Vietnam exportiert erstmals verarbeitetes Hühnerfleisch nach Südkorea
C.P. Vietnam hat am 25. August die erste vietnamesische Lieferung von verarbeitetem Hühnerfleisch nach Südkorea versandt. Die Zulassung folgte auf ein achtstufiges Prüfverfahren entlang der gesamten Produktionskette.
Erste Lieferung nach gegenseitiger Marktöffnung
Vietnam hat am 25. August erstmals eine kommerzielle Lieferung von verarbeitetem Hühnerfleisch nach Südkorea exportiert. Damit erreicht das Produkt einen der anspruchsvolleren Lebensmittelimportmärkte Asiens. C.P. Vietnam versandte die Ware laut VietBao und Dan Viet vom Geflügelproduktions- und Verarbeitungskomplex CPV Food Binh Phuoc in der Stadt Dong Nai.
Die Lieferung erfolgte mehr als vier Monate nach dem Abschluss der Verhandlungen und der gegenseitigen Öffnung der Märkte für verarbeitetes Hühnerfleisch. Dan Viet zufolge unterzeichneten beide Länder am 21. April eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei Veterinärwesen und Tierquarantäne. Am 22. April wurde die Marktöffnung in Hanoi offiziell bekannt gegeben.
C.P. Vietnam ist das erste Unternehmen mit einer Genehmigung für den neuen Handelsweg. Menge und Wert der ersten Sendung wurden nicht veröffentlicht. Dương Tất Thắng, Leiter der vietnamesischen Behörde für Tierproduktion und Tiergesundheit, bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt der bilateralen Agrarkooperation und stellte weiteren qualifizierten Verarbeitern einen möglichen Marktzugang in Aussicht.
Achtstufige Prüfung der gesamten Kette
Für die Zulassung musste C.P. Vietnam ein achtstufiges Verfahren der südkoreanischen Behörde für Tier- und Pflanzenquarantäne sowie des Ministeriums für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit durchlaufen. Hinzu kamen zwei detaillierte Fragebögen mit jeweils rund 1.000 Seiten. Geprüft wurden Haltungsgebiete, Tierseuchenlage, Kontrollen vor und nach der Schlachtung, Verarbeitung, Wärmebehandlung, Verpackung und Transport.
Zwischen Juli und Dezember 2025 kontrollierten südkoreanische ressortübergreifende Teams das integrierte Feed–Farm–Food-System von CPV Food Binh Phuoc. Laut Dan Viet musste das Unternehmen die vollständige Einhaltung der Anforderungen im Futtermittelwerk, in den Farmen und in der Verarbeitungsanlage nachweisen. Diese Kontrollen sichern Lebensmittelsicherheit, Seuchenmanagement und Rückverfolgbarkeit.
Verarbeitungsinvestitionen erleichtern Marktzugang
In den Komplex CPV Food Binh Phuoc wurden rund 250 Millionen $ investiert. Er umfasst ein Futtermittelwerk, eine Brüterei, ein Farmnetz, eine Schlachtanlage und eine Verarbeitungsfabrik. Das integrierte Modell ermöglicht die Kontrolle von den landwirtschaftlichen Vorprodukten bis zum fertigen Lebensmittel und bildet die Grundlage für weitere Investitionen in Technologie und höherwertige Verarbeitung.
C.P. Vietnam ist seit 1993 im Land tätig und betreibt derzeit 12 Futtermittelwerke, zwei Anlagen für Schlachtung und Zerlegung von Schweinen sowie sechs Lebensmittelverarbeitungswerke. Hinzu kommen Farmen in mehreren Provinzen und Städten. Mit Südkorea ist das verarbeitete Hühnerfleisch des Unternehmens nun in acht Auslandsmärkten vertreten, darunter Japan, Singapur, Hongkong, China, und Russland, berichten beide Publikationen.
Die Zulassung eröffnet eine Absatzchance, setzt für andere vietnamesische Geflügelverarbeiter aber zugleich einen hohen Maßstab. Weitere Anbieter müssen Seuchenkontrollen dokumentieren, stabile Wärmebehandlungs- und Verpackungsverfahren gewährleisten und die gesamte Kette rückverfolgbar machen. Für bereits in die Tiefenverarbeitung investierende Produzenten bietet der Markt eine Möglichkeit, den Absatz zu diversifizieren und höherwertige Produkte in anspruchsvollen Zielmärkten zu verkaufen.