US-Rindfleischpreise in drei Jahren um 27% gestiegen: Omaha Steaks kürzt Sortiment auf 120 Artikel
Die Preise für Rind- und Kalbfleisch in den USA sind in drei Jahren kumuliert um 27% gestiegen, der Rinderbestand liegt auf dem niedrigsten Stand seit 75 Jahren. Omaha Steaks reduziert sein Sortiment von knapp 500 auf 120 Artikel, verdoppelt das Filialnetz auf 80 Standorte und setzt auf günstigere Teilstücke. Bis zum 30. November sind 300.000 Tonnen Rindfleisch zollfrei einführbar.
Steigende Rindfleischpreise in den USA zwingen selbst Unternehmen mit mehr als hundertjähriger Geschichte, ihren Vertrieb neu aufzustellen. Omaha Steaks, in den USA bekannt für den Direktversand von Fleisch an Endkunden, setzt nun auf günstigere Teilstücke, schnellere Lieferungen und eine stärkere stationäre Präsenz, wie CNN berichtet.
Vorstandschef Nate Rempe treibt einen umfassenden Umbau voran: Das Sortiment schrumpft um rund 75%, das Filialnetz soll sich in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Ziel ist es, wettbewerbsfähiger zu werden und beim alltäglichen Fleischeinkauf häufiger zum Zuge zu kommen.
27% Preisanstieg und kleinster Bestand seit 75 Jahren
Die Verbraucherpreisdaten für Juli zeigen einen kumulierten Anstieg der Preise für Rind- und Kalbfleisch um 27% binnen drei Jahren. Der US-Rinderbestand liegt laut den von CNN angeführten Zahlen auf dem niedrigsten Stand seit 75 Jahren – eine Angebotslage, die sich nicht innerhalb eines Produktionszyklus korrigieren lässt.
Um die Preise zu drücken, erlaubte Präsident Donald Trump die zollfreie Einfuhr von 300.000 Tonnen Rindfleisch bis zum 30. November. Die Ausnahme ist befristet und deckt nur einen Teil des vierten Quartals ab.
Von knapp 500 Produkten auf 120
Die Zahl der angebotenen Artikel sinkt von knapp 500 auf 120. Bestimmte Desserts, Schmorgerichte und Einzelportionen fallen aus dem Katalog, damit sich das Geschäft stärker auf Fleisch aus US-Produktion konzentriert. Das schmalere Sortiment soll die Bestandsführung vereinfachen und die Auftragsabwicklung beschleunigen.
- Sortiment um rund 75% gekürzt – von knapp 500 auf 120 Artikel.
- Preise im Großteil des Sortiments unverändert, Ausnahmen bei den teureren Filet- und Filet-Mignon-Angeboten.
- Ein Viererpack Top Sirloin kostet ab 40 Dollar, etwa die Hälfte eines vergleichbaren Filet-Mignon-Packs.
Statt breiter Preiserhöhungen bewirbt Omaha Steaks vor allem günstigere Teilstücke wie sein Top Sirloin. Für Lieferanten bedeutet die Kombination aus weniger Artikelnummern und dem ausdrücklichen Fokus auf Fleisch aus US-Produktion, dass sich der Einkauf auf eine kürzere Liste heimischer Teilstücke konzentriert.
Lieferzeit von einer Woche auf unter zwei Tage
Der Versand von Tiefkühlfleisch aus Omaha in schweren Kartons mit Kühlakkus belastet die Transportkosten. Die Belieferung aus näher gelegenen Filialen erlaubt leichtere Verpackungen, kürzere Wege und kürzere Lieferzeiten.
Die durchschnittliche Zeit bis zum Erhalt einer Bestellung sank nach Unternehmensangaben bereits von fast einer Woche auf weniger als zwei Tage. Geplant ist ein Netz von insgesamt 80 Standorten in den USA, die zugleich als kleine Fulfillment-Zentren arbeiten sollen.
Angebotsseite und Ausweichen der Verbraucher
Über die geschäftlichen Änderungen hinaus betont Rempe die Notwendigkeit, die Produktion selbst zu stützen. Die US-Rinderhalter, die mit anhaltender Dürre und höheren Futterkosten kämpfen, bräuchten Anreize für Investitionen und den Wiederaufbau der Herden.
Verbraucher weichen zudem auf günstigere tierische Proteine wie Hähnchen und Schweinefleisch aus, doch der Omaha-Steaks-Chef sieht Rindfleisch weiter in einer Sonderrolle in der amerikanischen Ernährung. „Amerika will Rindfleisch. Deshalb war die Nachfrage so widerstandsfähig“, sagte er. „Man kann nicht das Steak aus der Tellermitte nehmen, eine Hähnchenbrust hineinlegen und dasselbe Ergebnis erwarten.“
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