IFC finanziert Ausbau von Doğuş Çay mit 100 Millionen Euro
Die IFC stellt Doğuş Çay ein achtjähriges Darlehen über 100 Millionen Euro für Lebensmittelverarbeitung, Saatgutproduktion, Lagerung und Logistik bereit. Das Programm soll mehr als 50.000 türkische Landwirte einbinden und rund 3.400 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.
Achtjährige Finanzierung stärkt Verarbeitungskapazität
Die International Finance Corporation, der auf den Privatsektor ausgerichtete Teil der Weltbankgruppe, stellt Doğuş Çay 100 Millionen Euro für ein langfristiges Investitionsprogramm in der türkischen Agrar- und Lebensmittelbranche bereit. Gazete Birlik zufolge hat das Darlehen eine Laufzeit von acht Jahren und sieht in den ersten zwei Jahren keine Tilgung vor.
Die Mittel sollen vor allem die Produktionskapazität für Kartoffelchips und Tomatenmark erhöhen. Das Programm umfasst außerdem Lebensmittelverarbeitung, Saatgutproduktion sowie Lager- und Logistikinfrastruktur. Die Finanzierung betrifft damit das gesamte Versorgungsnetz des Unternehmens und nicht nur einzelne Produktionslinien.
Doğuş Çay erwartet eine Stärkung seines Vertriebsnetzes in der gesamten Türkei und rund 3.400 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Nicht genannt wurden das Volumen der zusätzlichen Kapazitäten, die Verteilung der Mittel auf einzelne Projekte und der Zeitplan für den Ausbau in der Türkei.
Mehr als 50.000 Landwirte im Liefernetz
Die Investition betrifft weit mehr als die Beschaffung von Tee. Doğuş Çay bezieht derzeit Tee, Kartoffeln, Zuckerrüben, Tomaten und Mais von heimischen Erzeugern. Mit der Finanzierung will das Unternehmen die Zusammenarbeit mit mehr als 50.000 Landwirten in der Türkei vertiefen und den Ausbau der Verarbeitung mit einem größeren, besser organisierten Agrarliefersystem verbinden.
Der Vertragsanbau bildet den Kern dieser Beziehung. Laut Gazete Birlik erhalten teilnehmende Betriebe einen leichteren Marktzugang, hochwertigen Dünger und technische Unterstützung sowie transparentere und besser planbare Einnahmen. Doğuş Çay kann durch die engere Abstimmung mit den Erzeugern Verfügbarkeit und Qualität der Ernten besser an die Anforderungen seiner Verarbeitungsbetriebe anpassen.
Investitionen in Saatgut, Lagerung und Logistik sind besonders für Kartoffeln, Tomaten und andere saisonale Kulturen relevant. Bei ihnen müssen Anbauentscheidungen, Erntetermine, Transport und Werksanlieferung aufeinander abgestimmt werden. Neue Infrastruktur könnte Engpässe beim Kapazitätsausbau verringern; konkrete Beschaffungsmengen und Anbauregionen wurden jedoch nicht genannt.
Werk in Ungarn soll Europageschäft stützen
Bilge Kaan Karakan, Mitglied des Verwaltungsrats von Doğuş Çay, erklärte, die Finanzierung werde für Innovation und Kapazitätswachstum eingesetzt und die Expansion in Europa unterstützen. Das Unternehmen plant, sein Kartoffelchips-Werk in Ungarn 2027 in Betrieb zu nehmen. Damit erhält das ansonsten stark auf türkische Landwirtschaft, Verarbeitung und Distribution ausgerichtete Programm eine internationale Komponente.
Das Unternehmen verweist auf 41 Jahre Branchenerfahrung und wertet das Darlehen als Vertrauensbeweis für seine internationalen Wachstumsaussichten. Die geplante Kapazität des ungarischen Werks, seine Rohstoffversorgung und die vorgesehenen Exportmärkte wurden nicht bekannt gegeben. Diese Angaben werden darüber entscheiden, wie eng das Projekt das türkische Liefernetz von Doğuş Çay mit dem europäischen Absatz verbindet.
Wagner Albuquerque de Almeida, IFC-Regionaldirektor für Fertigung, Agribusiness und Dienstleistungen im Nahen Osten und Zentralasien, erklärte, die Finanzierung solle die Verbindungen zwischen Märkten, Produzenten und Landwirten stärken. Die IFC erwartet einen Beitrag zum langfristigen Wachstum und zur globalen Wettbewerbsfähigkeit der türkischen Agrar- und Lebensmittelbranche. Für Verarbeiter und Erzeuger hängt der Erfolg davon ab, ob aus dem Kapital zusätzliche Werksleistung, verlässliche Rohstoffbeschaffung und effiziente Lager- und Lieferkapazitäten entstehen.