Fonterra hebt Milchpreisprognose für 2026/27 auf 9,50 NZ$ je Kilogramm Milchtrockenmasse an
Die Fonterra Co-operative Group hat den Mittelwert ihrer Prognose für den Erzeugermilchpreis der Saison 2026/27 von 9,25 NZ$ auf 9,50 NZ$ je Kilogramm Milchtrockenmasse angehoben und verweist auf die zuletzt verbesserten globalen Preise für Milchrohstoffe. Der S&P/NZX 50 schloss am Montag 0,6% höher bei 13.821,20 Punkten. ANZ erwartet, dass die Reserve Bank of New Zealand den Leitzins bis März auf 3,5% anhebt.
Prognosemittelwert auf 9,50 NZ$ je Kilogramm angehoben
Die Fonterra Co-operative Group hat den Mittelwert ihrer Prognose für den Erzeugermilchpreis der Saison 2026/27 auf 9,50 neuseeländische Dollar je Kilogramm Milchtrockenmasse angehoben, nach zuvor 9,25 NZ$ je Kilogramm. Die Genossenschaft begründet die Anpassung mit den zuletzt verbesserten globalen Preisen für Milchrohstoffe und hält zugleich an einer vorsichtigen Einschätzung der kommenden Saison fest.
Das Plus von 25 Cent je Kilogramm hebt den Mittelwert um rund 2,7%. Der Erzeugermilchpreis ist der Referenzpreis, den Fonterra seinen Landwirten als Anteilseignern für jedes gelieferte Kilogramm Milchtrockenmasse zahlt; Anpassungen im Saisonverlauf folgen den Preisen, die die Genossenschaft für ihre Milchprodukte auf den Exportmärkten erzielt. Ein höherer Mittelwert wirkt unmittelbar auf die Liquiditätserwartungen der Lieferanten und auf die Exporterlöse der neuseeländischen Milchwirtschaft.
Die Prognose wird als Spanne mit einem Mittelwert veröffentlicht. Die Zahl ist damit eine Erwartung und keine feste Zusage und kann vor Saisonende erneut geändert werden.
Aktien in Wellington schließen fester
Die Anpassung fiel auf eine Sitzung, die der neuseeländische Aktienmarkt im Plus beendete. Der S&P/NZX 50 stieg am Montag um 0,6% oder 82,06 Punkte auf 13.821,20 Zähler. Auch die meisten asiatischen Märkte legten zu, gestützt auf Berichte über ein besseres globales Ölangebot als bislang angenommen.
Weitere Unternehmens- und Rohstoffmeldungen des Tages:
- Saudi-Arabiens Ölexporte erholten sich im bisherigen September auf etwas mehr als 4 Millionen Barrel pro Tag, nach 2,4 Millionen Barrel pro Tag im August – dem schwächsten Stand des OPEC-Führungslandes seit mindestens 2013, wie Reuters unter Berufung auf Daten des Analysehauses Kpler berichtet.
- Tower hat die Erneuerung seines Rückversicherungsprogramms für das am 30. September 2027 endende Geschäftsjahr abgeschlossen.
Der Zinspfad zeigt nach oben
Die angehobene Milchpreisprognose trifft auf ein strafferes geldpolitisches Umfeld. Einer Notiz von ANZ zufolge dürfte die Reserve Bank of New Zealand den offiziellen Leitzins im Oktober um 25 Basispunkte anheben, gefolgt von zwei weiteren Schritten im Februar und März. Damit erreichte der OCR einen Höchststand von 3,5% – das obere Ende der Schätzspanne der Notenbank für den neutralen Zins.
Für die Milcherzeuger zählt der Zinspfad ebenso wie die Auszahlung. Mit dem OCR steigen die Zinskosten in den Bilanzen der Betriebe, und ein höherer Leitzins stützt in der Regel den neuseeländischen Dollar, was den Wert der in US-Dollar verkauften Milchprodukte in Landeswährung schmälert.
Die Indikatoren der Binnennachfrage blieben stabil. Nach Daten der Reserve Bank of New Zealand stiegen die Kreditkartenausgaben in Neuseeland im August um 0,2% gegenüber dem Vormonat auf 4,46 Milliarden NZ$, während die Kreditkartensalden um 0,3% auf 5,94 Milliarden NZ$ zunahmen.
Wettbewerb im Lebensmittelhandel auf der politischen Agenda
Die neuseeländische Labour Party will „sofortiges Handeln“ erzwingen, um den Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel des Landes zu erhöhen, einschließlich verpflichtender Änderungen für die Woolworths Group und Foodstuffs. Vorgeschriebene Eingriffe in den Handelskanal würden Molkereien und Markenanbieter treffen, die neuseeländische Supermärkte beliefern. Angaben zu Zeitplan und Inhalt der geplanten Maßnahmen wurden nicht gemacht.
Für Importeure neuseeländischer Milchprodukte ist das Auszahlungssignal relevanter. Ein Mittelwert von 9,50 NZ$ je Kilogramm Milchtrockenmasse drückt die Erwartung aus, dass die Rohstoffpreise für Pulver, Butter und Käse in der Saison 2026/27 auf dem verbesserten Niveau bleiben statt zurückzufallen. Die Kontraktpreise in den Zielmärkten folgen dieser Erwartung meist, bevor die endgültige Auszahlung feststeht.
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