Indiens Honigproduktion und Exporte wachsen, doch die Weltmarktpreise sinken
Indiens Honigproduktion dürfte von 146.000 Tonnen im Jahr 2025 auf rund 154.000 Tonnen im Jahr 2026 steigen, während die Exporte um etwa 9 % wachsen könnten. Der durchschnittliche Exportpreis könnte jedoch um rund 20 % auf 1.645 $ je Tonne fallen und damit die Erträge von Erzeugern und Exporteuren begrenzen.
Produktionswachstum übertrifft wichtige Herkunftsländer
Indien steigert seine Honigproduktion schneller als mehrere bedeutende Erzeugerländer, doch das zusätzliche Angebot führt bislang nicht zu besseren Preisen auf Auslandsmärkten. Aaj Tak berichtet unter Berufung auf einen gemeinsamen Bericht der indischen Exportförderbehörde APEDA und CRISIL, dass die Produktion von 146.000 Tonnen im Jahr 2025 auf rund 154.000 Tonnen im Jahr 2026 wachsen könnte.
China bleibt der weltweit größte Honigproduzent. Die chinesische Erzeugung dürfte von etwa 530.000 Tonnen im Jahr 2025 auf 550.000 Tonnen im Jahr 2026 steigen. Indiens Gesamtproduktion liegt weiterhin deutlich unter dem chinesischen Niveau, wächst jedoch schneller. In der Türkei und im Iran, die ebenfalls zu den führenden Herkunftsländern zählen, ist die Produktion dagegen laut Aaj Tak um rund 2 % gesunken.
Die Expansion vergrößert Indiens verfügbares Angebot bei anhaltender weltweiter Nachfrage. Die Vereinigten Staaten sind der größte Honigimporteur. Für Produzenten, die wachsende Mengen im Ausland absetzen wollen, ist der Zugang zu großen Verbrauchermärkten daher besonders wichtig.
Exportmengen steigen, Stückerlöse fallen
Indiens Honigexporte sollen 2026 um etwa 9 % zulegen, während für China ein Wachstum von rund 6 % erwartet wird. Der Mengenausblick deutet auf eine stärkere Präsenz indischer Anbieter im Ausland hin. Die erwartete Preisentwicklung zeigt jedoch, dass sich aus diesem Wachstum nur begrenzt zusätzlicher Wert erzielen lässt.
Indischer Honig wurde 2025 für etwa 2.050 $ je Tonne exportiert. Nach den von Aaj Tak zitierten Prognosen von APEDA und CRISIL könnte der Preis 2026 auf rund 1.645 $ je Tonne sinken. Das entspräche einem Rückgang um etwa 20 %. Der niedrigere Erlös je Tonne könnte für Imker, Verarbeiter und Händler einen Teil der Vorteile höherer Produktion und Ausfuhrmengen aufzehren.
Auch in China könnten die Preise um etwa 4 % nachgeben. Bei anderen konkurrierenden Herkunftsländern wird die entgegengesetzte Entwicklung erwartet: Die Exportpreise für Honig aus Brasilien, der Ukraine und Argentinien dürften steigen. Brasilianischer Honig soll am teuersten bleiben und sich von 3.240 $ je Tonne im Jahr 2025 auf rund 3.390 $ je Tonne im Jahr 2026 verteuern.
Qualität und Positionierung werden entscheidend
Der wachsende Preisabstand zwischen indischem und brasilianischem Honig zeigt, dass Produktionsgröße allein nicht über Exporterlöse entscheidet. Qualität, Sorte, Bekanntheit der Herkunft und der Zugang zu höherwertigen Abnehmern beeinflussen den erzielbaren Preis. Indiens zentrale Aufgabe besteht deshalb nicht nur darin, mehr Honig zu verkaufen, sondern den Erlös je Tonne zu erhöhen.
APEDA unterstützt die Erschließung neuer Märkte und die Erweiterung des Angebots. Mit Hilfe der Behörde exportierte eine Erzeugerorganisation kürzlich eine Lieferung Senfhonig nach Dubai. Zudem fördert Indien die Imkerei in den Himalaya-Regionen, um die Qualität zu verbessern und Käufern eine größere Sortenvielfalt anzubieten.
Die Maßnahmen sollen indischem Honig ein klareres Profil geben und bessere Preise auf dem Weltmarkt ermöglichen. Kurzfristig deutet die Kombination aus 154.000 Tonnen Produktion, 9 % Exportwachstum und einem Preis von 1.645 $ je Tonne jedoch darauf hin, dass die Anbieter vor allem über Mengen konkurrieren werden. Ob daraus höhere Margen entstehen, hängt von einer erkennbaren Qualitätsdifferenzierung und dem Zugang zu Märkten ab, die für bestimmte Herkünfte und Sorten mehr bezahlen.