Indonesien fordert von Palmöl- und Kakaoexporteuren Wettbewerb über den Preis hinaus
Indonesiens Handelsminister fordert Palmöl- und Kakaoexporteure auf, neben dem Preis auch Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit und verlässliche Lieferketten zu gewährleisten. Die Regierung setzt zudem auf Verarbeitung, diversifizierte Absatzmärkte und Handelsabkommen.
Käufer stellen höhere Anforderungen an Rohstoffe
Indonesiens Palmöl- und Kakaoexporteure müssen nicht mehr nur beim Preis, sondern auch bei Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit und der Verlässlichkeit ihrer Lieferketten bestehen. Das sagte Handelsminister Budi Santoso am 27. August auf einem Forum für nachhaltige Rohstoffe in Jakarta, wie Majalah Hortus berichtete. Damit reagiert die Regierung auf steigende Anforderungen internationaler Abnehmer.
Indonesiens Exportstrategie sollte sich laut Santoso auf höhere Wertschöpfung, die Einhaltung internationaler Standards, die Diversifizierung der Absatzmärkte und eine bessere Nutzung internationaler Handelsabkommen konzentrieren. Das betrifft die gesamte Lieferkette: von den Erzeugern und Verarbeitern bis zu Exporteuren, die Zugang zu Premiumsegmenten oder streng regulierten Märkten suchen.
Wert der Kakaoexporte fast verdreifacht
Das wirtschaftliche Potenzial dieses Ansatzes zeigt sich beim Kakao. Indonesiens Kakaoexporte erreichten 2025 einen Wert von 3,6 Milliarden $, nach 1,21 Milliarden $ im Jahr 2021. Der Zuwachs belief sich damit auf 2,39 Milliarden $. Majalah Hortus zufolge wurde die Entwicklung durch den wachsenden Anteil verarbeiteter Kakaoerzeugnisse an den Ausfuhren gestützt und spiegelt die staatliche Förderung nachgelagerter Industrien wider.
Die Internationale Kakao-Organisation hat Indonesien zudem als Produzenten von Kakao mit charakteristischem Geschmacksprofil anerkannt. Dies eröffnet Chancen in Premiumsegmenten, insbesondere in Verbindung mit Innovationen, dem Schutz geografischer Angaben und nachhaltigen Produktionsmethoden. Um entsprechende Preisaufschläge zu erzielen, müssen Erzeuger und Verarbeiter jedoch dauerhaft die Vorgaben der Käufer erfüllen und Herkunft sowie Behandlung der Ware nachweisen.
Handelsabkommen und Unterstützung für Unternehmen
Das Handelsministerium betrachtet internationale Abkommen als weiteren Weg zu einem besseren Marktzugang. Indonesien hat 25 Handelsabkommen umgesetzt, 2 befinden sich in der Ratifizierung und 13 weitere werden noch verhandelt. Zudem will das Ministerium Kooperationsabkommen mit der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten schneller abschließen, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang für indonesischen Kakao und Palmöl zu verbessern.
Exporteure können für Produktwerbung, Marktsondierung und Geschäftsanbahnung auf 46 indonesische Handelsvertretungen in 33 Zielländern zurückgreifen. Von Januar bis Juli 2026 unterstützte das Ministerium Geschäftskontakte mit 1.021 Unternehmen und einem potenziellen Transaktionswert von 275,61 Millionen $. Die Zahlen zeigen den Umfang der staatlichen Absatzförderung, wobei potenzielle Geschäfte noch keine abgeschlossenen Verkäufe darstellen.
Trade Expo Indonesia wirbt um internationale Käufer
Auch die Trade Expo Indonesia gehört zur Exportförderung. Bei der Veranstaltung 2025 wurden Transaktionen im Gesamtwert von 22,8 Milliarden $ verzeichnet. Davon entfielen 474,7 Millionen $ auf Produkte von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen. Santoso lud Akteure der Kakao- und Palmölbranche zur 41. Ausgabe ein, die vom 14. bis 18. Oktober 2026 stattfinden soll.
Für Indonesiens Rohstoffwirtschaft ist die politische Botschaft eindeutig: Verarbeitungskapazitäten und bevorzugter Marktzugang müssen durch glaubwürdige Regelkonformität ergänzt werden. Wettbewerbsfähige Preise bleiben wichtig. Exporteure, die Nachhaltigkeit belegen, Lebensmittelsicherheit gewährleisten und zuverlässig liefern können, dürften jedoch bessere Chancen haben, Käufer zu halten und höherwertige Segmente zu erschließen.
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