Irans Apfelexporte in die Türkei steigen um das 65-Fache auf 3.000 Tonnen
Iran exportierte in diesem Jahr 3.000 Tonnen Äpfel in die Türkei, nach 46 Tonnen im Vorjahr. Der starke Zuwachs steht einem Rückgang des gesamten iranischen Exportvolumens und Exportwerts gegenüber.
Die Türkei entwickelt sich zum Wachstumsmarkt
Irans Apfelexporte in die Türkei sind in diesem Jahr um das 65-Fache gestiegen: von 46 Tonnen im Vorjahr auf 3.000 Tonnen. Das berichtete Al-Manar unter Berufung auf Salem Pour, Generaldirektor des Büros für Winter- und Trockenfrüchte im iranischen Landwirtschaftsministerium.
Die Türkei gehörte zu den Absatzmärkten mit dem stärksten Wachstum bei iranischen Äpfeln. Dazu zählten auch Pakistan, Turkmenistan, Syrien, Usbekistan, Oman, Tadschikistan und Libyen. Diese Märkte eröffnen iranischen Erzeugern und Exporteuren zusätzliche Vertriebskanäle. Das türkische Volumen von 3.000 Tonnen bleibt jedoch im Verhältnis zur nationalen Produktion und zum etablierten Exportgeschäft Irans gering.
Gesamtexporte sinken gegenüber dem Vorjahr
Der Zuwachs im Türkei-Geschäft steht einer schwächeren Gesamtentwicklung gegenüber. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum exportierte Iran 203.000 Tonnen Äpfel im Wert von 80 Millionen $. Salem Pour zufolge zeigt der Vergleich mit dem laufenden Jahr einen Rückgang sowohl des Exportvolumens als auch des Exportwerts. Aktuelle Gesamtzahlen nannte der Bericht jedoch nicht.
Der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums forderte eine genaue Untersuchung der Ursachen und die Beseitigung von Exporthindernissen. Zudem müsse Iran aufstrebende Märkte entwickeln, um den Rückgang auszugleichen. Einschränkungen auf einigen Handelsrouten erhöhen den Bedarf an Alternativstrecken und an besseren Voraussetzungen für Geschäfte mit neuen Zielländern.
Irak, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan, Oman und Syrien sowie die Länder Zentralasiens bleiben wichtige Märkte für iranische Äpfel. Bestehende Absatzgebiete zu sichern und neue Vertriebskanäle aufzubauen, ist für Exporteure entscheidend, da die Ernte das derzeit in die Türkei gelieferte Volumen deutlich übersteigt.
Produktion liegt über 4,2 Millionen Tonnen
Iran produziert jährlich zwischen 4,2 Millionen und 4,4 Millionen Tonnen Äpfel. Die Provinz West-Aserbaidschan liegt mit einer Jahresproduktion von 1 Million bis 1,4 Millionen Tonnen landesweit an erster Stelle. Für dieses Jahr erwartet der Ministeriumsvertreter eine nationale Erzeugung von mehr als 4,2 Millionen Tonnen.
Rund 2,2 Millionen Tonnen der diesjährigen Ernte sind für den Frischverbrauch vorgesehen. Weitere 640.000 bis 860.000 Tonnen sollen an Verarbeitungsbetriebe gehen. Damit bleibt ein erheblicher Teil der Ernte von anderen inländischen Verwendungen, der Lagerung oder dem Export abhängig.
Breitere Absatzbasis wird dringlicher
Das Nebeneinander von starkem Wachstum in der Türkei und sinkenden Gesamtexporten zeigt die Grenzen eines Anstiegs von niedriger Basis. Die zusätzlichen Lieferungen in die Türkei belaufen sich gegenüber dem Vorjahr auf knapp 3.000 Tonnen. Das ist deutlich weniger als die 203.000 Tonnen, die Iran im vergleichbaren Vorjahreszeitraum in alle Märkte exportierte.
Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler ist entscheidend, ob sich schnell wachsende Zielländer zu stabilen Märkten mit größeren Mengen entwickeln. Der Zugang zum Irak, zu Indien, den Golfstaaten und Zentralasien bleibt wichtig. Alternative Routen könnten zugleich die Abhängigkeit von Störungen auf bestehenden Korridoren verringern. Der Schwerpunkt des Ministeriums auf gezielter Exportförderung zeigt, dass Marktzugang und Logistik neben der Produktion darüber entscheiden werden, ob Iran den allgemeinen Exportrückgang umkehren kann.