Polens größtes Kartoffelstärkesilo entsteht in Trzemeszno
PPZ Trzemeszno hat mit dem Bau des größten polnischen Silos für Kartoffelstärke begonnen. Die Anlage mit 60.000 Tonnen Kapazität soll die Werkslogistik verbessern, längere Lagerzeiten ermöglichen und weiteres Produktionswachstum unterstützen.
Eine Lagerinvestition für 60.000 Tonnen
Przedsiębiorstwo Przemysłu Ziemniaczanego Trzemeszno, ein Unternehmen der staatlichen Krajowa Grupa Spożywcza, hat mit dem Bau des größten polnischen Silos für Kartoffelstärke begonnen. Portal Spożywczy berichtete, dass KGS am 18. August die feierliche Einmauerung einer Zeitkapsel auf dem Baugelände bekannt gab.
Die neue Anlage wird 60.000 Tonnen fassen. Nach Angaben von PPZ-Trzemeszno-Präsident Jarosław Rogalski entspricht das dem Sechsfachen der Kapazität des heute genutzten Speichers. Das Projekt reagiert auf ein Ungleichgewicht nach einer umfassenden Modernisierung: Der Verarbeiter verdoppelte seine Produktionskapazität, verfügte aber weiterhin nur über vergleichsweise begrenzten Lagerraum.
Die Produktion ist schneller gewachsen als die Lagerung
PPZ Trzemeszno zählt heute zu den größten Kartoffelstärkeproduzenten Europas, wie RMF24 und Portal Spożywczy berichten. Im vergangenen Jahr verarbeitete das Unternehmen mehr als 352.000 Tonnen Stärkekartoffeln und stellte über 80.000 Tonnen Stärke her. Das geplante Silo könnte damit rechnerisch rund drei Viertel der gemeldeten Jahresproduktion aufnehmen, wobei tatsächliche Bestände und Umschlag von den Produktions- und Verkaufsplänen abhängen.
Rogalski zufolge wird die Investition die interne Logistik deutlich verbessern und eine längere Lagerung der Stärke ermöglichen. Der zusätzliche Spielraum verringert den Druck, Fertigware unmittelbar nach der Verarbeitung auszuliefern, und gibt dem Hersteller mehr Kontrolle über den Lieferzeitpunkt. Für Abnehmer und Händler könnte der größere Puffer zudem eine gleichmäßigere Warenverfügbarkeit zwischen den Verarbeitungskampagnen ermöglichen.
Mehr Produktion und neue Stärkeprodukte
KGS erklärte, das Projekt werde die Voraussetzungen für weitere Produktionssteigerungen im Werk Trzemeszno schaffen. Außerdem soll die Anlage eine Erweiterung des Sortiments um neue stärkebasierte Produkte unterstützen. Weder die Investitionssumme und Finanzierung noch konkrete Ziele für die nächste Ausbaustufe wurden in den beiden Veröffentlichungen genannt.
Das Vorhaben gehört zum breiteren Lebensmittelverarbeitungsportfolio von KGS. RMF24 bezeichnet die Gruppe als größtes Agrar- und Lebensmittelunternehmen Polens mit einem Anteil von rund 40 % am heimischen Zuckermarkt. Tochtergesellschaften sind außerdem in den Bereichen Saatgut und Landwirtschaft, Stärke, Getreidemüllerei, Lebensmittelherstellung sowie Obst- und Gemüseverarbeitung tätig. Viele Unternehmen der Gruppe blicken auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück.
Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen
Die technischen Erprobungen des Silos sind für Mai 2027 geplant. Die vollständige Inbetriebnahme soll zur darauffolgenden Kartoffelkampagne erfolgen. Einen genauen Starttermin dieser Kampagne nannten die Berichte nicht. Der Verlauf von Tests und Inbetriebnahme wird bestimmen, wann PPZ Trzemeszno die zusätzliche Kapazität kommerziell nutzen kann.
Für die polnische Kartoffelstärkekette liegt die unmittelbare Bedeutung des Projekts weniger in neuer Verarbeitungstechnik als im Bestandsmanagement. Das Werk hat seine Produktionskapazität bereits verdoppelt; das 60.000-Tonnen-Silo soll die Lagerinfrastruktur an diesen größeren Maßstab heranführen. Bei planmäßiger Fertigstellung erhält PPZ Trzemeszno mehr Spielraum für saisonale Produktion, interne Warenströme und weiteres Wachstum, ohne auf den wesentlich kleineren Bestandsspeicher angewiesen zu sein.