Kasachstans Fleischpreise steigen trotz Rekordproduktion, Lamm verteuert sich um 27,9 %
Kasachstans Fleischpreise lagen im Juli 2026 um 15,8 % über dem Vorjahresniveau, obwohl die Produktion von Januar bis Juli einen Rekord erreichte. Lammfleisch verteuerte sich um 27,9 %, während der Pro-Kopf-Verbrauch weitgehend stabil blieb.
Produktion erreicht Rekord für Januar bis Juli
Kasachstan produzierte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 48.200 Tonnen frisches und gekühltes Fleisch von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden und anderen Equiden. Nach Angaben von Lada.kz und Kokshetau.asia waren das 9,3 % mehr als die 44.100 Tonnen im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert für diese sieben Monate seit Beginn der Statistik im Jahr 1999.
Der Rekord ist jedoch nur begrenzt ein Zeichen für langfristig gewachsene Kapazitäten. Von Januar bis Juli 2016 lag die Produktion bereits bei 47.200 Tonnen. Innerhalb von zehn Jahren nahm sie damit lediglich um 2,1 % zu. Zwischenzeitlich schwankte die Erzeugung deutlich und sank in den ersten sieben Monaten 2021 auf 37.100 Tonnen.
Die Nachfrage der Haushalte veränderte sich kaum. Laut den zitierten Daten des kasachischen Statistikamts wurden im ersten Quartal 2026 pro Kopf durchschnittlich 20,7 Kilogramm Fleisch und Fleischwaren verbraucht, nach 20,6 Kilogramm im Vorjahr. Der Rindfleischverbrauch blieb mit 6 Kilogramm auf dem Niveau von fünf Jahren zuvor. Bei Lamm sank er von 1,2 auf 1,1 Kilogramm, bei Schweinefleisch blieb er nahe 0,8 Kilogramm.
Lammfleisch treibt die Teuerung
Trotz höherer Produktion und stabilen Verbrauchs kostete Fleisch im Juli 2026 durchschnittlich 15,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Kokshetau.asia zufolge lag der Anstieg über der allgemeinen Inflation. Lammfleisch verteuerte sich mit 27,9 % am stärksten. Bei Rindfleisch waren es 15,1 %, bei Pferdefleisch 14,4 % und bei Schweinefleisch 11,3 %.
Die Lammfleischpreise zogen im Frühjahr und Frühsommer besonders stark an. Im Mai stiegen sie gegenüber dem Vormonat um 4,7 %, der höchste Monatswert seit Beginn der Reihe im Jahr 2011. Im Juni folgten 4,2 %, im Juli verlangsamte sich der Anstieg auf 2,3 %. Das Landwirtschaftsministerium führte die Entwicklung im April und Mai auf die saisonale Nachfrage vor Kurban Ait zurück und erklärte, es gebe keinen Mangel am Binnenmarkt. Dennoch stiegen die Preise nach dem Fest weiter.
Zusätzlicher Druck kam vom Weltmarkt. Lada.kz und Kokshetau.asia berichteten, dass die internationalen Lammfleischpreise im Juli wegen eines begrenzten Exportangebots aus Ozeanien und einer hohen Importnachfrage einen neuen Rekord erreichten. Der breitere FAO-Fleischpreisindex sank dagegen gegenüber Juni um 2,8 %.
Große Unterschiede zwischen Regionen und Städten
In sämtlichen Regionen stiegen die Fleischpreise binnen Jahresfrist zweistellig. Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Gebiet Schetissu mit 21,9 %, gefolgt von Akmola und Ulytau mit jeweils 19,6 %. Selbst der niedrigste Wert in Ostkasachstan betrug 12,2 %. Der Preisdruck beschränkt sich damit nicht auf ein einzelnes Produktionszentrum oder einen lokalen Einzelhandelsmarkt.
Auch zwischen den Städten bestanden erhebliche Preisunterschiede. Lammfleisch einschließlich knochenloser Ware kostete im Juli landesweit rund 4.500 Tenge je Kilogramm. In Astana waren es etwa 5.400 Tenge, in Kökschetau 3.800 Tenge; die Differenz lag bei fast 1.700 Tenge. Rindfleisch mit Knochen kostete im Mittel 3.800 Tenge, gegenüber 4.200 Tenge in Almaty und 3.400 Tenge in Aqtöbe.
Pferdefleisch kostete durchschnittlich 4.300 Tenge je Kilogramm, Schweinefleisch 3.000 Tenge. Beim Verbrauch entwickelte sich Pferdefleisch am dynamischsten: Er stieg von 1,8 Kilogramm pro Kopf im ersten Quartal 2021 auf 2,2 Kilogramm im gleichen Zeitraum 2026, darunter um 5,5 % im letzten Jahr.
Die Daten zeigen, dass die Erholung der Produktion innerhalb eines Jahres noch keine niedrigeren Ladenpreise gebracht hat. Da die Erzeugung in zehn Jahren nur um 2,1 % zunahm, schließt ein stabiler Gesamtverbrauch Engpässe bei bestimmten Teilstücken, in einzelnen Regionen oder Jahreszeiten nicht aus. Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler bleiben Kosten, Logistik, Produktsortiment und saisonale Verfügbarkeit entscheidend.