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StoneX erhöht Prognose für globales Zuckerdefizit auf 1,7 Millionen Tonnen

StoneX hat die Prognose für das globale Zuckerdefizit 2026/27 von 550.000 auf 1,7 Millionen Tonnen angehoben. Schlechtes Wetter in Anbauregionen der Nordhalbkugel und eine veränderte Strategie brasilianischer Mühlen verschärfen den Ausblick.

StoneX erhöht Prognose für globales Zuckerdefizit auf 1,7 Millionen Tonnen

Defizitprognose mehr als verdreifacht

StoneX hat seine Prognose für das globale Zuckerdefizit in der Saison 2026/27 auf 1,7 Millionen Tonnen angehoben. Das ist mehr als das Dreifache der bisherigen Schätzung von 550.000 Tonnen. Die Saison läuft von Oktober bis September. Die Revision signalisiert eine größere Lücke zwischen Produktion und Verbrauch, nachdem bereits die erste Prognose nach zwei Überschussjahren eine Rückkehr ins Defizit gezeigt hatte.

Forbes Brasil und Globo Rural nennen ungünstige Witterungsbedingungen in wichtigen Anbaugebieten der Nordhalbkugel als zentralen Grund. Die neue Bilanz berücksichtigt zudem eine Neubewertung der Strategie brasilianischer Mühlen, die den Anteil des Zuckerrohrs für Zucker oder Ethanol verändern können. Beide Faktoren verringern den Angebotspuffer am Weltmarkt.

Ernten auf der Nordhalbkugel unter Druck

Im früheren Ausblick hatte StoneX Indien, Thailand und Europa als wichtige Produktionsrisiken bezeichnet. Die Ausfälle in diesen Regionen sollten Zuwächse andernorts übersteigen. Für die Europäische Union prognostizierte StoneX einen Rückgang der Zuckerrübenfläche um 6,1%. Als Gründe nannte das Unternehmen die schwächere Rentabilität nach niedrigeren Weltmarktpreisen und zunehmende Pflanzengesundheitsrisiken.

China bietet einen teilweisen Ausgleich. Die erste StoneX-Prognose veranschlagte die chinesische Zuckerproduktion 2026/27 auf 12,5 Millionen Tonnen. Es wäre das dritte Wachstumsjahr in Folge. Staatliche Anreize und die gestiegene wirtschaftliche Attraktivität von Zuckerrohr gegenüber konkurrierenden Kulturen stützen den Ausbau, doch der Zuwachs reicht laut StoneX nicht aus, um die erwarteten Verluste in Indien, Thailand und Europa auszugleichen.

Der Sprung von einem Defizit von 550.000 Tonnen auf 1,7 Millionen Tonnen zeigt, wie schnell Wetteränderungen die Bilanz beeinflussen können. Importeure und Raffinerien sind besonders gefährdet, wenn mehrere Lieferanten der Nordhalbkugel gleichzeitig schwächere Ernten verzeichnen. Ersatzmengen hängen dann stärker von Brasilien und vom zeitlichen Verlauf seiner Exportsaison ab.

Strategie brasilianischer Mühlen wird entscheidend

Brasilien bleibt die wichtigste Stütze des weltweiten Angebots. Die Mühlen können ihren Produktionsmix jedoch an die relativen Erlöse auf dem Zucker- und Kraftstoffmarkt anpassen. StoneX hatte für den brasilianischen Mitte-Süden 2026/27 zunächst 41,5 Millionen Tonnen Zucker prognostiziert, 6% mehr als zuvor. Grundlage waren eine höhere Verarbeitung und die Annahme, dass später mehr Zuckerrohr für Zucker eingesetzt würde. Die neue Revision zeigt, dass die Mühlenstrategie die globale Bilanz weniger stützt als zunächst erwartet.

Diese Flexibilität verbindet die Zuckerverfügbarkeit direkt mit der Wirtschaftlichkeit von brasilianischem Ethanol. Bietet Biokraftstoff höhere Erlöse, können die Mühlen mehr Zuckerrohrsaft für Ethanol einsetzen und die Zuckerproduktion trotz einer größeren Ernte oder höheren Verarbeitung begrenzen. Produzenten gewinnen eine alternative Einnahmequelle, während Raffinerien und Importeure weniger Sicherheit über die verfügbaren Exportmengen haben.

Das größere Defizit ist ein positives Signal für die Weltmarktpreise, bestimmt für sich genommen aber weder Ausmaß noch Zeitpunkt eines Anstiegs. Entscheidend bleiben die Entwicklung der Ernten auf der Nordhalbkugel, die Entscheidungen brasilianischer Mühlen und die verfügbaren Anfangsbestände. Für Händler und industrielle Käufer gewinnen Wetterbeobachtung und Beschaffungszeitpunkt in der Saison 2026/27 an Bedeutung.

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