MEGGLE BH erhält als erste Molkerei aus Bosnien Exportzulassung für Aserbaidschan
MEGGLE BH ist das erste Unternehmen aus Bosnien und Herzegowina mit einer Zulassung für den Export von Milch und Milchprodukten nach Aserbaidschan. Die Lieferungen sollen bald beginnen, während die Branche neue Qualitätsstandards erfüllen und mit Milchüberschüssen sowie Importdruck umgehen muss.
Erster bosnischer Molkereibetrieb erhält Marktzugang
MEGGLE BH ist das erste Unternehmen aus Bosnien und Herzegowina, das in Aserbaidschans Verzeichnis zugelassener Betriebe für den Export von Milch und Milchprodukten aufgenommen wurde. Der Zulassung ging ein Verfahren der Lebensmittelsicherheitsagentur der Republik Aserbaidschan voraus, wie das bosnische Nachrichtenportal Bljesak.info berichtet.
Das Unternehmen rechnet damit, bald mit Lieferungen auf den aserbaidschanischen Markt zu beginnen. Ein konkreter Starttermin, das geplante Versandvolumen und das Produktsortiment wurden nicht genannt. Die Genehmigung verschafft dennoch einem der führenden Molkereiproduzenten Bosnien und Herzegowinas Zugang zu einem zusätzlichen Markt und schafft einen Präzedenzfall für Anträge weiterer heimischer Verarbeiter.
Zulassung bei MEGGLE BH erörtert
Die Entwicklung war Thema eines offiziellen Besuchs von Sanin Tanković, Direktor der Agentur für Lebensmittelsicherheit von Bosnien und Herzegowina, und seinem Stellvertreter Slobodan Dojčinović in Bihać. Bei MEGGLE BH trafen sie die Vorstandsvorsitzende Jadranka Penava und den Leiter des Rohstoffbereichs Vedat Pašić.
Die Unternehmensvertreter werteten die aserbaidschanische Zulassung als positives Ergebnis für MEGGLE BH, die bosnischen Milcherzeuger, die Molkereiwirtschaft und die zuständigen Behörden. Für Landwirte und Verarbeiter kann der Markteintritt in Aserbaidschan einen weiteren Absatzkanal schaffen, während der Heimatmarkt mit überschüssigen Milchmengen kämpft. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob MEGGLE BH mehr Rohmilch abnehmen oder einen Teil der bestehenden Produktion in den Export umleiten wird.
Standards bleiben Voraussetzung für Exportwachstum
Die Gesprächsteilnehmer betonten, dass höhere Ausfuhren von Milch und Milchprodukten aus Bosnien und Herzegowina eine fortlaufende Anpassung an neue Standards erfordern. Die Sicherung der Rohmilchqualität, die Modernisierung der Betriebe und fachliche Unterstützung für Milcherzeuger wurden als Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Sektors genannt, dessen Niveau die Agentur bereits als hoch bewertet.
MEGGLE BH stellte zudem laufende Investitionen in die Produktionsentwicklung, neue Technologien und die Schulung der Beschäftigten vor. Diese Maßnahmen sind nicht nur für das Geschäft in Aserbaidschan wichtig, sondern auch für den Erhalt der Zulassung und die Erfüllung der Anforderungen weiterer potenzieller Absatzmärkte. Zur Höhe der Investitionen und zu den eingesetzten Technologien machte die Quelle keine Angaben.
Überschüsse und Importe belasten die Branche
Bei den Gesprächen kamen außerdem zwei Probleme der bosnisch-herzegowinischen Milchwirtschaft zur Sprache: überschüssige Milchmengen am Markt und starker Druck durch Importe derselben Produktkategorie. Beide Faktoren können den heimischen Absatz lokaler Verarbeiter begrenzen und die Nachfrage nach Milch aus bosnischen Landwirtschaftsbetrieben schwächen.
Aserbaidschan eröffnet einen möglichen zusätzlichen Absatzweg, doch der wirtschaftliche Effekt hängt von den tatsächlichen Liefermengen, der Positionierung der Produkte und der Beständigkeit der Aufträge ab. Für andere bosnische Molkereien zeigt die Zulassung von MEGGLE BH, dass der Marktzugang nach einer regulatorischen Prüfung möglich ist. Das weitere Exportwachstum wird davon abhängen, ob Erzeuger, Verarbeiter und Behörden die geforderten Standards sichern und eine wirtschaftlich tragfähige Nachfrage im neuen Markt aufbauen können.