Türkische Walnussernte 2026 startet mit regionalen Unterschieden und großer Preisspanne
In der Türkei hat die Walnussernte begonnen, wobei die regionalen Erwartungen nach den frostbedingten Einbußen von 2025 deutlich auseinandergehen. DÜNYA nennt rund 2.000 Tonnen für Niksar und 45.000-50.000 Tonnen für Kahramanmaraş; die Preisangaben reichen von 135 bis rund 300 Lira je Kilogramm.
Ernte folgt auf eine Saison mit Frostschäden
In der Türkei hat die Walnussernte 2026 begonnen. Die Produktionsaussichten unterscheiden sich deutlich zwischen den Regionen, während der Markt prüft, ob die neue Ernte das inländische Angebotsdefizit verringern kann. Vorausgegangen war ein starker Rückgang im Jahr 2025, als Frost und andere ungünstige Wetterbedingungen Plantagen in mehreren Anbaugebieten schädigten.
Nach Angaben des türkischen Statistikinstituts, die DÜNYA zitiert, sank die nationale Walnussproduktion 2025 im Jahresvergleich um 38,2%. Die Menge fiel von 426.000 Tonnen im Jahr 2024 auf rund 263.000 Tonnen. Damit wurde eine längerfristige Expansion unterbrochen: Daten des dem Landwirtschafts- und Forstministerium unterstellten Instituts TEPGE zeigen, dass die Walnussanbaufläche von 2014 bis 2024 um 156% und die Produktion um 135% zunahm.
Regionale Prognosen zeigen unterschiedliche Entwicklungen
Die ersten Berichte aus den Anbaugebieten lassen noch keine einheitliche Erholung erkennen. Im Bezirk Niksar in der Provinz Tokat, der für seine Walnuss mit geschützter geografischer Angabe bekannt ist, werden 2026 rund 2.000 Tonnen erwartet. Die Erzeuger vor Ort berichten, dass Ertrag und Qualität in den im Vorjahr durch schlechtes Wetter beeinträchtigten Anlagen diesmal besser ausfallen.
Für Kahramanmaraş liegt die Prognose mit rund 45.000-50.000 Tonnen wesentlich höher. Die Ernte wird in den Anbaugebieten den gesamten Oktober andauern. Damit werden die tatsächlich eingebrachten Mengen und die Handelsqualität entscheidend für den weiteren Marktverlauf. Nach den Frostverlusten der vergangenen Saison steht für die Erzeuger im Vordergrund, ihre Ware zu einem angemessenen Preis verkaufen zu können.
Hoher Verbrauch hält Importbedarf aufrecht
Die Ausweitung der Plantagen hat das türkische Angebotsdefizit nicht beseitigt, da der inländische Walnussverbrauch hoch bleibt. TEPGE beziffert den Gesamtverbrauch in der Saison 2023/24 auf 427.000 Tonnen oder 5 Kilogramm je Einwohner. Der Selbstversorgungsgrad lag bei 80%, sodass importierte Walnüsse weiterhin zum Ausgleich des Marktes benötigt werden.
Eine gesonderte Schätzung des Walnusserzeugerverbands auf Basis von USDA-Daten erwartet für 2025/26 eine türkische Produktion von rund 47.000 Tonnen und einen Inlandsverbrauch von etwa 137.000 Tonnen. Ein wesentlicher Teil der Lücke soll durch Importe gedeckt werden. Diese Werte weichen deutlich von den zuvor genannten nationalen Produktions- und Verbrauchsreihen ab. Marktteilnehmer müssen daher bei ihrer Angebotsanalyse die jeweiligen Datensätze berücksichtigen. Beide Betrachtungen weisen jedoch auf einen Importbedarf hin.
Herkunft, Qualität und Verkaufsmenge bestimmen den Preis
Die ersten Preisangaben zeigen eine große regionale Spanne. In Niksar werden für die Ernte 2026 zwischen 200 und 250 Lira je Kilogramm erwartet. Neue Maraş-Walnüsse werden in Kahramanmaraş für rund 300 Lira je Kilogramm verkauft, während in Uşak eine Großhandelsofferte für Walnüsse in der Schale bei 135 Lira je Kilogramm lag.
DÜNYA zufolge hängen die Preise von Sorte, Qualität, Kaliber und Verkaufsmenge ab. Direkte Vergleiche zwischen den regionalen Angaben sind deshalb schwierig, doch die Spanne verdeutlicht den Einfluss von Herkunft und Produktspezifikation auf den Inlandsmarkt. Mit fortschreitender Ernte werden die tatsächlichen Mengen, die Sortierergebnisse und die Nachfrage der Käufer darüber entscheiden, ob sich die Preise annähern oder segmentiert bleiben. Der endgültige Umfang der Ernte 2026 bestimmt zudem, wie stark die Türkei nach den Verlusten des Vorjahres auf Importe angewiesen sein wird.