Santa Catarina erwartet über 20% weniger Knoblauch und Zwiebeln
Die Knoblauch- und Zwiebelproduktion in Santa Catarina dürfte laut Epagri/Cepa in der neuen Ernte jeweils um mehr als 20% sinken. Nach Rekorderträgen, aber Preisen unter den Produktionskosten, wurde die Anbaufläche reduziert; zusätzlich drohen übermäßige Niederschläge.
Anbaufläche schrumpft nach verlustreicher Saison
Die Produktion von Knoblauch und Zwiebeln in Santa Catarina wird im neuen Anbauzyklus voraussichtlich um jeweils mehr als 20% zurückgehen, teilte das staatliche Zentrum für Agrarsozioökonomie und -planung Epagri/Cepa mit. Die Pflanzarbeiten sind abgeschlossen. Die Erzeuger müssen jedoch mit zwei wesentlichen Belastungen umgehen: einer kleineren Anbaufläche und übermäßigen Niederschlägen, die für die kommenden Monate erwartet werden.
Der Rückgang folgt auf eine Saison, in der beide Kulturen Rekorderträge erzielten, aber keine ausreichende Rentabilität brachten. Das hohe Angebot am brasilianischen Markt drückte die Preise unter die jeweiligen Referenzkosten. Günstiges Wetter und eine bessere Bestandsführung sorgten zwar für die höchsten Flächenerträge der vergangenen Jahre, hielten die Landwirte aber nicht davon ab, den Anbau anschließend einzuschränken.
Zwiebelproduktion bei 498.060 Tonnen erwartet
Die Zwiebelanbaufläche in Santa Catarina sank um rund 15% von 19.120 auf 16.322 Hektar. Die Produktion soll um 21% zurückgehen, von 630.028 Tonnen in der vorherigen Ernte auf 498.060 Tonnen im neuen Zyklus. Das entspricht einem Minus von 131.968 Tonnen und könnte die regionale Verfügbarkeit gegenüber der außergewöhnlich großen Vorjahresernte verknappen.
Der durchschnittliche Zwiebelertrag erreichte zuletzt 32.951 Kilogramm je Hektar und damit den höchsten Stand seit mindestens 2012. Dennoch erhielten die Landwirte zwischen November 2025 und Mai 2026 im Durchschnitt R$1,08 je Kilogramm, während die Referenzkosten bei R$1,75 lagen. Die Differenz von R$0,67 je Kilogramm zeigt, weshalb die Rekordleistung auf den Feldern keinen Gewinn brachte und die Erzeuger ihre Flächen reduzierten.
Auch Knoblauchfläche und -produktion sinken
Bei Knoblauch zeigte sich ein ähnliches Bild. Der durchschnittliche Ertrag erreichte in der vergangenen Saison den Rekordwert von 11.831 Kilogramm je Hektar. Zwischen Januar und Juni 2026 lag der Durchschnittspreis jedoch nur bei R$6,42 je Kilogramm, verglichen mit Referenzkosten von R$9,70. Für die neue Ernte sank die Fläche um fast 17% von 747 auf 623 Hektar. Die Produktion soll von 8.838 Tonnen im Jahr 2025 auf 7.043 Tonnen und damit um mehr als 20% fallen.
Die kleineren Ernten dürften das Angebot aus Santa Catarina verringern und könnten bei stabiler Nachfrage die Erzeugerpreise stützen. Die vorliegende Quelle enthält allerdings keine Prognose für nationale Preise oder Einfuhren. Da Angebot und Nachfrage die Knoblauch- und Zwiebelpreise bestimmen, bleibt die Preisvolatilität die größte Herausforderung. Epagri/Cepa-Analystin Lillian Bastian nannte eine breitere Aufstellung der Betriebe, Agrarversicherungen, Verarbeitung sowie bessere Trocknung und Lagerung als Möglichkeiten zur Risikobegrenzung. Sie warnte zudem, dass übermäßiger Regen die Bestandsführung und Produktion beeinträchtigen könne. Bei Zwiebeln sind sachgerechte Abreife, Trocknung und Lagerung nach der Ernte besonders wichtig. Fachliche Beratung wird damit entscheidend für Qualität und vermarktbare Menge der kleineren Ernte.