Rindertalg hält Einzug in Snacks und Proteinriegel, während Marken auf Saatenöle verzichten
Lebensmittelhersteller verwenden Rindertalg in Proteinriegeln, Tiefkühlpommes und Kartoffelchips, da Verbraucher hochverarbeitete Produkte und Saatenöle kritischer betrachten. Der Weltmarkt soll von 15,86 Milliarden $ auf 26,12 Milliarden $ bis 2035 wachsen, wobei die Lebensmittelbranche mit Kosmetik und Biodiesel um die Nachfrage konkurriert.
Rindertalg erreicht verpackte Lebensmittel
Rindertalg wird nicht mehr nur als traditionelles Bratfett und industrieller Rohstoff eingesetzt. Hersteller verpackter Lebensmittel nehmen ihn inzwischen in Proteinriegel, Tiefkühlpommes und Kartoffelchips auf. FoodNavigator zufolge präsentieren Marken das tierische Fett als bekannte, traditionelle Zutat für Verbraucher, die kurze Zutatenlisten und Produkte ohne Saatenöle suchen.
Der weltweite Markt für Rindertalg hat laut Business Research Insights einen Wert von 15,86 Milliarden $ und soll mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 5,7 % auf 26,12 Milliarden $ bis 2035 wachsen. Lebensmittel tragen nur einen Teil dazu bei; auch Körperpflegeprodukte und die Biodieselproduktion stützen die Nachfrage. Zu den großen Anbietern gehören Cargill und JBS Foods USA.
Die Vermarktung ist eng mit dem Clean-Label-Trend verbunden. Business Research Insights nennt die Nachfrage nach Produkten mit wenigen natürlichen Zutaten als Wachstumstreiber und sieht ein erneutes Interesse an Talg als herkömmlichem Kochfett. Konkurrenz kommt jedoch von Kokos- und Palmöl, die manche Verbraucher für gesündere oder nachhaltigere pflanzliche Alternativen halten.
Proteinriegel testen die Nachfrage im Einzelhandel
Prima bringt den Trend in den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Mitte Juli kündigte das Unternehmen an, seine Proteinriegel in nahezu 500 Kroger-Filialen in den USA anzubieten. Die Rezeptur basiert auf Protein von grasgefütterten Tieren, Rohhonig, Eigelb und Rindertalg und enthält weder Saatenöle noch Emulgatoren oder künstliche Süßstoffe.
Prima-Mitgründer und CEO Dominick DeLegge sagte, Verbraucher begegneten hochverarbeiteten Lebensmitteln zunehmend skeptisch und prüften Zutatenlisten genauer. Die Einführung bei Kroger wird zeigen, ob dieses Interesse breitere Verkäufe einer tierfettbasierten Rezeptur in einer Kategorie tragen kann, die häufig auf verarbeiteten Ölen und funktionellen Zutaten beruht.
Rello verfolgt einen ähnlichen Ansatz, stellt jedoch Kreatin und Sporternährung in den Mittelpunkt. Die bei Sprouts Farmers Market erhältlichen Riegel enthalten 20 g Protein aus Kollagen und Molke von grasgefütterten Tieren, 1,2 g Kreatin, Bio-Mandelmus, Zichorienwurzelfaser, Bio-Honig, Kakaobutter und Rindertalg. Saatenöle, künstliche Süßstoffe, Zuckeralkohole und Füllstoffe werden nicht verwendet.
Pommes und Chips vergrößern den Absatzmarkt
Rindertalg taucht auch in konventionelleren Snack- und Convenience-Formaten auf. Jesse & Ben’s verkauft Tiefkühlpommes aus Kartoffeln, Rindertalg von grasgefütterten Tieren und Meersalz sowie Varianten mit Avocadoöl. Die Marke macht die saatenölfreie Rezeptur mit nur drei Zutaten zum Kern ihrer Positionierung.
Utz Brands brachte im Mai die in Rindertalg frittierten Boulder Canyon Sea Salt Kettle Chips auf den Markt. Laut Utz reagiert die Einführung auf die Nachfrage nach Snacks ohne Saatenöle. Die glutenfreien Chips bestehen aus gentechnikfreien Kartoffeln und einem vom Unternehmen als hochwertig bezeichneten Rindertalg. Die Produkteinführungen liefern Verarbeitern und Händlern Anhaltspunkte dafür, wie sich Talg sowohl in ernährungsorientierten Produkten als auch in Snacks für den Massenmarkt bewährt. Für Lieferanten geht es nicht allein um höhere Mengen: Talg in Lebensmittelqualität verlangt zuverlässige Beschaffung, gleichbleibenden Geschmack und Qualitätskontrollen. Marken tragen das Risiko, dass die Ablehnung von Saatenölen nachlässt oder Verbraucher pflanzliche Alternativen wählen. Entscheidend werden deshalb Wiederholungskäufe sein, nicht nur die Neugier auf eine wiederentdeckte Zutat.
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