EU-Bierexporte in Drittländer 2025 um 11 Prozent gesunken, Importe legen um 6 Prozent zu
Die Europäische Union exportierte 2025 rund 3,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier in Länder außerhalb der Gemeinschaft, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Importe aus Drittländern um 6 Prozent auf 500 Millionen Liter, wie Eurostat-Daten zeigen. Belgien, die Niederlande und Deutschland stellen den Großteil des mitgliedstaatlichen Exportvolumens, während Frankreich und Italien die Importrangliste anführen.
Die Europäische Union hat 2025 rund 3,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier in Länder außerhalb der Gemeinschaft exportiert, 11 Prozent weniger als 2024. Die Einfuhren aus Drittländern stiegen im selben Zeitraum um 6 Prozent auf 500 Millionen Liter, wie Eurostat-Daten zeigen, über die das spanische Fachmedium Vinetur berichtet.
Der Abstand zwischen beiden Handelsströmen betrug 2,7 Milliarden Liter zugunsten der Ausfuhren; das Exportvolumen lag damit 6,4-mal höher als das Importvolumen. Die EU bleibt ein großer Nettoverkäufer von Bier, doch 2025 bewegten sich die beiden Ströme in entgegengesetzte Richtungen.
Was die Eurostat-Zahlen erfassen
Die Statistik bezieht sich ausschließlich auf alkoholhaltiges Bier. Alkoholfreies Bier bleibt außerhalb der Messung und ist in keiner der genannten Mengen enthalten.
Eurostat ordnet die Handelsströme nach gehandelten Litern und nicht nach wirtschaftlichem Wert. Die Zahlen zeigen deshalb nicht, welche Länder am meisten mit Bier umsetzen, wie hoch der Durchschnittspreis je Liter ist oder welche Märkte die größte Produktion oder den größten Verbrauch haben. Ein und derselbe Mitgliedstaat kann im selben Jahr Bier ein- und ausführen.
Die Daten trennen zudem zwei unterschiedliche Dinge: den Handel der EU mit Drittländern und eine Rangliste der Mitgliedstaaten nach Volumen. In der zweiten Aufstellung umfassen die nationalen Exporte Verkäufe innerhalb und außerhalb der Union und lassen sich daher nicht direkt mit den 3,2 Milliarden Litern vergleichen, die über die Außengrenzen des Blocks gingen.
Drei Länder dominieren die Verkaufsseite
Belgien führte die Exportrangliste der Mitgliedstaaten 2025 mit knapp 1,5 Milliarden Litern alkoholhaltigem Bier an. Die Niederlande folgten mit rund 1,4 Milliarden auf Platz zwei, Deutschland mit 1,3 Milliarden auf Platz drei. Dahinter lagen Tschechien und Irland mit jeweils etwa 600 Millionen Litern. Der Abstand zwischen Belgien und den Niederlanden betrug rund 100 Millionen Liter, genauso viel wie zwischen den Niederlanden und Deutschland.
Der größte Sprung zeigte sich ab dem dritten Platz: Deutschland verkaufte mehr als doppelt so viel ins Ausland wie Tschechien oder Irland. Belgien, die Niederlande und Deutschland kamen zusammen auf rund 4,2 Milliarden Liter; mit Tschechien und Irland erreichen die fünf größten Exporteure etwa 5,4 Milliarden. Nach diesen gerundeten Zahlen stammten fast vier von fünf Litern innerhalb der Top fünf aus nur drei Ländern.
Frankreich und Italien führen die Käuferseite an
Größter Käufer von alkoholhaltigem Bier war 2025 Frankreich mit rund 900 Millionen Litern, gefolgt von Italien mit mehr als 700 Millionen. Deutschland und Spanien teilten sich die nächste Stufe mit je 600 Millionen Litern, die Niederlande schlossen die Gruppe mit 300 Millionen ab.
Der Abstand zwischen Frankreich und Italien lag bei etwa 200 Millionen Litern, der Vorsprung Frankreichs vor Deutschland und Spanien bei rund 300 Millionen. Das französische Volumen war dreimal so hoch wie das niederländische. Insgesamt entfielen auf die fünf größten Importeure rund 3,1 Milliarden Liter, davon 1,6 Milliarden auf Frankreich und Italien, also etwas mehr als die Hälfte, und weitere 1,2 Milliarden auf Deutschland und Spanien.
Zwei Ranglisten mit kaum Überschneidung
Deutschland und die Niederlande waren die einzigen Mitgliedstaaten, die in beiden Top-fünf-Listen auftauchten. Deutschland belegte in beiden Platz drei: knapp 1,3 Milliarden Liter Ausfuhren und rund 600 Millionen Liter Einfuhren, eine Differenz von etwa 700 Millionen zugunsten des Exports. Bei den Niederlanden fiel der Abstand größer aus: Platz zwei bei den Exporteuren mit 1,4 Milliarden Litern und Platz fünf bei den Importeuren mit rund 300 Millionen, eine Differenz von etwa 1,1 Milliarden.
Spanien lag bei den Käufern auf Platz vier, praktisch gleichauf mit Deutschland und rund 100 Millionen Liter hinter Italien, gehörte aber nicht zu den fünf größten Exporteuren. Auch Frankreich und Italien fehlen unter den fünf größten Verkäufern, obwohl sie die beiden ersten Importplätze belegen. Umgekehrt zählen Belgien, Tschechien und Irland zu den führenden Exporteuren, nicht aber zu den größten Käufern.
Wie Vinetur festhält, zeigen die Eurostat-Zahlen damit zwei verschiedene Bewegungen im Markt für alkoholhaltiges Bier: Die EU verringerte 2025 ihre Verkäufe an Drittländer und erhöhte zugleich ihre Einkäufe dort, und die Mitgliedstaaten mit dem größten Absatz sind nicht zwangsläufig jene mit den größten Zukäufen, wenn man das gesamte Handelsvolumen je Land betrachtet. Da die Statistik auf Litern und nicht auf Werten beruht, benennt sie keine kommerziellen Gründe für den Exportrückgang von 11 Prozent.