Tnuva priorisiert Hüttenkäse, während Israels Knappheit anhält
Eine seit Wochen andauernde Produktionsstörung im Tnuva-Werk in Alon Tabor lässt Hüttenkäse in israelischen Supermärkten knapp werden. Konzernchef Gadi Konya sagt, der Molkereiriese priorisiere nun die Produktion von Hüttenkäse und Weißkäse gegenüber anderen Produkten. Techniker aus dem Ausland weigern sich, nach Israel zu reisen, während die Nachfrage um rund 4 % pro Jahr wächst.
Wochenlang leere Regale
Eine schwere Knappheit an Hüttenkäse hält die Regale israelischer Supermärkte seit Wochen leer und verärgert die Käufer eines der beliebtesten Milchprodukte des Landes. Auslöser ist eine Produktionsstörung in einem Werk von Tnuva, dem größten Lebensmittelkonzern Israels und der beherrschenden Kraft auf dem Milchmarkt.
Das Problem liegt im Tnuva-Werk in Alon Tabor. Israelischen Berichten zur Knappheit zufolge zieht sich die Störung seit Wochen hin, und es bleibt unklar, warum Tnuva, ein Unternehmen, das den heimischen Milchmarkt faktisch kontrolliert, sie nicht rasch beheben kann. Konzerninterne Quellen sagen, die reguläre Versorgung werde zurückkehren, nennen aber kein festes Datum.
Techniker erreichen das Werk nicht
Ein in der Berichterstattung genanntes Hindernis ist, dass Techniker aus dem Ausland sich weigern, nach Israel zu reisen, um die defekte Anlage zu reparieren. Die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften zeigt, wie ein einzelner technischer Ausfall in einem Werk eine ganze Produktkategorie erfasst, wenn die Produktion in wenigen Händen konzentriert ist. Bis die Linie repariert ist, arbeitet Tnuva um die Störung herum, statt sie zu beseitigen.
Tnuva setzt neue Produktionsprioritäten
Auf der Nationalen Wirtschaftskonferenz ging Tnuva-Chef Gadi Konya auf die anhaltende Störung ein, wie die Wirtschaftszeitung Calcalist berichtet. Konya sagte, das Unternehmen priorisiere nun die Herstellung von Hüttenkäse und Weißkäse gegenüber seinen anderen Produkten, um die Regale wieder zu füllen. Das bedeutet, dass andere Tnuva-Linien während der Knappheit geringere Mengen sehen werden.
Konya verwies zudem auf die steigende Nachfrage als zusätzliche Belastung. „Wenn Hüttenkäse früher etwa im Tempo des Bevölkerungswachstums zulegte, wächst er heute doppelt so schnell – um rund 4 %“, sagte er laut Calcalist. Ein schnellerer Verbrauch lässt weniger Puffer, wenn eine Produktionslinie ausfällt, und macht aus einer einzelnen Störung sichtbar leere Regale.
Was das für den Markt bedeutet
Hüttenkäse und Weißkäse sind in Israel Alltagsprodukte, und Tnuvas Griff auf den Milchmarkt bedeutet, dass eine Störung in einem seiner Werke im gesamten Handel spürbar ist. Da der Konzern Kapazität auf die beiden Käsesorten lenkt, dürfte die Verfügbarkeit seiner übrigen Molkereilinien knapper werden, solange die Reparatur aussteht.
Der Vorfall verdeutlicht die Verwundbarkeit durch Marktkonzentration und durch die Abhängigkeit von ausländischem Fachwissen bei kritischer Technik. Für Händler und Importeure könnte eine anhaltende Lücke im Regal Raum für Ersatzprodukte aus Milch schaffen, bis Tnuva die normale Versorgung wiederherstellt, auch wenn Hüttenkäse selbst weitgehend im Inland produziert wird. Vorerst warten die Käufer darauf, dass der Konzern einen Termin für den Vollbetrieb des Werks nennt.