Türkiye erzielt 500,8 Millionen $ mit Schokolade und Kakaoerzeugnissen
Türkiye exportierte von Januar bis Juni Schokolade und Kakaoerzeugnisse im Wert von 500,781 Millionen $. Branchenvertreter führen das Ergebnis auf Produktqualität, internationale Messen, bessere Verpackungen sowie den Zugang zu Pistazien und Kadayif zurück.
Schokolade belegt Rang zwei im Branchenexport
Türkiye erzielte von Januar bis Juni 500,781 Millionen $ mit dem Export von Schokolade und Kakaoerzeugnissen. Das geht aus Angaben hervor, die Anadolu Agency aus Daten der Türkischen Exporteursversammlung zusammenstellte und Haberler.com veröffentlichte. Die Publikation bezeichnete das Ergebnis als Rekord, nannte jedoch keine Vergleichszahlen aus früheren Zeiträumen.
Der gesamte Sektor für Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und daraus hergestellte Erzeugnisse lieferte in den sechs Monaten 5.290.036 Tonnen Waren in 212 Länder und Freizonen. Der Exporterlös belief sich auf 5,848 Milliarden $. Sonnenblumenkerne bildeten mit 663,938 Millionen $ die wertmäßig größte Produktgruppe, gefolgt von Schokolade und Kakaoerzeugnissen mit 500,781 Millionen $.
Qualität, Messen und Verpackungen fördern den Absatz
Mehmet Yıldırım, Vorsitzender des zuständigen Ausschusses für Baklava, Kuchen und Süßwaren bei der Handelskammer Istanbul, führte das Ergebnis auf höhere Qualitätsstandards der Hersteller zurück. Die Unternehmen kauften und verarbeiteten Kakao, bevor sie daraus Schokolade und Süßwaren für den Auslandsverkauf herstellten.
Yıldırım verwies zudem auf die koordinierte Vermarktung durch den Istanbuler Exporteursverband für Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und deren Erzeugnisse. Der Verband bringt Hersteller zusammen und begleitet sie zu Messen in aller Welt. Türkische Unternehmen hätten ihre Produktion, Verpackung und Warenpräsentation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, indem sie Auslandsmärkte beobachteten und neue Formate übernahmen.
Hersteller, die ihre Bekanntheit im Ausland steigern wollen, müssen einheitliche Standards einhalten und ihre Qualität durch wirksames Marketing ergänzen, sagte Yıldırım. Die etablierte Verbindung der Schweiz mit Schokolade sei schwer aufzubrechen. Türkiye könne sich dennoch einen größeren Platz im internationalen Markt sichern und die Wahrnehmung türkischer Schokolade stärken.
Istanbul dominiert die Produktionsbasis
Rund 95% der exportierenden Unternehmen befinden sich laut Yıldırım in Istanbul. Weitere Produktionsstandorte gibt es in Gaziantep und Adana. Kakao wird in Türkiye verarbeitet und geformt und anschließend als höherwertiges Fertigerzeugnis exportiert.
Der Zugang zu heimischen Zutaten ist nach Einschätzung Yıldırıms ein Grund für Türkiyes Erfolg bei Produkten wie Dubai-Schokolade. Hochwertige Pistazien und Kadayif sind im Inland verfügbar; Fertigungsqualität und Vermarktung verstärken diesen Rohstoffvorteil. Dadurch können Hersteller an einer dynamischen Süßwarenkategorie teilnehmen, ohne abgesehen vom Kakao vollständig auf importierte Zutaten angewiesen zu sein.
Höhere Produktion könnte Kapazitätsausbau auslösen
Ein weiterer Produktionsanstieg könnte zu zusätzlichen Kapazitäten, mehr Beschäftigung und höherer inländischer Wertschöpfung führen, sagte Yıldırım. Das ist besonders für die konzentrierte Verarbeitungsbasis in Istanbul und für Zutaten liefernde Regionen wie Gaziantep relevant.
Die Exportzahlen zeigen zugleich das Gewicht von Schokolade und Kakaoerzeugnissen im türkischen Angebot verarbeiteter Lebensmittel. Ihr Wert entsprach mehr als drei Vierteln der Sonnenblumenkernexporte, der führenden Kategorie des Zeitraums. Weitere Zuwächse hängen von gleichbleibender Qualität, besseren Verpackungen und dem dauerhaften Zugang zu ausländischen Käufern über Messen und Marketing ab.
Türkiye könne langfristig neben Baklava und Kebab auch für Schokolade bekannt werden, sagte Yıldırım. Die Veränderung fest verankerter Verbraucherbilder brauche jedoch Zeit. Im Inland steige der Absatz von Baklava und Schokolade üblicherweise ab Oktober.