US-Rindfleischbranche fordert mehr Halal-Betriebe für Exporte nach Indonesien
US-Exporteure wollen mehr Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe nach den indonesischen Halal-Regeln zulassen lassen, da die begrenzte Kapazität die Exportkosten erhöht. Zudem fordert die Branche angesichts engerer Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indonesien einfachere Einfuhrgenehmigungen.
Begrenzte Halal-Kapazität verteuert Exporte
Die US-Rindfleischbranche drängt darauf, mehr amerikanische Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe nach den von Indonesien anerkannten Halal-Regeln zertifizieren zu lassen. Damit soll ein Engpass bei Lieferungen in den mehrheitlich muslimischen Markt beseitigt werden. Nach Angaben der U.S. Meat Export Federation (USMEF) erfüllt derzeit nur eine begrenzte Zahl von Betrieben die indonesischen Anforderungen, was die Ausfuhr verteuert.
Sabrina Yin, ASEAN-Regionaldirektorin der USMEF, sprach das Problem am Dienstag, dem 21. Juli 2026, auf der Messe Food and Hospitality Indonesia 2026 in Jakarta an. Laut Metro TV News erklärte Yin, dass die geringe Zahl zugelassener Betriebe zeitweise die Kosten für Rindfleischexporte nach Indonesien erhöhe. Die USMEF hofft auf weitere qualifizierte Standorte. Diese müssen jedoch weiterhin die Vorgaben der indonesischen Halal-Behörde BPJPH und des Indonesischen Ulema-Rates MUI erfüllen.
Fünf US-Zertifizierer besitzen Anerkennungsabkommen
Arrofi Satrio Alam, Ländervertreter der USMEF für Indonesien und Timor-Leste, zufolge haben fünf Halal-Zertifizierungsstellen in den USA gegenseitige Anerkennungsabkommen mit der BPJPH. Bei Rindfleisch wird der Großteil der Zertifizierungen über die von der BPJPH anerkannte Organisation Halal Transactions of Omaha abgewickelt.
Zusätzliche zugelassene Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten könnten Exporteuren mehr Spielraum bei der Auswahl von Lieferanten und der Zusammenstellung von Sendungen geben. Sie könnten auch den Kostendruck verringern, der durch die Abhängigkeit von einer kleinen Gruppe geeigneter Betriebe entsteht. Die vorliegenden Quellen nennen weder die derzeitigen Mengen und Werte der US-Rindfleischlieferungen noch die Zahl der zugelassenen Betriebe. Das mögliche Handelswachstum lässt sich daher noch nicht beziffern.
USDA-Prüfung bleibt für jede Sendung Pflicht
Die Halal-Anerkennung ist nur ein Teil des Marktzugangs. Yin zufolge muss jedes nach Indonesien ausgeführte Fleischprodukt zunächst eine Lebensmittelsicherheitskontrolle des US-Landwirtschaftsministeriums durchlaufen. Jede Sendung benötigt ein Exportzertifikat der US-Regierung. Vor dessen Unterzeichnung prüfen USDA-Mitarbeiter, ob sämtliche indonesischen Anforderungen erfüllt sind. Ohne USDA-Kontrolle ist ein Export nach Indonesien nicht möglich.
Die Branche erklärt außerdem, bei der Produktion Grundsätze des Tierwohls und der Nachhaltigkeit anzuwenden. Bisnis Indonesia berichtete unterdessen, dass US-Fleischexporteure angesichts der engeren Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indonesien regulatorische Fragen hervorheben und einfachere Einfuhrgenehmigungen verlangen. Mehr Halal-zertifizierte Verarbeitungskapazität und ein weniger aufwendiges Genehmigungsverfahren könnten den Zugang für US-Lieferanten verbessern. Indonesien behielte zugleich die Kontrolle über Halal-Vorgaben, Lebensmittelsicherheit und die Zertifizierung jeder Sendung.