Spaniens Schafmilchproduktion sinkt um 1,7 Prozent, Preise steigen
Spaniens Schafmilchproduktion sank von Januar bis Mai gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 215,76 Millionen Liter. Laut Interempresas stieg der Durchschnittspreis bei knapperem Angebot um 5,7 Prozent auf 11,09 € je Hektograd, während die Zahl der liefernden Betriebe um 6,8 Prozent zurückging.
Produktion geht bis Mai zurück
Spanien produzierte von Januar bis Mai 215,76 Millionen Liter Schafmilch. Das waren 1,7 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie aus den von Interempresas veröffentlichten amtlichen Daten hervorgeht. Damit gelangte seit Jahresbeginn weniger Milch aus der Schafhaltung zu den Erstkäufern.
Die Zahlen stammen aus dem jüngsten Bericht über die gemeldeten Lieferungen von Schaf- und Ziegenmilch an Erstkäufer. Erstellt wurde er von der Generalunterdirektion für Tier- und Jagdproduktion im spanischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, MAPA. Der Datenstand reicht bis Mai.
Die ausgewiesene Menge umfasst die ersten fünf Monate des Jahres. Der Vergleich mit demselben Vorjahreszeitraum begrenzt den Einfluss saisonaler Produktionsmuster und zeigt einen Rückgang des vermarkteten Angebots im Jahresvergleich.
Knappes Angebot stützt den Markt
Das geringere Volumen ging mit einem höheren durchschnittlichen Schafmilchpreis einher. Laut Interempresas erreichte der landesweite Mittelwert 11,09 € je Hektograd und lag damit 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Erzeuger erlösen mehr je Milcheinheit, wobei das Ergebnis des einzelnen Betriebs weiterhin von Liefermenge und Milchzusammensetzung abhängt.
Für Verarbeiter und Erstkäufer weisen die Daten auf einen engeren Rohstoffmarkt hin. Ein kleinerer nationaler Milchpool kann den Wettbewerb um verfügbare Lieferungen verschärfen, insbesondere unter Käufern mit Bedarf an planbaren Mengen. Der Preisanstieg um 5,7 Prozent zeigt, dass der Markt bereits auf das geringere Angebot reagiert hat.
Aus den verfügbaren Daten geht nicht hervor, ob der höhere Stückpreis die geringere Produktion der Betriebe vollständig ausgleicht. Die gegenläufige Entwicklung ist jedoch eindeutig: Das vermarktete Volumen sank um 1,7 Prozent, während der Durchschnittspreis um 5,7 Prozent stieg. Betriebe mit stabiler Erzeugung profitieren stärker, während bei deutlichen Mengeneinbußen nur ein begrenzter Vorteil bleiben kann.
Weniger Betriebe liefern Milch
Der Produktionsrückgang begleitet eine fortgesetzte Neuordnung der Branche. Die Zahl der Schafhalter mit gemeldeten Milchlieferungen sank laut Interempresas binnen Jahresfrist um 6,8 Prozent. Dieser Rückgang war erheblich größer als das Minus von 1,7 Prozent bei der Milchmenge.
Der Abstand zwischen beiden Raten deutet darauf hin, dass sich die Produktion auf weniger aktive Lieferanten konzentriert. Er kann auch bedeuten, dass die verbleibenden Lieferbetriebe im Durchschnitt mehr Volumen halten als die ausgeschiedenen Erzeuger. Die Daten nennen jedoch weder die Gründe für den Rückgang der Betriebszahl noch die Produktion einzelner Höfe.
Für Spaniens Schafmilchkette steht das Gleichgewicht zwischen einer schrumpfenden Lieferantenbasis und dem Rohmilchbedarf der Verarbeiter im Mittelpunkt. Der höhere Durchschnittspreis stützt die Erzeuger, doch das Minus von 6,8 Prozent bei den Lieferbetrieben zeigt, dass die Preisstärke den Rückgang der Anbieterzahl nicht gestoppt hat. Käufer müssen ihre Beschaffung in einem Markt sichern, in dem sowohl das Gesamtangebot als auch die Zahl der Lieferanten sinken.