Mauritius verzeichnet 6% weniger Zuckererlöse bei sinkenden Preisen und EU-Lieferungen
Die mauritischen Zuckererlöse sanken von 11 Milliarden auf 10,4 Milliarden Rupien, während der Erzeugerpreis für die Ernte 2025 um 12% zurückging. Spezialzucker, Währungsabsicherung und neue Absatzmärkte begrenzten die Folgen schwächerer Weltmarktpreise.
Erzeugerpreis fällt um 12%
Die mauritische Zuckerindustrie erzielte Verkaufserlöse von 10,4 Milliarden Rupien, 6% weniger als zuvor mit 11 Milliarden Rupien. Gründe waren sinkende Weltmarktpreise, steigende Produktionskosten und eine schrumpfende Zuckerrohrfläche. Le Mauricien veröffentlichte die Zahlen nach der Generalversammlung des Mauritius Sugar Syndicate, bei der der scheidende Präsident Jean-Michel Maigrot und CEO Devesh Dhukira die Sicherung der Produktion und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit forderten.
Der Ex-Syndicate-Preis für die Ernte 2025 wurde auf 24.095 Rupien je Tonne Zucker festgesetzt. Damit lag er 12% unter den 27.478 Rupien der vorherigen Ernte. Laut Maigrot wären etwa 25.000 Rupien möglich gewesen, wenn die seit 2018 geltende Befreiung vom Global Cess verlängert worden wäre. Die Erlöse gingen dennoch weniger stark zurück als der Weltmarkt, der im selben Zeitraum 15% verlor.
Die Währungsabsicherung brachte rund 220 Millionen Rupien ein, unterstützt durch die Aufwertung des Euro gegenüber der mauritischen Rupie. Hinzu kamen 3.087 Rupien je Tonne Zuckeräquivalent für Bagasse und 5.125 Rupien für Melasse, einschließlich der Abgabe von Brennereien und Abfüllern. Die Gesamteinnahmen aus der Ernte 2025 erreichten 29.600 Rupien für Pflanzer und 27.200 Rupien für Mühlen, blieben jedoch unter den Betriebskosten.
Geringere Produktion gefährdet Skalenvorteile
Die abgeerntete Fläche sank 2025 auf 33.805 Hektar, die Zuckerproduktion belief sich auf 220.305 Tonnen. Mehr als 10.000 Hektar früherer Zuckerrohrflächen sollen ungenutzt sein. Arbeitskräftemangel, Wasserbeschränkungen, aufgegebene Flächen und anhaltende Kostensteigerungen belasten die Produktionsbasis zusätzlich.
Auch die Produktivität hat nachgelassen. Innerhalb von 12 Jahren fiel der Ertrag von fast 80 Tonnen Zuckerrohr und acht Tonnen Zucker je Hektar auf 68,7 Tonnen Zuckerrohr und 6,5 Tonnen Zucker. Als Ursachen gelten der Klimawandel und schlechtere landwirtschaftliche Praktiken. Maigrot zufolge ist eine Mindestproduktion notwendig, um Skalenvorteile und den Handlungsspielraum des Syndicate an den Märkten zu erhalten.
Das Syndicate fordert einen stärkeren Schutz des Binnenmarktes vor bestimmten Zuckerimporten, eine Überprüfung des Bagassepreises und eine Begrenzung gesetzlich bedingter Kosten wie Global Cess und SIFB-Versicherungsprämie. Bagasse wird seit 2021 mit 3,50 Rupien je kWh vergütet. Ein höherer Satz könnte die Einkommen der Pflanzer und die Biomasseproduktion stärken, während Mauritius bis 2035 einen Anteil erneuerbarer Energien von 60% anstrebt.
Spezialzucker und neue Märkte federn Rückgang ab
Die weltweite Zuckerproduktion stieg von 175,5 Millionen Tonnen 2022/23 auf 181 Millionen Tonnen im Folgejahr, nachdem hohe Preise den Kapazitätsausbau vor allem in Brasilien angeregt hatten. Der durchschnittliche Weltmarktpreis für Rohzucker sank von knapp 24 US-Cent je Pfund im Juli 2023 auf rund 19 Cent ein Jahr später und auf 16,70 Cent im Juli 2025.
Eine höhere europäische Rübenzuckerproduktion und steigende Importe, insbesondere aus der Ukraine, ließen die Lagerbestände wachsen und drückten die Preise in einem für Mauritius wichtigen Markt. Aus der Ernte 2025 lieferte Mauritius rund 30.000 Tonnen Weißzucker in die Europäische Union, verglichen mit 60.000 Tonnen 2023/24. Das Syndicate weitete deshalb den Absatz nach Kenia, Madagaskar und China aus.
Spezialzucker macht inzwischen 60% der Produktion aus, nach 54% im Vorjahr und 52% im Jahr 2020. Alteo Milling und Terra Milling produzierten 2025 insgesamt 132.000 Tonnen und exportierten 122.000 Tonnen. Der Wettbewerb nimmt jedoch zu, da Anbieter aus Afrika und Mittelamerika in europäische Marktsegmente für braunen Rohrzucker vordringen. Die Prognose für den weltweiten Überschuss 2025/26 wurde von 2,24 Millionen Tonnen im Mai auf 1,14 Millionen Tonnen im August gesenkt. Für 2026/27 verwandelte sich der erwartete Überschuss in ein kleines Defizit, weshalb das Syndicate eine Preiserholung für möglich hält.