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Russlands Gemüsepreise fallen mit der Ernte trotz knapperen Jahresangebots

In Russland sinken die Preise für Kartoffeln und Gemüse, weil die heimische Ernte auf den Markt kommt und starke Jahresanstiege teilweise korrigiert. Nach dem Preiseinbruch im Vorjahr reduzierten Erzeuger den Anbau, während die aktuelle Ernte etwa im Tempo von 2025 vorankommt.

Russlands Gemüsepreise fallen mit der Ernte trotz knapperen Jahresangebots

Erntedruck kehrt die jüngste Preisentwicklung um

Die Preise für Kartoffeln und Gemüse sind in Russland in ihre saisonale Abwärtsphase eingetreten, da die Ernte landesweit ausgeweitet wird. Das Marktangebot bleibt dennoch knapper als ein Jahr zuvor. Das Landwirtschaftsministerium erwartet deutlichere Rückgänge im Groß- und Einzelhandel, sobald größere Mengen heimischer Ware die Käufer erreichen.

Der Korrektur ging eine volatile Phase für Erzeuger und Verbraucher voraus. Kommersant berichtete, der russische Gemüsemarkt sei in eine Phase sinkenden Angebots eingetreten, nachdem Landwirte auf den rekordstarken Preisverfall bei Grundnahrungsmitteln im Vorjahr reagiert hatten. Von Delovoy Peterburg angeführte Daten von NTech zeigten anschließend einen jährlichen Anstieg der Einzelhandelspreise für den sogenannten Borschtsch-Warenkorb — Kohl, Rote Bete, Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln — um 17% bis 39%.

Erzeugerpreis für Kartoffeln fällt auf 26,3 Rubel je Kilogramm

Das Eintreffen der neuen Ernte drückt die Preise nun in die Gegenrichtung. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sank der durchschnittliche Erzeugerpreis für Kartoffeln im jüngsten Monat um 12,3% und lag am 2. September bei 26,3 Rubel je Kilogramm. Die Großhandelspreise für Tomaten gingen im selben Zeitraum um 10% zurück.

Im Einzelhandel fielen die Rückgänge bei mehreren Grundgemüsen noch deutlicher aus. Kartoffeln verbilligten sich um 16,5%, Weißkohl um 16,4%, Karotten um 12,6%, Speiserote Bete um 11,8% und Speisezwiebeln um 8,2%. Das Ministerium erklärte, mit der Massenernte begännen traditionell saisonale Preisrückgänge, die sich bei weiter steigenden Inlandslieferungen verstärken dürften.

Freilandernte erreicht 1,6 Millionen Tonnen

Die Ernte von Kartoffeln und Freilandgemüse läuft in nahezu allen russischen Regionen. Bis zum 7. September hatten die Landwirte nach Angaben des Ministeriums rund 1,6 Millionen Tonnen Freilandprodukte eingebracht. Trotz schwieriger Wetterbedingungen zu Beginn der Kampagne entsprach dies der Menge zum gleichen Zeitpunkt 2025.

Der Vergleich zeigt, dass die frühen Wetterprobleme bislang keinen Rückstand gegenüber dem Vorjahresplan verursacht haben. Ein ähnliches Erntetempo beseitigt jedoch nicht automatisch die Folgen der Anbauentscheidungen. Ein geringeres Angebot im Jahresverlauf kann die Durchschnittspreise hoch halten, während die geballte Anlieferung frischer Ware während der Ernte erhebliche monatliche Rückgänge auslöst.

Produktion stützt Ziele der Ernährungssicherheit

Life.ru berichtete, Russland habe 2025 insgesamt 8,5 Millionen Tonnen Kartoffeln und 7,6 Millionen Tonnen anderes Gemüse geerntet. Damit näherte sich das Land dem in seiner Doktrin zur Ernährungssicherheit festgelegten Selbstversorgungsziel für Gemüse. Bei Kartoffeln wurde der vorgesehene Schwellenwert bereits erreicht.

Für Erzeuger erhöht der aktuelle Preisrückgang die Bedeutung von Verkaufszeitpunkt, Lagerkapazität und Absatzplanung. Käufer und Verarbeiter erhalten günstigeren heimischen Rohstoff. Der Gegensatz zwischen Jahresanstiegen und saisonalen Rückgängen zeigt jedoch, wie stark das Marktbild vom Vergleichszeitraum abhängt. Entscheidend wird nun sein, welcher Teil der Ernte eingelagert wird und wie schnell der Markt das frische Angebot nach dem Erntehöhepunkt aufnimmt.

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