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Kolumbiens Milchkonsum steigt auf 168 Liter, doch die Einkommenslücke bleibt

Der Milchkonsum in Kolumbien ist auf 168 Liter je Einwohner gestiegen, bleibt aber zwischen den Einkommensgruppen ungleich verteilt. Nach dem Produktionshoch von 2025 schlägt Fedegán öffentliche Beschaffung und einen dreiseitigen Fonds vor.

Kolumbiens Milchkonsum steigt auf 168 Liter, doch die Einkommenslücke bleibt

Mehr Konsum, aber weiterhin ungleicher Zugang

Der Milchkonsum in Kolumbien hat nach Angaben von DairyNews.today 168 Liter je Einwohner erreicht. Damit ist der Verbrauch in einem Markt gestiegen, in dem zwischen den Einkommensgruppen weiterhin erhebliche Unterschiede bestehen. Der kolumbianische Viehzüchterverband Fedegán weist deshalb weiter auf den ungleichen Zugang zu verarbeiteter Milch und anderen Molkereiprodukten hin.

Frühere Schätzungen des Verbandes bezifferten den jährlichen Konsum verarbeiteter Milch in der untersten Einkommensschicht auf 28 Liter je Einwohner und in der höchsten auf 179 Liter. Diese Werte zeigen das historische Ausmaß der Kluft und sind keine aktualisierte Messung für 2026. Für die Branche bleibt das Problem dennoch zentral, weil das inländische Angebot schneller wächst als die Kaufkraft mancher Haushalte.

Rekordproduktion erhöht den Verarbeitungsdruck

Kolumbien produzierte 2025 laut Fedegán 8,405 Milliarden Liter Milch. Das war die höchste Jahresmenge des Landes seit zwei Jahrzehnten. Damit stellt sich für Erzeuger und Verarbeiter die praktische Frage, wie die verfügbare Rohmilch in Produkte umgewandelt werden kann, die sich im Inland oder auf anderen Märkten kontinuierlich verkaufen lassen.

Die Verarbeitungskapazität ist ein wichtiger Teil der Lösung. Fedegán fordert zusätzliche Kapazitäten für Milchpulver, damit die Branche Phasen eines hohen Angebots besser bewältigen kann. Auch die etablierte regionale Käseproduktion bietet die Möglichkeit, über den Verkauf von Trinkmilch hinaus Wertschöpfung zu schaffen. Beide Wege setzen eine verlässliche Erfassung, formelle Verarbeitung und ausreichende kommerzielle Nachfrage voraus.

Branche setzt auf staatlich finanzierte Nachfrage

Fedegán hat den Vorschlag für einen dreiseitigen Fonds unter Beteiligung des Staates, der Erzeuger und der Molkereiunternehmen erneuert. Nach Auffassung des Verbandes könnte der Fonds Milchprodukte für einkommensschwache Gruppen finanzieren und zugleich in Zeiten eines Überangebots oder einer schwächeren Nachfrage Milch aufnehmen. Der Vorschlag gehört zu den Maßnahmen, die den Konsum in der ersten und zweiten sozioökonomischen Schicht erhöhen sollen.

Der Verband verlangt außerdem einen größeren Anteil von Milch und Molkereiprodukten in öffentlich finanzierten Ernährungsprogrammen. Als mögliche Kanäle gelten das Schulernährungsprogramm, Initiativen für Kleinkinder, Gemeinschaftsküchen und Lebensmittelrationen staatlicher Einrichtungen. Die öffentliche Beschaffung könnte damit zwei Ziele verfolgen: den Zugang zu Milchprodukten verbessern und zusätzliche Nachfrage nach kolumbianischer Produktion schaffen.

Die Umsetzung entscheidet über die Marktwirkung

Der Milchkonsum steht auch auf der Agenda der Regierung von Präsident Abelardo De La Espriella, der laut den im Ausgangsmaterial zitierten Angaben des Präsidialamtes seit August 2026 die Exekutive führt. Die Regierung befasst sich unter anderem mit Milchpreisen, Produktionskosten und der Rolle der Importe. Diese Faktoren werden die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Verarbeiter und die Auszahlungspreise für die Landwirte beeinflussen.

Die Wirkung der Branchenvorschläge hängt von Ausgestaltung, Finanzierung und Umsetzung ab. Öffentliche Käufe benötigen klare Produktspezifikationen, Budgets und Verteilungswege; für einen dreiseitigen Fonds müssen Beiträge und Auslöser für Hilfen vereinbart werden. Für die Erzeuger hat die Sicherung stabiler Absatzkanäle für die Rekordmenge Priorität. Verarbeiter können den formellen Absatz von Trinkmilch, Milchpulver und Käse ausbauen, müssen dabei aber Lagerbestände vermeiden, die der Binnenmarkt nicht aufnehmen kann.

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