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Türkische Milcherzeuger warnen vor einem engeren Rindfleischangebot

Hohe Futter- und Dieselkosten, Tierseuchen und Wetterextreme bringen türkische Betriebe laut Servet Başkaya in die Verlustzone. Der frühere Vorsitzende des Milchverbands von Aydın warnt, dass ohne rentable Milchproduktion weitere Rinderbestände verloren gehen und der Rindfleischmarkt unter Druck bleibt.

Türkische Milcherzeuger warnen vor einem engeren Rindfleischangebot

Verluste erfassen mehrere Agrarbereiche

Steigende Betriebsmittelkosten, Naturkatastrophen und Tierseuchen erhöhen den finanziellen Druck auf die türkische Landwirtschaft und Tierhaltung. Darauf weist Servet Başkaya hin, der frühere Vorsitzende des Milchverbands von Aydın. Eine schwache Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung könnte weitere Rinder aus der Produktion drängen und die Probleme am Fleischmarkt verlängern.

Gegenüber Aydınlık erklärte Başkaya, dass Dürre, Frost, Hagel und Maul- und Klauenseuche im Jahr 2025 die Folgen der stark gestiegenen Produktionskosten verschärft hätten. Erzeuger zahlreicher Kulturen, von Feigen und Oliven bis zu Tomaten und Auberginen, schrieben Verluste und hätten Schwierigkeiten beim Absatz. Viele Produkte würden weiterhin zu Preisen des Vorjahres angeboten.

Die Probleme des Pflanzenbaus wirken unmittelbar auf die Tierhaltung, da Milchviehbetriebe stark von Futter und Energie abhängen. Höhere Diesel- und Futterkosten verteuern die Rinderhaltung selbst dann, wenn Molkereien mehr für Milch zahlen. Anhaltende Verluste können Landwirte zum Bestandsabbau bewegen und damit sowohl die Milchmenge als auch das künftige Angebot an Tieren für die Rindfleischerzeugung verringern.

Milch-Futter-Verhältnis bleibt entscheidend

Başkaya bezeichnete das Missverhältnis zwischen Milch- und Futterpreisen als Hauptproblem des Tierhaltungssektors. Wirtschaftlich tragfähig wäre nach seiner Einschätzung ein Verhältnis, bei dem der Erlös aus 1 Liter Milch den Kauf von 1,5 Kilogramm Futter ermöglicht.

Der vom Nationalen Milchrat empfohlene Milchpreis lag laut Başkaya in einer Spanne von 24-25 türkischen Lira. Milch ab Hof oder höhere Qualitäten fanden Käufer zu Preisen von mehr als 30 Lira. Doch selbst 30 Lira reichten nicht aus, um die Erzeuger gegen steigende Futter- und Dieselausgaben abzusichern.

Başkaya berichtete außerdem von einem deutlichen Rückgang der Zahl gemolkener Kühe und des gesamten Rinderbestands, den er mit der Maul- und Klauenseuche sowie den Verlusten der Betriebe verband. Das geringere Angebot habe die Nachfrage der Verarbeiter nach Milch erhöht. Der Druck auf den Fleischmarkt lasse sich jedoch erst abbauen, wenn die Milchviehhaltung wieder rentabel werde und das Verhältnis zwischen Milch- und Fleischpreisen stimme.

Förderpolitik und Importdruck

Başkaya kritisierte das für die Zeit nach 2025 eingeführte Agrarfördermodell. Die Zusammenlegung früherer Zuschüsse für Dünger und Diesel zu einer Basisförderung habe keine ausreichende Unterstützung gebracht. Die gebietsbezogene Produktionsplanung sei grundsätzlich sinnvoll, weise aber bei Umsetzung und Zahlungshöhe Mängel auf. Er schlug direkte, produktspezifische Zahlungen auf Basis belegter Mengen vor und nannte bei Oliven 5 Lira je Kilogramm anstelle von 15 Kuruş als Beispiel.

Mengenbezogene Zahlungen könnten Landwirte dazu bewegen, ihre Produktion mit Erzeugerbelegen zu registrieren und dem Staat genauere Angebotsdaten liefern. Eine bessere Erfassung würde nach Başkayas Einschätzung auch die Überwachung der Lebensmittelpreise erleichtern, ohne primär auf Strafen gegen Groß- oder Einzelhändler zurückzugreifen.

Başkaya sagte, ihm lägen Hinweise vor, wonach Verarbeiter das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft zur Genehmigung von Importen drängten, darunter Butter. Er lehnte Agrarimporte ab und verwies auf das Potenzial der Türkei, den eigenen Bedarf zu decken. Staatliche Mittel sollten stärker in Bewässerungs- und Energieinfrastruktur fließen. Besonders die noch nicht fertiggestellten Bewässerungsanlagen des Südostanatolien-Projekts bezeichnete er als Lücke für die heimische Produktionskapazität.

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