El Niño trifft Perus Exportkulturen: Knoblauchpreise fallen auf 2,30 bis 2,50 US-Dollar
Der peruanische Exporteur Prive bezeichnet El Niño als entscheidenden Faktor der Saison: Mandarinen mussten grüner als üblich verschifft werden, die Kampagne endete rund 15 Tage verspätet. Knoblauch notiert bei 2,30 bis 2,50 US-Dollar nach 3,50 bis 3,60 im Vorjahr, Grund sind Überproduktion in Chile und Argentinien sowie größere Anbauflächen in Mexiko. Avocado, Mango und Trauben starten ab Ende Oktober.
Peru geht in den dichtesten Abschnitt seines Exportkalenders: Knoblauch liegt preislich rund ein Drittel unter der Vorsaison, die Mandarinenkampagne endete etwa 15 Tage verspätet. Das berichtet FreshPlaza unter Berufung auf Emerson Primo, Geschäftsführer des peruanischen Exporteurs Prive. El Niño habe „unsere Produktion in hohem Maße beeinträchtigt“, so Primo.
Das Land bleibt einer der aktivsten Lieferanten der Südhalbkugel und kombiniert Trockenware wie Knoblauch mit Frischlinien wie Mandarinen, Mango, Avocado, Trauben und Granatapfel. Prive arbeitet in beiden Kategorien und verteilt das Risiko damit auf mehrere Kampagnen und Absatzmärkte.
Knoblauchpreise unter regionalem Überangebot
Die Knoblauchkampagne begann im August und läuft bis Februar. Primo bezeichnet die Kultur als eine der Säulen des Geschäfts: „Wir können sagen, dass wir national in Peru in den Top 4 sind.“
Referenzmarkt ist Mexiko. Dort ist weißer chinesischer Knoblauch peruanischen Ursprungs die gefragteste Sorte, gefolgt von Napuri-Knoblauch. Beliefert werden außerdem die Vereinigten Staaten, Frankreich und seit kurzem Polen.
Das Preisbild hat sich klar zuungunsten der Verkäufer verschoben. Im Vorjahr lagen die Werte zwischen 3,50 und 3,60 US-Dollar, aktuell bei 2,30, 2,40 und bis zu 2,50. Primo führt den Rückgang auf die Überproduktion in Chile und Argentinien sowie auf größere Anbauflächen in Mexiko zurück, wobei die mexikanische Ware nach ungünstigen Wetterereignissen von geringerer Qualität sei.
Hitzewellen und das Farbproblem bei Mandarinen
Das Wetter war der bestimmende Faktor der Saison. Hitzewellen behinderten die Farbentwicklung bei Mandarinen, sodass das Unternehmen grünere Ware als üblich nach Mexiko verschiffen musste, wo die unbefriedigte Nachfrage eine reibungslose Platzierung ermöglichte. Anders als Orangen dürfen Mandarinen nicht mit Ethylen behandelt werden, betont Primo – die übliche Entgrünung entfällt damit. Die Kampagne schloss rund 15 Tage später als geplant, insgesamt wurden etwa 50 Container verschifft. Hauptziele waren Mexiko und Kolumbien sowie Miami.
Avocado, Mango und Trauben folgen
Die Kampagne für Fuerte-Avocados startet Ende Oktober und richtet sich vor allem nach Chile, das Primo als besonders anspruchsvollen Markt beschreibt: „Es ist viel komplizierter, an Chilenen zu verkaufen als an Amerikaner.“ Mango beginnt ebenfalls Ende Oktober, die in Arequipa angebauten Sable-Seedless-Trauben im November – aus neuen Anlagen, die sich noch in der Anpassungsphase befinden.
Der Kalender lässt wenig Spielraum. Knoblauch läuft von August bis Februar, Ingwer beginnt im September/Oktober, Avocado und Mango Ende Oktober, Trauben im November: Mehrere Kampagnen bündeln sich im vierten Quartal. Mexiko taucht sowohl bei Knoblauch als auch bei Mandarinen auf, während Chile gleichzeitig Quelle konkurrierender Knoblauchmengen und Zielmarkt für Fuerte-Avocados ist.
Trockenlinien folgen der Knoblauchkundschaft
Prive bezieht außerdem Ingwer aus der Zone Pichanaki, die Ernte startet im September/Oktober. Laut Primo läuft Ingwer üblicherweise gemeinsam mit weiteren Trockenlinien wie Paprika, Andengetreide und Hülsenfrüchten, die von denselben Kunden nachgefragt werden, die Knoblauch kaufen. „Auf Basis des Knoblauchs, mit dem wir arbeiten, fragen die Kunden bei uns Ingwer nach, fragen Paprika nach“, sagt er – und erklärt damit, warum das Unternehmen Trocken- und Frischlinien in einem Angebot bündelt.
Trotz der Wetterprobleme hebt Primo die institutionelle Unterstützung hervor: PromPerú „hilft uns bei der Vermarktung, damit wir verschiedene Märkte erreichen können“ – für das Unternehmen ein wichtiger Faktor in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld.