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Syrien erlaubt Lebendhuhnimporte, nachdem Produktionskosten die Preise treiben

Syrien will Importe lebender Masthühner zulassen, um das heimische Angebot zu erhöhen und den Preisanstieg zu bremsen. Damit wird ein früherer Importstopp aufgehoben, nachdem höhere Futter-, Energie- und Haltungskosten die Produktion und die Zahl der Geflügelhalter verringert haben.

Syrien erlaubt Lebendhuhnimporte, nachdem Produktionskosten die Preise treiben

Regierung setzt wieder auf Importe

Das syrische Ministerium für Landwirtschaft und Agrarreform will nach dem kräftigen Anstieg der Geflügelpreise Importe lebender Masthühner zulassen. Landwirtschaftsminister Basel al-Suwaidan erklärte, die Maßnahme solle die Inlandsnachfrage decken, das Angebot auf den lokalen Märkten erhöhen und zur Stabilisierung der Preise beitragen, berichtete Ahwal.

Die Entscheidung kehrt eine frühere Politik des Nationalen Import- und Exportkomitees um. Das Gremium hatte die Einfuhr lebender Masthühner sowie von Mast- und Legeküken bis auf Weiteres ausgesetzt, um die nationale Produktion zu schützen und heimische Geflügelhalter zu unterstützen. Die Wiederöffnung zeigt, dass eine bezahlbare Versorgung für die Regierung nun Vorrang hat.

Produktionsrückgang vergrößert die Angebotslücke

Dem staatlichen Eingriff gingen mehrere Wochen mit anhaltenden Preissteigerungen, sinkenden heimischen Produktionsmengen und einer abnehmenden Zahl aktiver Geflügelhalter voraus. Laut Ahwal leiden die Betriebe unter höheren Futterkosten und steigenden Preisen für weitere Betriebsmittel. Die Kosten summieren sich schon vor der Schlachtung oder dem Verkauf: Küken, Futter, Energie und Heizung werden teurer, danach kommen Steuern, Gebühren und Vertriebsausgaben hinzu.

Diese Belastungen haben eine erhebliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage geschaffen. Reduzieren Halter ihre Produktion oder geben sie auf, verteilen sich die Fixkosten auf weniger Tiere und weniger Geflügel erreicht den Markt. Lebendimporte können das Angebot schneller erhöhen als der Wiederaufbau heimischer Bestände, senken aber nicht unmittelbar die Futter-, Energie- oder Finanzierungskosten syrischer Produzenten.

Preise in Damaskus belasten Verbraucher

Eine Marktbeobachtung der Syrischen Arabischen Nachrichtenagentur in Damaskus, die Ahwal zitierte, wies für ganze Hühner 350-450 neue syrische Pfund je Kilogramm aus. Hähnchenschenkel kosteten 400-500 Pfund je Kilogramm, Brustfilets 800-850 Pfund. Eine weitere Erhebung bezifferte den Preis lebender Masthühner auf etwa 400 Pfund je Kilogramm und den von Brustfilets auf rund 1.000 Pfund.

Die Unterschiede zwischen den Erhebungen können auf verschiedene Produkte, Händler oder Beobachtungsorte zurückgehen. Beide zeigen jedoch den Aufschlag für zerlegte Ware gegenüber lebenden oder ganzen Tieren. Zusätzliche Importe dürften zuerst die Preise für Lebendgeflügel und im Großhandel drücken. Wie stark die Entlastung im Einzelhandel ausfällt, hängt von Schlacht-, Transport- und Vertriebskosten ab.

Erneuter Wettbewerbsdruck für heimische Betriebe

Für Verbraucher soll die Maßnahme die Verfügbarkeit verbessern und weitere Preissteigerungen bremsen. Für heimische Halter bedeuten Importtiere dagegen zusätzliche Konkurrenz, während ihre eigenen Kosten hoch bleiben. Die wirtschaftliche Wirkung hängt von Importmengen, Herkunftsmärkten, Lieferkosten und den Regeln für Einfuhrgenehmigungen ab. Dazu machte die vorliegende Ankündigung keine Angaben.

Die Regierung muss damit zwei Ziele ausbalancieren, die kurzfristig in Konflikt geraten können: die heimische Geflügelkapazität zu erhalten und eine wichtige tierische Proteinquelle für Haushalte bezahlbar zu halten. Importe können das aktuelle Defizit verkleinern. Dauerhafte Preisstabilität setzt jedoch auch voraus, dass Geflügelhalter Küken, Futter, Strom und Heizenergie zu Kosten erhalten, die eine Fortsetzung der Produktion ermöglichen.

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