Einfuhren rückt vietnamesische Ware ins Zentrum der dortigen Gewürz-Lieferkette.
Marktanteil ohne Preismacht
Der dominierende Anteil verschafft den Exporteuren keine Kontrolle über den Preis. Der Einfuhrzoll von 12,5 % auf vietnamesische Waren erhöht die Landekosten, macht Importeure vorsichtiger und zieht Preisverhandlungen in die Länge. Die Zusatzkosten werden irgendwo in der Exportkette getragen, und die Lücke zwischen Mengen- und Wertwachstum deutet darauf hin, dass die Exporteure einen Teil davon schultern.
Kleinere Ernte, mehr importierte Rohware
Das heimische Angebot wird knapper. Der vietnamesische Pfeffer- und Gewürzverband (VPSA) schätzt die Landesproduktion 2026 auf rund 170.000 Tonnen, 12,8 % weniger als 2025, während die Exportnachfrage weiter steigt. Die Verarbeiter schließen die Lücke mit Zukäufen im Ausland: Von Jahresbeginn bis zum 15. September importierte Vietnam etwa 47.961 Tonnen Pfeffer, rund 35 % mehr als im Vorjahr, überwiegend aus Kambodscha und Brasilien. Ein Teil davon wird im Inland verarbeitet und unter anderem in die USA, nach Deutschland und in den Nahen Osten reexportiert.
Die importierte Rohware sichert die Erfüllung der Kontrakte, erklärt aber auch, warum die Inlandspreise den Exportmengen nicht folgen. Am 23. September lagen die Inlandspreise zwischen 137.000 und 141.000 Dong je Kilogramm, 2.000 bis 4.000 Dong höher als Ende August, aber weiterhin 10.000 bis 13.500 Dong unter dem Niveau zu Jahresbeginn.
Weltweite Bestände bleiben knapp
Die VPSA erwartet ein weiterhin begrenztes Angebot:
- die Produktion in Vietnam, Indonesien und Indien sinkt wegen ungünstiger Witterung und geringerer Erträge;
- die höhere Erzeugung in Brasilien gleicht das Defizit nicht aus;
- die Bestände in den Erzeugerländern werden auf rund 170.000 Tonnen geschätzt, davon etwa 50.000 bis 60.000 Tonnen in Vietnam.
Auf dieser Grundlage rechnet die VPSA mittel- und langfristig mit stabilen vietnamesischen Pfefferexporten in die USA, bei zunehmendem Preiswettbewerb. Für die Branche bleibt offen, wie sich die führende Stellung in großen Märkten in höhere Erlöse für Exporteure und Erzeuger übersetzen lässt statt nur in mehr Tonnage.