← Zurück zu den Nachrichten

Portugals Überschüsse bei Wein und Olivenöl treffen auf Importbedarf bei Getreide, Obst und Rindfleisch

Portugal erzeugte 2025 mehr Wein und Olivenöl, als der heimische Markt benötigte, blieb bei Getreide, Obst und Rindfleisch jedoch von ausländischen Lieferungen abhängig. INE-Daten zeigen zudem eine sinkende Selbstversorgung bei Fleisch und Milchprodukten insgesamt, trotz Überschüssen bei Konsummilch und geschliffenem Reis.

Portugals Überschüsse bei Wein und Olivenöl treffen auf Importbedarf bei Getreide, Obst und Rindfleisch

Exportpotenzial konzentriert sich auf Wein und Olivenöl

Portugals Agrarbilanz blieb 2025 stark zweigeteilt: Erheblichen Überschüssen bei Olivenöl und Wein stand eine anhaltende Abhängigkeit von externen Lieferungen bei Getreide, Obst und Rindfleisch gegenüber. Daten des portugiesischen Statistikamts INE, über die Supply Chain Magazine berichtete, zeigen, dass das Land den heimischen Verbrauch von Olivenöl und Wein vollständig deckte. Damit standen Mengen für den Export oder den Aufbau von Beständen zur Verfügung.

Olivenöl verzeichnete den größten Überschuss. Der Selbstversorgungsgrad erreichte 247,9% und erholte sich damit um 33,0 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Das nationale Angebot entsprach somit fast dem Zweieinhalbfachen des Bedarfs am Binnenmarkt. Auch Wein blieb im Überschuss, doch der Selbstversorgungsgrad sank gegenüber der Kampagne 2024/2025 um 14,4 Prozentpunkte auf 107,2%. Der Puffer oberhalb der heimischen Nachfrage wurde kleiner, obwohl die Produktion den Verbrauch weiterhin übertraf.

Getreide- und Obstversorgung bleibt importabhängig

Die größte Versorgungslücke bestand bei Getreide zur Körnergewinnung. Portugals Selbstversorgungsgrad fiel in der Kampagne 2024/2025 auf 16,8% und damit um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2024. Die heimische Produktion deckte weniger als ein Fünftel des nationalen Bedarfs. Mühlen, Futtermittelhersteller und andere Getreideverbraucher blieben daher stark von ausländischen Lieferanten abhängig.

Geschliffener Reis bildete innerhalb des Getreidesektors eine deutliche Ausnahme. Sein Selbstversorgungsgrad stieg gegenüber der vorherigen Kampagne um 5,5 Prozentpunkte auf 119,3%, womit das inländische Angebot den nationalen Verbrauch übertraf. Reis nimmt deshalb eine andere Marktposition ein als die breitere Getreidekategorie und bietet nach Deckung des Binnenbedarfs Spielraum für Lieferungen an ausländische Käufer.

Auch die Obstproduktion reichte nicht aus, obwohl sich die Bilanz verbesserte. Der Selbstversorgungsgrad erhöhte sich von 68,1% in der Kampagne 2023/2024 auf 72,6%. Supply Chain Magazine berichtete jedoch für die vergangenen vier Kampagnen über eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von minus 5,4%. Importeure bleiben deshalb für die Versorgung zentral, während der längerfristige Produktionstrend die Bedeutung der jüngsten Erholung begrenzt.

Kennzahlen für Fleisch und Milchprodukte verschlechtern sich

Die nationale Fleischproduktion erreichte 2025 1,004 Millionen Tonnen und deckte 75,1% des heimischen Bedarfs, nach 76,2% im Jahr 2024. Rindfleisch hatte mit 49,3% den niedrigsten Selbstversorgungsgrad, sodass die heimische Produktion weniger als die Hälfte des Marktes belieferte. Bei Schweinefleisch lag der Wert bei 74,7%, eine Veränderung um 1,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr, wie aus den von Supply Chain Magazine veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

Geflügelfleisch war 2025 die meistverzehrte Fleischart in Portugal. Der Selbstversorgungsgrad sank um 2,1 Prozentpunkte, weil der Verbrauch schneller zunahm als die Produktion. Bei Schaf- und Ziegenfleisch ging er von einem Überschussniveau von 104,8% im Jahr 2024 auf genau 100% im Jahr 2025 zurück. Damit verschwand die bisherige Marge oberhalb des Binnenbedarfs.

Der gesamte Selbstversorgungsgrad bei Milch und Milchprodukten sank von 90,1% auf 88,4%. Konsummilch entwickelte sich anders: Die Produktion stieg um 0,3%, während der Selbstversorgungsgrad um 0,3 Prozentpunkte auf 108,7% zunahm. Die nationalen Zahlen zeigen somit mehrere unterschiedliche Agrar- und Lebensmittelmärkte statt eines einheitlichen Handelsmusters. Wein, Olivenöl, geschliffener Reis und Konsummilch werden über den heimischen Bedarf hinaus produziert, während Getreide, Obst, Rindfleisch sowie die Fleisch- und Milchkategorien insgesamt weiter Zugang zu externen Lieferungen benötigen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.