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Irlands Milchproduktion sinkt erneut und verknappt das Angebot für Großbritannien und die EU

Irlands Milchproduktion ist im April und Mai gesunken und erhöht damit die Versorgungsrisiken für Großbritannien und weitere europäische Märkte. Auf das Land entfielen im vergangenen Jahr 6,3 % der EU-Milchproduktexporte; Trockenheit, Treibstoffproteste und niedrigere Erzeugerpreise belasten die Betriebe zusätzlich.

Irlands Milchproduktion sinkt erneut und verknappt das Angebot für Großbritannien und die EU

Milchmenge sinkt den zweiten Monat in Folge

Irlands Milchproduktion ist zwei Monate in Folge zurückgegangen und könnte das Angebot in Europa, insbesondere in Großbritannien, verknappen. DairyReporter zufolge drehte die Menge im April mit einem Minus von 3,4 % erstmals ins Negative. Im Mai folgte nach Zahlen von CLAL ein weiterer Rückgang um 1,5 %.

Die Entwicklung reicht über den irischen Markt hinaus, da das Land ein bedeutender Exporteur von Milchprodukten ist. Im vergangenen Jahr entfielen 6,3 % der Milchexporte der Europäischen Union auf Irland. Das Land ist zudem ein wichtiger Lieferant Großbritanniens. Eine geringere Produktion könnte deshalb die Rohstoffmenge für Verarbeiter und Exporteure begrenzen, die britische und andere europäische Märkte bedienen.

Trockenheit und Treibstoffstörungen belasten Betriebe

Die Witterung trägt zum Rückgang bei. Der Hitzestress war in Irland weniger stark als in Großbritannien, doch die Temperaturen liegen weiterhin über dem sommerlichen Normalwert. Der geringe Niederschlag beeinträchtigt außerdem Irlands überwiegend weidebasiertes Produktionssystem. Weniger verfügbares Gras schlägt nach Angaben des britischen Agriculture and Horticulture Development Board auf das Milchaufkommen durch.

Zusätzliche Störungen verursachten die irischen Treibstoffproteste im April. Laut AHDB betrafen sie Berichten zufolge sowohl Futterlieferungen als auch die Milchabholung und erhöhten damit zu Beginn des saisonalen Rückgangs den logistischen Druck. Anschließend wurde für Landwirte ein Treibstoffzuschuss für den Zeitraum von März bis Juli vereinbart, der einen Teil der Folgen abfedern soll.

Niedrige Preise erschweren eine Erholung

Trotz des regionalen Produktionsrückgangs bleibt die wirtschaftliche Lage der Höfe schwierig. Aufgrund des weltweit reichlichen Milchangebots müssen irische Erzeuger weiterhin niedrigere Preise hinnehmen. Teagasac, Irlands nationale Landwirtschaftsbehörde, erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Milchpreis, der 20 % unter dem Mittelwert von 2025 liegt. Das begrenzt die finanziellen Möglichkeiten und den Anreiz, die Produktion wegen der knapperen lokalen Verfügbarkeit auszuweiten.

Die Europäische Union prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 weiterhin ein Wachstum der Milchproduktion um 1,6 %, erwartet jedoch im späteren Jahresverlauf eine Abschwächung. In Großbritannien zeigt sich bereits eine ähnliche Entwicklung: Laut AHDB sank die Milchproduktion im Juni gegenüber dem Vorjahr um 3,1 %. Besonders stark war der Effekt gegen Monatsende, als Hitzewellen die Kühe belasteten und die Leistung reduzierten. Gleichzeitige Rückgänge in Irland und Großbritannien könnten die Beschaffung der Verarbeiter erschweren, während das hohe globale Angebot und schwache Erzeugerpreise einen breiteren Preisanstieg begrenzen dürften.

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