Eswatinis Zuckerindustrie erzielt E8 Milliarden Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26
Eswatinis Zuckerindustrie steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26 auf E8 Milliarden, nach E7,7 Milliarden im Vorjahr, da höhere Absatzmengen den starken Rückgang der Weltmarktpreise ausglichen. Steigende SACU-Importe, Wetterstörungen und Stromkosten bleiben zentrale Belastungen für die Erzeuger.
Umsatz steigt trotz fallender Weltmarktpreise
Eswatinis Zuckerindustrie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von E8 Milliarden, nach E7,7 Milliarden im Vorjahr, wie aus dem Eswatini Sugar Integrated Annual Report hervorgeht. Der Anstieg kam zustande, obwohl die Weltmarktpreise für Zucker auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren fielen, ungünstiges Wetter die Ernte störte, die Produktionskosten stiegen und zunehmend billige Importe in den Markt der Zollunion des südlichen Afrika (SACU) drängten.
Die Zuckerverkäufe stiegen auf 647.572 Tonnen, gegenüber 591.986 Tonnen im Vorjahr, während die Produktion mit 639.998 Tonnen weitgehend stabil blieb. Die verarbeitete Zuckerrohrmenge stieg von 5,36 Millionen auf 5,46 Millionen Tonnen, die Erntefläche wuchs auf fast 60.000 Hektar. Geschäftsführer Banele Nyamane erklärte, das Jahr habe "sowohl die Stärke der eswatinischen Zuckerindustrie als auch die Realitäten eines volatilen Weltmarkts" gezeigt, und fügte hinzu, die Branche habe ähnliche Zyklen bereits durchlaufen und sei "gut aufgestellt, um diese Phase zu meistern". Der Produktionsanstieg spiegele branchenweite Maßnahmen gegen sinkende Erträge wider, so Nyamane. Kundenbeschwerden über die Zuckerqualität seien nach der Behebung von Qualitätsproblemen früherer Saisons deutlich zurückgegangen.
Globales Überangebot und steigende SACU-Importe drücken die Preise
Branchenpräsident Nick Jackson bezeichnete die Saison als "perfekten Sturm" aus niedrigen Weltmarktpreisen, Währungsschwankungen und ungünstigem Wetter. Die internationalen Zuckerpreise fielen von mehr als 25 US-Cent pro Pfund vor zwei Jahren auf unter 14 US-Cent pro Pfund. Die weltweite Zuckerproduktion wird für 2025/26 auf 182 Millionen Tonnen geschätzt, was nach einem Defizit im Vorjahr einen prognostizierten Überschuss von 2,2 Millionen Tonnen ergibt. Höhere Produktionsmengen in Indien, Thailand und Pakistan erhöhten den Preisdruck zusätzlich, während Brasilien der dominierende Exporteur blieb.
SACU bleibt mit einem Anteil von rund 72 Prozent an den Gesamtverkäufen Eswatinis wichtigster Absatzmarkt, doch die Importe in den Staatenbund erreichten den höchsten Stand seit Jahren und drückten die regionalen Preise. Ein schwächerer US-Dollar habe zudem die Wirksamkeit des dollarbasierten Referenzpreises verringert, der zur Festlegung der Importzölle dient, so Jackson: "Wenn die Weltmarktpreise fallen, gelangt mehr Zucker aus den großen Niedrigkostenländern in den SACU-Markt und verstärkt den Druck auf uns als Produzenten."
Wetter und steigende Strompreise belasten den Betrieb
Anhaltende Regenfälle gegen Saisonende störten die Ernte, sodass zum Ende der Mahlsaison rund 200.000 Tonnen Zuckerrohr nicht geerntet werden konnten. Jackson zufolge sei die Anbaufläche dennoch dank Investitionen und neuer Programme für Kleinbauern gewachsen, darunter Phase II des Bewässerungsprojekts für Kleinbauern am unteren Usuthu (LUSIP II), das zusätzliche Flächen für die Produktion erschlossen habe. Die Erträge pro Hektar seien in den vergangenen Jahren zwar gesunken, doch der Bericht verzeichnet erste Anzeichen einer Stabilisierung.
Vorstandsvorsitzender Meshack Kunene erklärte, steigende Stromtarife seien zu einem "großen Problem für die Branche" geworden, da die Erzeuger für Bewässerungspumpen stark vom Stromnetz abhängig seien. Angesichts niedrigerer Preise und Margendrucks gewännen diszipliniertes Kostenmanagement und operative Effizienz zunehmend an Bedeutung. Zugleich blieben die Produktionskosten der Branche im Vergleich zu anderen Erzeugerländern wettbewerbsfähig, gestützt durch etablierte regionale und internationale Handelsbeziehungen sowie eine wachsende Nachfrage auf dem afrikanischen Kontinent. Der Erhalt des Zugangs zu Schlüsselmärkten sowie Investitionen in Produktionseffizienz und die Entwicklung von Kleinbauern seien entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern, so Kunene.