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Griechischer Schokoladenhersteller ION übernimmt 35 Prozent an Mexiko-Joint-Venture

ION beteiligt sich mit 35 Prozent an einem mexikanischen Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb von Waffelprodukten in Mexiko und weiteren amerikanischen Märkten. Parallel verfolgt der Hersteller mit seiner Tochter Lavdas ein Investitionsprogramm von rund 167 Millionen Euro.

Griechischer Schokoladenhersteller ION übernimmt 35 Prozent an Mexiko-Joint-Venture

Joint Venture in Mexiko erweitert IONs internationale Präsenz

Der griechische Schokoladenhersteller ION hat die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in Mexiko vereinbart, das Waffelprodukte in Mexiko, Lateinamerika und Nordamerika vermarkten und vertreiben soll. Laut Liberal wurde die Vereinbarung am 28. April 2026 unterzeichnet; ION erhält 35 Prozent an der neuen Gesellschaft. Die Expansion ist Teil der internationalen Strategie des griechischen Lebensmittelkonzerns Bespoke SGA Holdings, der ION seit 2022 kontrolliert.

ION wird sein Produktionswissen an ein mit dem Joint Venture verbundenes Unternehmen weitergeben. Dieses soll die Waffeln herstellen und ausschließlich an das Gemeinschaftsunternehmen liefern, das den Vertrieb übernimmt. Die Handelsaktivitäten sollen mit der Betriebsaufnahme des Joint Ventures beginnen. Der Vollbetrieb hängt jedoch von der Fertigstellung der Produktionsanlagen in Mexiko ab.

Das Modell eröffnet ION den Zugang zur Region, ohne den mexikanischen Betrieb vollständig besitzen zu müssen. Mexiko soll sowohl Produktionsstandort als auch Vertriebsplattform für benachbarte Märkte werden. Bespoke verstärkt zudem seine Präsenz in den USA: Nach Angaben von Liberal zahlte der Konzern 2026 rund 301.000 Euro in eine Kapitalerhöhung von Bespoke USA ein und erhöhte seine Beteiligung damit auf 51 Prozent.

Griechische Werke bleiben der Investitionsschwerpunkt

Parallel zum Mexiko-Projekt läuft ein Investitionsprogramm von rund 167 Millionen Euro für IONs Standorte in Arta und Stylida sowie für das Werk der Tochter Lavdas in Gastouni. In Arta wurde 2025 die erste Phase umgesetzt. Dazu gehört eine neue automatisierte Produktionslinie mit höherer Kapazität in einem neu errichteten Industriegebäude. Das Projekt soll die Produktivität erhöhen sowie Energieverbrauch und Verluste senken.

In Stylida plant ION auf einem eigenen Grundstück ein neues Werk für Schokoladenprodukte. Das Vorhaben wird stufenweise umgesetzt und soll 2028 abgeschlossen werden. Die Finanzierung kombiniert Eigenmittel und Kredite mit einer Laufzeit von 15 Jahren bis Dezember 2039; beteiligt sind die griechische Aufbau- und Resilienzfazilität und die Piraeus Bank.

Lavdas investiert 24 Millionen Euro in Gastouni in ein neues Werk, zusätzliche Produktionslinien, den Umbau von Gebäuden und die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur. Das Ende 2024 gestartete Programm wird mit Unternehmensmitteln und Krediten unter Beteiligung der Aufbau- und Resilienzfazilität und der Piraeus Bank finanziert. Im März 2025 rief Lavdas aus der Finanzierung 10.475.589 Euro ab.

Umsatzwachstum unter Vorbehalt von Zukäufen und Kosten

IONs Konzernumsatz stieg 2025 auf 209,13 Millionen Euro, nach 135,87 Millionen Euro im Jahr 2024. Das EBITDA erhöhte sich von 11,81 Millionen auf 24,61 Millionen Euro, der Nettogewinn von 3,50 Millionen auf 15,82 Millionen Euro. Insider weist darauf hin, dass die Jahreswerte wegen Veränderungen im Konsolidierungskreis nicht vollständig vergleichbar sind: 2025 ist Lavdas für das Gesamtjahr und die bulgarische Interion vom 1. März bis 31. Dezember enthalten.

ION erwarb am 11. Dezember 2024 jeweils 74,99 Prozent am Süßwarenhersteller Lavdas und an Olympic Hermes. Am 17. Februar 2025 folgten 100 Prozent an Interion. Mit Interion kamen der Aufstrich NuCrema und weitere Schokoladenprodukte ins Portfolio. Während der Konzern seine Produktion ausbaut und nach Mexiko expandiert, muss er volatile Kakaopreise, Energie- und Transportkosten, inflationsbedingten Konsumdruck und eine Nettoverschuldung von 63,79 Millionen Euro Ende 2025 bewältigen. Davon entfielen 30,78 Millionen Euro auf laufende Investitionen.

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