Griechische Hayward-Ernte soll um 30 % steigen, Europas Preise bleiben niedrig
Griechenlands Produktion von Hayward-Kiwis dürfte um rund 30 % wachsen und damit das Angebot in einem europäischen Markt mit niedrigen Preisen und hohen Beständen erhöhen. Branchenvertreter rechnen bis Ende Januar oder Anfang Februar mit schwachen Preisen, während Exporteure Vietnam und Mexiko erschließen wollen.
Breites Produktionswachstum in Griechenland
Griechenlands Produktion von Hayward-Kiwis dürfte in der kommenden Saison um rund 30 % steigen. Für die wichtigsten Anbaugebiete werden ähnlich hohe Zuwächse erwartet. Christos Kolios, Eigentümer der Kolios Group SA und Präsident der griechischen Branchenorganisation für Kiwis, sagte FreshPlaza, die Prognose beruhe auf den bislang erhobenen Daten.
Die wichtigste Ausnahme ist Arta. Dort dürfte die Produktion nach erheblichen Hagelschäden nur um rund 20 % zulegen. Betroffen ist auch die in Arta angebaute Sorte Soreli. Dennoch soll die Soreli-Saison zufriedenstellende Mengen bringen, wobei überwiegend kleine Früchte der Größen 30, 33 und 36 erwartet werden. Bei Hayward dürften mittlere Kaliber dominieren.
Bestände und Nachfrage belasten die Preise
Die größere griechische Ernte trifft auf einen europäischen Markt, in dem die Preise bereits niedrig und die Bestände weiterhin hoch sind. Kolios zufolge weisen die Signale aus dem Sommermarkt nicht auf eine kräftige Nachfrage hin. Auf Basis der aktuellen Marktlage erwartet er, dass die europäischen Kiwi-Preise bis Ende Januar oder möglicherweise Anfang Februar niedrig bleiben. Volatile und schwer vorhersehbare Faktoren könnten den Ausblick jedoch noch verändern.
Auch die Lagerfähigkeit wird genau beobachtet. Griechische Kühllager hatten im Februar mehrere Probleme, weil die Früchte nur begrenzt haltbar waren. Laut Kolios lässt sich noch nicht sagen, ob diese Schwierigkeiten im kommenden Februar erneut auftreten werden. Dafür müssten zunächst die ersten Früchte geerntet und belastbare Daten erhoben werden. Mehr Angebot, verhaltene Nachfrage und unsichere Lagerfähigkeit könnten Erzeuger, Packbetriebe und Exporteure zwingen, Verkaufszeitpunkt und Qualitätskontrolle besonders sorgfältig zu steuern.
Exporteure suchen neue Absatzmärkte
Die griechische Branchenorganisation arbeitet daran, den internationalen Marktzugang auszuweiten. Die Öffnung Mexikos hat derzeit Priorität. Die griechische Seite hat die notwendigen Schritte abgeschlossen, bislang aber keine Antwort der mexikanischen Behörden erhalten. Vietnam wird vom Beginn der kommenden Saison an zugänglich sein. Kolios waren noch keine abgeschlossenen Exportverträge für Vietnam bekannt. Er bezeichnete die Marktöffnung jedoch als positive Entwicklung, aus der mit der Zeit Abschlüsse entstehen könnten.
Der Marktzugang allein dürfte den Druck des höheren Angebots nicht beseitigen. Die Seeverbindungen zu den östlichen Märkten sind schwieriger geworden und stellen für verderbliche Ware ein Risiko dar. In der vergangenen Saison hatten Reedereien zunächst eine Laufzeit von 40 Tagen für griechische Kiwis nach Korea angegeben. Tatsächlich dauerte der Transport zwischen 75 und 80 Tagen. Kolios zufolge entstanden dadurch Qualitätsprobleme. Ob neue Märkte zu verlässlicher Nachfrage werden, hängt daher nicht nur von Verträgen ab, sondern auch von Transportzeiten, die den Zustand der Früchte erhalten.