Syrien hält Brotpreis nach Treibstofferhöhung vom 13. September, Bäckereien in Hasaka und Qamischli stehen still
Die neuen Preise für Erdölprodukte traten in Syrien am 13. September in Kraft und hoben Diesel auf 175 neue syrische Pfund je Liter, während ein Bündel subventioniertes Brot bei 40 Pfund blieb. Dutzende Bäckereien in Hasaka, Qamischli und der Dschasira-Region stellten den Betrieb ein. Das Wirtschafts- und Industrieministerium senkte den Preis für Backmehl von 20.000 auf 15.000 Pfund je Tonne, hob die Brotsubvention von 60% auf 70% an und kündigte die Modernisierung von 200 Bäckereien sowie den Bau von vier Mühlen und 17 Silos an.
Die überarbeiteten Preise für Erdölprodukte traten in Syrien am 13. September in Kraft, nachdem der Ständige Ausschuss zur Festlegung der Preise für Erdölprodukte eine Erhöhung beschlossen hatte, berichtet ANF. Der Dieselpreis stieg auf 175 neue syrische Pfund je Liter, wie Enab Baladi meldet, während der Preis für ein Bündel subventioniertes Brot bei 40 Pfund blieb.
Die Lücke zwischen gestiegenen Treibstoffkosten und festgeschriebenem Brotpreis führte binnen weniger Tage zur ersten sichtbaren Störung. Dutzende Bäckereien in den Städten Hasaka und Qamischli sowie im Umland stellten den Betrieb ein, berichtet Enab Baladi; 7al.net beschreibt Stillstände in der gesamten syrischen Dschasira-Region und eine Protestkundgebung in Qamischli.
Warum die Treibstoffpreise stiegen
Das syrische Energieministerium führte die Erhöhung auf einen außergewöhnlichen Anstieg der Beschaffungskosten für Erdölderivate auf den internationalen Märkten zurück, verbunden mit laufenden Überholungsarbeiten in der Raffinerie Banias. Das Ministerium bezeichnete die Preisanpassung als vorübergehend und erklärte, sie solle die Versorgung sichern und die Verfügbarkeit von Erdölprodukten auf dem heimischen Markt erhalten.
Thawra verbindet die erneute Aufmerksamkeit für die Treibstoffpreise mit der anhaltenden Volatilität an den globalen Ölmärkten sowie mit geopolitischen und militärischen Spannungen in der Region und verweist auf den israelisch-iranischen Krieg. In der Berichterstattung über die Proteste heißt es, die Wirkung der Energiekosten reiche längst über die Tankstellen hinaus bis in Transport, Produktion, Landwirtschaft und die Preise für Grundnahrungsmittel.
Brotpreis eingefroren, Mehlsubvention erhöht
Der stellvertretende Wirtschafts- und Industrieminister Maher al-Hassan erklärte, weder Preis noch Gewicht eines Brotbündels würden verändert, und bezeichnete diese Position als kategorisch und endgültig. Die syrische Nachrichtenagentur SANA verbreitete die Aussagen am Montag, dem 14. September 2026; Al Arabiya und Roayah News berichteten darüber.
Zum Ausgleich der höheren Produktionskosten senkte das Ministerium den Preis des für die Brotherstellung bestimmten Mehls:
- Mehl für die Brotproduktion von 20.000 auf 15.000 syrische Pfund je Tonne gesenkt
- Subventionsquote für Brot von 60% auf 70% angehoben
- Preis und Gewicht eines Brotbündels unverändert
Al-Hassan erklärte, die Verbraucherschutzbehörden überwachten Produktion und Verteilung von Brot in allen Gouvernements; gegen jeden, der Gewicht oder Preis eines Brotbündels manipuliere, würden rechtliche Schritte eingeleitet. Versuche, die aktuelle Lage auszunutzen und Brotpreise unrechtmäßig anzuheben, würden nicht geduldet, die Kontrolle der Märkte und der Verkaufsstellen werde fortgesetzt.
Plan für Mahl- und Lagerkapazitäten
Bei einer erweiterten Sitzung unter Vorsitz von Maher Chalil al-Hassan mit Leitern öffentlicher Einrichtungen sowie der Direktionen für Binnenhandel und Verbraucherschutz in den Gouvernements legte das Ministerium einen Plan vor, 200 Bäckereien zu modernisieren und vier Mühlen sowie 17 Silos zu bauen. Die Maßnahme wird als Beitrag zur Ernährungssicherheit und zur Marktkontrolle dargestellt, berichtet Ouruba.
Das Programm setzt vor der Bäckerei an: Die Mahlkapazität bestimmt, wie viel Weizen im Inland zu Mehl verarbeitet werden kann, die Silokapazität, wie viel Getreide zwischen den Ernten gehalten werden kann und wie stark die Beschaffung vom Zeitpunkt abhängt.
Haushaltsbudgets unter Druck
Die Treibstofferhöhung fällt in den Beginn der Winterbevorratung, in der syrische Haushalte traditionell Grundnahrungsmittel einlagern. Thawra berichtet, dass die Vorräte für den Winter in den Märkten verfügbar sind, höhere Preise für mehrere Bestandteile und geringere Kaufkraft Familien jedoch dazu bringen, die gewohnten Mengen neu zu berechnen, nur das Nötigste zu kaufen oder nach günstigeren Alternativen zu suchen.
Für Bäckereien liegt der Druckpunkt darin, dass die von ihnen nicht beeinflussbaren Kosten, also Diesel für Öfen und Transport, außerhalb der Mehlsubvention liegen. Die bisher angekündigten Maßnahmen senken die Rohstoffkosten und halten den Verkaufspreis fest, verlagern die Last der Treibstofferhöhung damit auf die Margen der Bäckereien, solange die Kraftstoffpreise nicht zurückgehen, wie es das Energieministerium in Aussicht stellt, oder weitere Unterstützung folgt.
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