← Zurück zu den Nachrichten

Milchpreise in der Ukraine steigen im September um 10,58 %

Milch verteuerte sich in der Ukraine im September 2026 gegenüber August durchschnittlich um 10,58 %, während der Verbraucherpreisindex für Milchprodukte insgesamt um 2,8 % stieg. Ein geringeres Rohmilchangebot, die Exportnachfrage, höhere Weltmarktpreise und beschädigte Verteilzentren erhöhen den Druck auf die Branche.

Milchpreise in der Ukraine steigen im September um 10,58 %

Milch führt den Preisanstieg im September an

Die Milchpreise in der Ukraine stiegen im September 2026 gegenüber August durchschnittlich um 10,58 %, wie ua.news und znaj.ua unter Berufung auf Daten des Finanzministeriums berichteten. Der Verbraucherpreisindex für Milchprodukte insgesamt legte um 2,8 % zu. Der starke Anstieg bei Milch hat sich damit bislang nur teilweise auf das gesamte Sortiment übertragen.

Die Entwicklung unterschied sich deutlich nach Produkt. Quark verteuerte sich um 5,1 %, Butter um 1,37 %. Kefir wurde dagegen um 2,02 % billiger. Die Publikationen meldeten zudem einen deutlichen Preisanstieg bei Trinkmilch, nannten dafür jedoch keinen eigenen Prozentsatz. Die gegenläufigen Veränderungen zeigen, dass Verarbeiter und Händler ihre höheren Kosten nicht gleichmäßig über das gesamte Kühlregal weitergeben.

Knappes Angebot und Logistik treiben Rohmilchkosten

Am 20. September lag der gewichtete durchschnittliche Einkaufspreis für Rohmilch bei 15,40 UAH je Kilogramm ohne Mehrwertsteuer. Das waren 0,65 UAH je Kilogramm mehr als im August, aber weiterhin 10 % weniger als im September des Vorjahres. Der jüngste Monatsanstieg ist damit erheblich, ohne dass der Rohmilchpreis bereits sein Vorjahresniveau erreicht hätte.

Der Verband der Milcherzeuger führte den Anstieg auf mehrere Faktoren zurück. Eine aktive Exportnachfrage verschärft den Wettbewerb um das verfügbare Angebot, während höhere Weltmarktpreise für Butter und Milchpulver die inländischen Notierungen stützen. Gleichzeitig ist weniger Rohmilch für die Verarbeitung verfügbar. Russische Angriffe zerstörten außerdem Verteilzentren von Einzelhandelsketten, erschwerten die Logistik und erhöhten die Kosten der Molkereien. Der Druck betrifft damit nicht nur den Preis ab Hof, sondern auch Sammlung, Verarbeitung und Auslieferung.

Weitere Preissteigerungen bis Jahresende erwartet

Branchenprognosen deuten auf weitere Erhöhungen der Rohmilchpreise hin. Im Oktober könnte der Einkaufspreis 16–16,50 UAH je Kilogramm erreichen. Bis Jahresende könnten große Partien Milch der Extraklasse 17–17,50 UAH je Kilogramm kosten. Die Untergrenze dieser Prognose liegt 1,60 UAH über dem gewichteten Durchschnitt vom 20. September, die Obergrenze 2,10 UAH darüber.

Wegen steigender Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikkosten könnten die Ladenpreise für Milchprodukte bis Jahresende um weitere 20–25 % steigen, so die von ua.news, znaj.ua und Mind zitierten Prognosen. Entscheidend wird sein, welchen Anteil der zusätzlichen Rohstoff- und Vertriebskosten Molkereien und Händler an die Verbraucher weitergeben. Die Exportnachfrage eröffnet ukrainischen Erzeugern zusätzliche Absatzmöglichkeiten, verschärft aber zugleich den Wettbewerb um Milch im Inland. Bleiben die Ladenpreise hinter den Einkaufskosten zurück, geraten die Margen der Verarbeiter unter Druck. Verbraucher könnten verstärkt zwischen Produktgruppen wechseln und günstigere Angebote wählen, insbesondere wenn sich Produkte wie Kefir weiterhin entgegen dem allgemeinen Preistrend entwickeln.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.