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Schwarzmeer-Getreide konsolidiert, Frankreichs Weizenschätzung fällt auf 30,8 Millionen Tonnen

Nach der kräftigen Rally ging der Getreidemarkt in eine Konsolidierung über: Mahlweizen erreichte in Constanța 219 Euro je Tonne DAP, während der September-Kontrakt an der MATIF bei 234,75 Euro schloss. Argus Media erwartet für Frankreich 2026 eine Weichweizenernte von 30,8 Millionen Tonnen und liegt damit unter dem Vorjahr und der amtlichen Prognose.

Schwarzmeer-Getreide konsolidiert, Frankreichs Weizenschätzung fällt auf 30,8 Millionen Tonnen

Europas Getreidemarkt pausiert nach der Rally

Nach dem starken Anstieg der Vorwoche gingen die europäischen Getreidepreise in eine Konsolidierungsphase über. Händler wogen die anhaltenden Risiken im Schwarzen Meer gegen die ausgebliebene Eskalation am Wochenende ab. Nach Angaben von Agrointel schloss der September-Weizen an der Euronext/MATIF am Montag nahezu unverändert bei 234,75 Euro je Tonne, nachdem er in der Vorwoche um 8,4 % gestiegen war.

Der Markt stabilisierte sich, weil die Angriffe Russlands und der Ukraine auf Schiffe und Hafeninfrastruktur am Wochenende nicht zunahmen. Russlands wichtigstes Terminal in Noworossijsk blieb unbeschädigt. Feste FOB-Weizenpreise im Schwarzmeerraum stützten den europäischen Markt jedoch weiterhin.

Preise in Constanța steigen bei allen wichtigen Kulturen

Im rumänischen Hafen Constanța verteuerte sich Mahlweizen von 203 Euro in der Vorwoche auf rund 219 Euro je Tonne DAP. Futterweizen stieg von 192 auf 204 Euro und Gerste von 173 auf 189 Euro. Mais erreichte etwa 200 Euro je Tonne, Raps legte von 507 auf 530 Euro zu. Sonnenblumensaat hielt sich dank stetiger Nachfrage der Verarbeiter und eines begrenzten Angebots bei rund 499 Euro je Tonne DAP.

Auch russischer Weizen wurde teurer. Laut IKAR stieg Weizen mit 12,5 % Protein zur Lieferung im August um 7 Dollar auf 235 Dollar je Tonne FOB. SovEcon bezifferte die Preise auf 238–241 Dollar je Tonne, nach 227–229 Dollar eine Woche zuvor. Wegen Schifffahrtsbeschränkungen im Asowschen Meer und hoher Logistikkosten senkte SovEcon seine Prognose für Russlands Weizenexporte im Juli um 0,5 Millionen Tonnen auf 1,5 Millionen Tonnen. Gleichzeitig waren bereits 15,9 Millionen Tonnen Weizen geerntet.

In der Ukraine drückt das wachsende Angebot an Raps aus der neuen Ernte auf die Preise, während Logistikengpässe und langsamere Verladungen über die Schwarzmeerhäfen die Ausfuhren begrenzen. Inländische Verarbeiter senkten ihre Ankaufspreise auf 500–520 Dollar je Tonne CPT Werk. An der Westgrenze lagen die Angebote bei 545–563 Dollar je Tonne DAP. Ohne eine Normalisierung der Seeexporte dürfte das saisonale Angebot den Markt weiter belasten.

Französische Schätzung bleibt unter amtlicher Prognose

Argus Media erwartet für 2026 eine französische Weichweizenproduktion von 30,8 Millionen Tonnen. Das wären 7,6 % weniger als im Vorjahr und weniger als die offizielle Prognose des französischen Landwirtschaftsministeriums von 32 Millionen Tonnen. Ein trockenes Frühjahr und wiederholte Hitzewellen verringerten die Erträge auf 6,67 Tonnen je Hektar und damit 6,5 % unter den Zehnjahresdurchschnitt.

Die hohen Temperaturen beschleunigten allerdings die Reife und begünstigten die Kornqualität. Der geerntete Weizen weist einen hohen Proteingehalt, ein hohes Hektolitergewicht und eine geringe Feuchtigkeit auf. Diese Eigenschaften können die Wettbewerbsfähigkeit französischer Ware im Export trotz der kleineren Ernte stärken.

Tunesische Ausschreibung testet Wettbewerbsfähigkeit

Tunesiens staatliche Getreideagentur schrieb international 75.000 Tonnen Mahlweizen optionaler Herkunft aus. Angebote konnten bis zum 21. Juli eingereicht werden. Die Lieferung ist in drei Partien zu je 25.000 Tonnen aufgeteilt, deren Verschiffung je nach Herkunft vom 10. August bis zum 9. September erfolgen soll. Bei ihrem vorherigen Einkauf im Juni erwarb die Behörde dieselbe Menge zu 268,16 Dollar je Tonne C&F.

Die Ausschreibung ermöglicht einen direkten Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit von Weizen aus der Europäischen Union und dem Schwarzmeerraum. Die niedrigere französische Ernteerwartung, höhere russische FOB-Preise und der Anstieg in Constanța könnten den Spielraum der Anbieter für Preisnachlässe verkleinern. Die weitere Marktrichtung hängt davon ab, ob sich die Schwarzmeerlogistik normalisiert und die geopolitische Preisstütze nach der jüngsten Rally anhält.

Vollständige Marktanalyse

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