Kanadas Weizen-, Erbsen- und Linsenbestände steigen zum Ende des Wirtschaftsjahres stark
Kanada beendete das Wirtschaftsjahr 2025-26 mit deutlich höheren Beständen an Weizen, Trockenerbsen und Linsen. Trotz Rekordexporten erreichten die Weizenvorräte 6,6 Millionen Tonnen und vergrößerten damit das verfügbare Angebot zum Beginn der neuen Ernte.
Weizenbestände erreichen 6,6 Millionen Tonnen
Kanadas Weizenvorräte stiegen zum Ende des Wirtschaftsjahres 2025-26 kräftig und verschaffen Exporteuren sowie inländischen Käufern einen größeren Puffer, während die neue Ernte auf den Markt kommt. Statistics Canada bezifferte die Gesamtbestände zum 31. Juli 2026 auf 6,6 Millionen Tonnen. Das waren 56,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Behörde führte den Aufbau vor allem auf die Rekordproduktion im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zurück.
Der Zuwachs verteilte sich auf Handel und Landwirtschaft. Die kommerziellen Bestände stiegen um 72,5 % auf 4,1 Millionen Tonnen, die Vorräte auf den Höfen um 36,4 % auf 2,5 Millionen Tonnen. Auf Weizen ohne Durum entfielen 5,5 Millionen Tonnen, 48,8 % mehr als im Vorjahr. Die Durumbestände wuchsen um 115,2 % auf 1,1 Millionen Tonnen.
Der Bestandsaufbau erfolgte trotz eines stärkeren Warenflusses durch die kanadische Lieferkette. Die Weizenanlieferungen nahmen um 9,6 % auf 38,3 Millionen Tonnen zu, während die Gesamtexporte um 1,5 % auf den Rekordwert von 29,7 Millionen Tonnen stiegen. Selbst die Rekordausfuhren reichten somit nicht aus, um das zusätzliche Ernteangebot aufzunehmen.
Erbsen- und Linsenvorräte mehr als verdoppelt
Kanada begann das neue Vermarktungsjahr auch mit deutlich größeren Hülsenfruchtbeständen. Die Vorräte an Trockenerbsen stiegen dank der höheren Produktion im Anbaujahr 2025 um 141,7 % auf 1,2 Millionen Tonnen. Die Hofbestände nahmen um 245,8 % auf 875.000 Tonnen zu, die kommerziellen Vorräte um 29,7 % auf 306.000 Tonnen. Zugleich wuchsen die Exporte von Trockenerbsen um 22,2 % auf 2,7 Millionen Tonnen.
Die Linsenbestände erreichten 1,3 Millionen Tonnen, ein Plus von 128,9 %, das vor allem auf das höhere Gesamtangebot zurückging. Auf den Höfen lagerten 1,1 Millionen Tonnen und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Die kommerziellen Vorräte stiegen um 26,0 % auf 194.000 Tonnen. Die Linsenausfuhren nahmen um 32,6 % auf 2,4 Millionen Tonnen zu, doch auch die stärkere Auslandsnachfrage verhinderte den kräftigen Aufbau der Überhangbestände nicht.
Raps legt zu, Gerste entwickelt sich gegenläufig
Bei Ölsaaten und Grobgetreide zeigte der Bericht unterschiedliche Entwicklungen. Die Rapsbestände stiegen um 18,9 % auf 1,9 Millionen Tonnen. Die Hofvorräte sprangen um 121,4 % auf 837.000 Tonnen, während die kommerziellen Bestände um 12,8 % auf 1,1 Millionen Tonnen sanken. Die industrielle Verwendung, überwiegend zur Verarbeitung, erreichte nach einem Anstieg um 13,0 % den Rekordwert von 12,9 Millionen Tonnen. Dahinter steht der weitere Ausbau der Verarbeitungskapazitäten für die Nachfrage aus dem Bereich erneuerbarer Kraftstoffe.
Die Rapsexporte gingen um 4,5 % auf 9,0 Millionen Tonnen zurück. Statistics Canada erklärte dies hauptsächlich mit schwächeren Ausfuhren im ersten Halbjahr, als chinesische Zölle die Exportnachfrage belasteten. Gerste zeigte den deutlichsten Gegentrend: Die Bestände sanken um 24,7 % auf 940.000 Tonnen, weil die Hofvorräte um 37,2 % auf 624.000 Tonnen zurückgingen. Die kommerziellen Bestände stiegen um 23,9 % auf 316.000 Tonnen, die Anlieferungen um 34,6 % auf 5,5 Millionen Tonnen und die Exporte um 47,1 % auf 4,2 Millionen Tonnen. Statistics Canada weist darauf hin, dass die Hofbestände zum 31. Juli seit 2025 anhand von Erhebungsschätzungen und Verwaltungsdaten modelliert werden. Diese methodische Änderung ist bei Jahresvergleichen zu berücksichtigen.