Indiens Zwiebelvorräte schrumpfen, verspätete Kharif-Ernte verschärft Angebot
Rund 30 % der 120.000 Tonnen Sommerzwiebeln im indischen Pufferbestand sind bereits verdorben oder ausgetrieben. Zugleich liegt die Kharif-Pflanzung in Nashik weit zurück, während Einzelhandelspreise in mehreren Städten 50–65 ₹ je Kilogramm und Schalotten in Madurai mehr als 100 ₹ erreichen.
Verluste im Pufferbestand senken das verfügbare Angebot
Indiens Zwiebelmarkt wird durch ungewöhnlich hohe Verluste in staatlichen Beständen und eine Verzögerung der nächsten Kharif-Ernte belastet. Nach Angaben von Jagran sind rund 30 % der in diesem Jahr beschafften 120.000 Tonnen Sommerzwiebeln bereits verfault oder ausgetrieben. Ein leitender Mitarbeiter der National Agricultural Cooperative Marketing Federation of India, NAFED, erklärte, die gewöhnlich bei rund 20 % liegenden Jahresverluste könnten dieses Jahr 40 % erreichen.
Als Ursache nannte der Mitarbeiter ungewöhnliche Regenfälle während der Ernte, die Qualität und Lagerfähigkeit beeinträchtigt hätten. Die Regierung wollte im Sommer 200.000 Tonnen beschaffen, doch NAFED und die National Cooperative Consumers’ Federation, NCCF, kauften zusammen nur 120.000 Tonnen. Voraussichtlich stammen mehr als 90 % des diesjährigen Pufferbestands aus der Region Nashik, deren üblicher Anteil bereits über 80 % liegt.
Späte Pflanzung erhöht das Risiko einer Herbstlücke
Die Märkte sind derzeit vor allem auf Sommerzwiebeln aus der Ernte im März und April angewiesen. Diese bleiben normalerweise sechs bis sieben Monate lagerfähig und werden von den Landwirten schrittweise verkauft. In diesem Jahr brachten viele Erzeuger ihre Bestände bereits im Juni und Juli auf den Markt, um Verderb zu vermeiden. Höhere Großhandelspreise machten den freien Markt zudem attraktiver als den Verkauf an staatliche Beschaffungsstellen.
Der Distrikt Nashik verfügt über Lagerkapazitäten für rund 2,4 Millionen Tonnen Zwiebeln. Nach Angaben der Landwirtschaftsbehörden halten die Landwirte in eigenen Lagern jedoch nur noch 25 % des Gesamtbestands. Auch die nächste Ernte verspätet sich: Erst 370 Hektar wurden mit Kharif-Zwiebeln bepflanzt, bei einer durchschnittlichen Anbaufläche von rund 30.000 Hektar. Normalerweise wäre zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte der Pflanzung abgeschlossen; wegen geringer Niederschläge in der Aussaatperiode liegt der Fortschritt bei nur 1 %.
Neue Kharif-Zwiebeln werden voraussichtlich erst Mitte November auf den Markt kommen, regelmäßige Zufuhren dürften Anfang Dezember beginnen. Händler rechnen daher im Oktober mit einer Angebotslücke. Landwirtschaftsbeamte warnen bereits für September und Oktober vor Engpässen, falls die Lagerbestände weiter sinken. In mehreren Städten haben die Einzelhandelspreise 50–65 ₹ je Kilogramm erreicht. Laut The Times of India kosteten Schalotten in Madurai mehr als 100 ₹ je Kilogramm, große Zwiebeln rund 60 ₹.
Sonderzüge beliefern große Verbrauchszentren
Die Regierung transportiert Pufferbestände inzwischen mit dem Kanda Express in große städtische Märkte. Ein Zug mit rund 500 Tonnen verließ Lasalgaon in Richtung Delhi nach einer Verzögerung von etwa 24 Stunden wegen Sortier- und Klassifizierungsarbeiten; die Ankunft wurde innerhalb von 24 Stunden erwartet. NAFED schickte außerdem 30 Tonnen per Lkw nach Delhi, gefolgt von weiteren 30 Tonnen der NCCF. Die Lieferungen sollen in Delhi über Verkaufsstellen von NAFED, NCCF und Kendriya Bhandar zum subventionierten Preis von 35 ₹ je Kilogramm verkauft werden. Ähnliche Züge sind für Kolkata und Chennai geplant; weitere Lieferungen wurden für Chennai, Ernakulam, Madurai und Guwahati angekündigt. Die Transporte können das Angebot in Verbrauchszentren erhöhen. Entscheidend bleibt jedoch, ob die restlichen Lagerbestände bis zum regelmäßigen Eintreffen der Kharif-Ernte reichen.