EU hält Geflügel- und Honigimporte aus Brasilien blockiert, bis der Auditbericht vorliegt
Die Europäische Kommission bestätigt bislang keine Wiederaufnahme der Geflügelfleisch- und Honigimporte aus Brasilien und wartet auf den Abschlussbericht der Auditmission. Sprecherin Eva Hrncirova erklärte, das Ende der Mission sei nur eine Etappe des Prüfverfahrens; eine Änderung der Länderliste müssen die Mitgliedstaaten billigen. Rindfleisch war nicht Teil der Mission und es fehlen weiterhin Garantien.
Die Europäische Kommission hat eine Wiederaufnahme der Geflügelfleisch- und Honigimporte aus Brasilien bislang nicht bestätigt und wartet auf den Abschlussbericht der in dem Land durchgeführten Auditmission, berichtet Forbes Romania. Die EU-Behörde nannte weder einen Zeitplan für die Veröffentlichung des Berichts noch für eine mögliche Wiederöffnung des europäischen Marktes für die beiden Produktgruppen.
Mission beendet, Bericht offen
Kommissionssprecherin Eva Hrncirova erklärte in Brüssel, die Sachverständigen müssten den Bericht der Mission abschließen, bevor die Ergebnisse vorgelegt werden könnten. Die Klarstellung folgte auf Aussagen der brasilianischen Behörden, das Audit habe die geprüften Erzeugnisse bestätigt. Die Kommission bestätigte diese Auslegung nicht und betonte, der Abschluss einer Auditmission sei nur eine Etappe des Prüfverfahrens.
Der nächste Schritt ist die Fertigstellung des Berichts und die Auswertung der Schlussfolgerungen der Sachverständigen. Die Kommission setzt die Gespräche mit den brasilianischen Behörden fort, hat aber kein Datum für eine mögliche Entscheidung über die Wiederaufnahme der Importe genannt.
Ein positiver Bericht ist noch keine Zulassung
Fallen die Schlussfolgerungen günstig aus, kann die Kommission vorschlagen, die Liste der Länder zu ändern, die die EU-Anforderungen an den Einsatz antimikrobieller Mittel für die betreffenden Erzeugnisse erfüllen. Ein solcher Vorschlag muss anschließend von den Mitgliedstaaten gebilligt werden. Der Abschluss des Audits bedeutet daher keine unmittelbare Genehmigung von Ausfuhren in die EU. Zwischen den brasilianischen Betrieben und neuen Lieferungen liegen drei getrennte Etappen:
- Die Sachverständigen stellen den Bericht der Auditmission fertig.
- Die Kommission wertet die Schlussfolgerungen aus und schlägt bei positivem Befund eine Änderung der Liste der zugelassenen Länder vor.
- Die Mitgliedstaaten billigen die Änderung, erst danach kann der Handel wieder anlaufen.
Rindfleisch auf einer eigenen Schiene
Bei Rindfleisch ist die Lage anders. Der Rindersektor war nicht Teil der jüngsten Auditmission, und die brasilianischen Behörden müssen die von der Kommission verlangten Konformitätsgarantien weiterhin vorlegen. Hrncirova sagte, Brasilien habe bisher nicht die erforderlichen Garantien geliefert, dass die Beschränkungen für antimikrobielle Mittel während der gesamten Lebensdauer der Tiere eingehalten werden.
Die Schlussfolgerungen des Audits zu Geflügel und Honig lassen sich deshalb nicht automatisch auf den Rindersektor übertragen. Beim Briefing der Kommission wurde weder eine neue Mission für Rindfleisch angekündigt noch ein Zeitplan für eine Neubewertung dieses Sektors.
Die Antibiotikaregeln hinter der Sperre
Die europäischen Vorschriften betreffen den Einsatz bestimmter antimikrobieller Mittel in der Tierproduktion. Die Substanzen dürfen nicht zur Wachstumsförderung oder zur Steigerung der Leistung der Tiere eingesetzt werden, und zur Lebensmittelerzeugung bestimmte Tiere dürfen nicht mit antimikrobiellen Mitteln behandelt werden, die bestimmten Infektionen beim Menschen vorbehalten sind. Länder, die solche Erzeugnisse in die Europäische Union ausführen, müssen die Einhaltung dieser Anforderungen garantieren.
Die neuen europäischen Anforderungen an antimikrobielle Mittel für Einfuhren sind am 3. September in Kraft getreten. Die Liste der zugelassenen Länder beruht auf der Bewertung der Kommission und auf Garantien der nationalen Behörden; jede Änderung muss von den Mitgliedstaaten gebilligt werden. Die Maßnahmen sind Teil der EU-Strategie gegen antimikrobielle Resistenzen und zum Erhalt der Wirksamkeit von Therapien. Für Brasilien hängt die Entscheidung zu Geflügel und Honig nun von den Auditergebnissen ab, während für Rindfleisch zusätzliche Garantien nötig sind.