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Kabeljau in Russland 44% teurer bei sinkendem Fang und steigenden Exporten

Der russische Einzelhandelspreis für Kabeljau erreichte im ersten Quartal 2026 laut von Pravda.ru zitierten NTech-Daten 1.398 Rubel je Kilogramm, 44% mehr als im Vorjahr. Ein Fangrückgang um 10,7% und höhere Exporte von gefrorenem Kabeljau gingen mit einem Absatzminus von 23% und einer Verlagerung der Nachfrage zu Alaska-Seelachs einher.

Kabeljau in Russland 44% teurer bei sinkendem Fang und steigenden Exporten

Kabeljau verteuert sich stärker als andere Fischarten

Der russische Einzelhandelspreis für Kabeljau erreichte im ersten Quartal 2026 laut von Pravda.ru zitierten NTech-Daten 1.398 Rubel je Kilogramm. Das waren 44% mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für 2025 nennt der Bericht zudem einen Durchschnittspreis von 1.116 Rubel je Kilogramm. Kabeljau gehörte damit zu den Fischprodukten mit den stärksten Preissteigerungen auf dem russischen Binnenmarkt.

In vergleichbaren Zeiträumen verteuerte sich Alaska-Seelachs um 12% auf 357 Rubel je Kilogramm, Blauer Wittling um 11% auf 139 Rubel, Flunder um 16% auf 408 Rubel und Makrele um 21% auf 403 Rubel. Für Verarbeiter, Einzelhändler und Gastronomiebetriebe ist die Differenz erheblich: Kabeljau kostet im Einzelhandel fast viermal so viel wie Alaska-Seelachs. Das schafft einen starken Anreiz, Sortimente, Rezepturen und Speisekarten auf günstigeren Weißfisch umzustellen.

Niedrigere Fänge treiben die Großhandelspreise

Der wichtigste Angebotsfaktor waren gekürzte Fangquoten und rückläufige Anlandungen. Unter Berufung auf das staatliche Unternehmen Nationale Fischressourcen berichtete Pravda.ru, dass der russische Kabeljaufang vom 1. Januar bis zum 19. Juli 2026 im Jahresvergleich um 10,7% auf 173.500 Tonnen sank. Der Fang von Alaska-Seelachs ging im selben Zeitraum lediglich um 2,7% zurück und blieb mit 1,32 Millionen Tonnen wesentlich größer. Der Markt kann Kabeljau daher deutlich leichter durch Alaska-Seelachs ersetzen.

Die knappere Verfügbarkeit schlug sich in den Großhandelspreisen nieder. Pazifischer Kabeljau verteuerte sich im Fernen Osten Russlands um 38,3% auf 560 Rubel je Kilogramm. Atlantischer Kabeljau stieg im Nordwesten um 34,7% auf 660 Rubel. Die Großhandelspreise für Alaska-Seelachs legten je nach Region um 28,6–32,9% auf 190–225 Rubel je Kilogramm zu. Der Makroökonom Artem Loginov erklärte, Einzelhändler erhöhten ihre Preise bei begrenztem Angebot häufig schneller als Großhändler, weil sie weitere Engpässe und Inflationserwartungen einpreisten.

Wachsende Exporte beschleunigen den Artenwechsel

Höhere Lieferungen nach China belasteten die Verfügbarkeit im Inland zusätzlich. Nach Angaben des Analysezentrums der Fischunion stiegen Russlands Exporte von gefrorenem Kabeljau von Januar bis Mai 2026 mengenmäßig um 35% auf 39.000 Tonnen. Der Wert verdoppelte sich auf 314 Millionen $. Die Ausfuhren von gefrorenem Alaska-Seelachs nahmen um 25% auf 388.000 Tonnen zu, während ihr Wert um 70% auf 673 Millionen $ stieg. Der stärkere Wert- als Mengenzuwachs deutet auf höhere Erlöse je exportierter Einheit hin; Preise für einzelne Zielländer wurden jedoch nicht genannt.

Russische Verbraucher kauften daraufhin weniger Kabeljau. NTech verzeichnete im ersten Quartal bei großen Handelsketten einen mengenmäßigen Absatzrückgang um 23% auf 1.900 Tonnen. Wegen der höheren Preise stieg der Umsatz dennoch um 11% auf 2,6 Milliarden Rubel. Bei Alaska-Seelachs erhöhte sich die Absatzmenge dagegen um 22% auf 24.800 Tonnen und der Umsatz um 37% auf 8,9 Milliarden Rubel. Fischereiunternehmen und Exporteure profitieren von der festen Auslandsnachfrage. Für russische Verarbeiter, Restaurants und Händler bedeuten niedrigere Kabeljaufänge und steigende Exporte jedoch höhere Kosten, während Alaska-Seelachs zum wichtigsten Ersatzprodukt für den Massenmarkt wird.

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