Mexiko plant Abnahmequote für heimischen Zucker und weitet Hilfen für Rohrbauern aus
Mexiko verhandelt mit der Getränke-, Lebensmittel- und Viehwirtschaft über garantierte Abnahmen von heimischem Zucker und einen geringeren Einsatz importierter Fruktose. Zugleich werden Hilfen für 136.389 Zuckerrohrbauern verstetigt, während höhere Ausfuhren in die USA erwartet werden.
Regierung will Inlandsnachfrage absichern
Mexikos Regierung arbeitet mit der Erfrischungsgetränke-, Lebensmittel- und Viehwirtschaft an einem Vorschlag, wonach Unternehmen einen festgelegten Anteil mexikanischen Zuckers kaufen und weniger importierte Fruktose einsetzen sollen. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, die Maßnahme solle den Binnenmarkt erweitern und einen erneuten Rückgang der an Zuckerrohrbauern gezahlten Preise verhindern, berichtete Diario El Mundo.
Der Vorschlag wird mit Erzeugern, Verbänden der Zuckerrohrwirtschaft und Zuckermühlen beraten. Welcher Anteil verpflichtend wäre und wann die Regelung gelten könnte, hat die Regierung noch nicht mitgeteilt. Erfasst werden könnten Erfrischungsgetränke, Lebensmittel und zuckerhaltige Tierfuttermittel.
Rückläufige Exporte belasteten die Preise
Mexiko erzeugt jährlich rund 5 Millionen Tonnen Zucker. Etwa 4 Millionen Tonnen werden im Inland verbraucht; der Rest ging bislang hauptsächlich in die USA. Sheinbaum zufolge begann die US-Exportquote etwa 2022 zu sinken, während zugleich mehr aus Mais gewonnene Süßungsmittel für Getränke und andere Produkte importiert wurden. Dadurch blieb mehr mexikanischer Zucker im Binnenmarkt, und die Erlöse der Rohrbauern gingen zurück.
Die Regierung erwartet nun, dass die USA im Wirtschaftsjahr 2026-2027 bis zu 1,152 Millionen Tonnen mexikanischen Zucker benötigen werden. Sheinbaum rundete die Menge auf 1,2 Millionen Tonnen und erklärte, die wiedergewonnenen Exportmöglichkeiten sollten im nächsten Wirtschaftsjahr einen höheren Tonnenpreis ermöglichen. Auch El Popular berichtete, dass die Exportquote Lieferungen von 1,2 Millionen Tonnen in die USA erlauben werde.
Hilfen erreichen Erzeuger in 15 Bundesstaaten
Landwirtschaftsministerin Columba López Gutiérrez erklärte, dass 136.389 Zuckerrohrbauern in 15 Bundesstaaten sowohl Unterstützung aus dem Programm Producción para el Bienestar als auch kostenlosen Dünger erhalten. Die Programme decken laut Diario El Mundo 207.166 Hektar ab, umfassen Investitionen von 210 Millionen Pesos und hatten bei der landesweiten Ausgabe einen Stand von 93 % erreicht. Sheinbaum kündigte an, beide Hilfen dauerhaft und nicht nur im laufenden Jahr zu gewähren.
In Morelos wurden laut El Popular in diesem Jahr 40.291 kleine und mittlere Landwirte neu in das Düngemittelregister aufgenommen. Gouverneurin Margarita González Saravia erklärte, 70 % des Bundesstaates seien ländlich geprägt und Zuckerrohr sei sein wichtigstes Agrarprodukt. Sie kündigte zudem zwei Projekte für Erntemaschinen in Casasano und Zacatepec sowie ein Vorhaben zur Herstellung von organischem Kompost aus Filterkuchen an, der die Bodenfruchtbarkeit verbessern soll.
Produktivität und neue Rohrnutzungen im Fokus
Der umfassendere Plan sieht Pflanzensanierung, Bewässerung und technische Beratung vor, um den Ertrag je Hektar zu steigern. Zudem prüft die Regierung Projekte für mehr Stromerzeugung in Zuckermühlen und die Herstellung von Ethanol aus Bagasse. Damit erhielten die Mühlen zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten für Zuckerrohrreste, während die geplante Abnahmequote und der wiederhergestellte Zugang zum US-Markt den aktuellen Zuckerüberhang in Mexiko verringern würden.
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