Deutsche Freiland-Erdbeerernte fällt auf niedrigsten Stand seit 1995
Deutschland erwartet 2026 eine Freiland-Erdbeerernte von 71.300 Tonnen, 11,3 % weniger als 2025 und so wenig wie seit 1995 nicht mehr. Die Spargelernte dürfte bei 100.300 Tonnen liegen und damit infolge weiter schrumpfender Anbauflächen um 3,4 % sinken.
Erdbeerproduktion sinkt um 11,3 %
Die deutsche Freiland-Erdbeerernte dürfte 2026 wegen einer weiteren Verkleinerung der Anbaufläche auf den niedrigsten Stand seit 1995 fallen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes, über die Die Zeit und die Neue Osnabrücker Zeitung berichten, werden die Betriebe voraussichtlich 71.300 Tonnen ernten.
Die prognostizierte Menge liegt 11,3 % unter der Ernte von 2025 und fast ein Viertel unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Der Vergleich spricht für einen Rückgang, der über die üblichen Schwankungen einer einzelnen Saison hinausgeht, und verringert während der heimischen Erntezeit das Angebot für deutsche Frischeeinkäufer.
Dem Produktionsrückgang ging eine erneute Verkleinerung der Freilandfläche voraus. Sie nahm gegenüber 2025 um 2,9 % auf 7.830 Hektar ab. Damit liegt sie 18,5 % unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre, was den längerfristigen Rückzug aus dieser Kultur bestätigt.
Betriebswirtschaft bestimmt die Flächenwahl
Die Berichte nennen die schrumpfende Anbaufläche als Hauptgrund für die kleinere Ernte. Landwirte richten die Flächenverteilung unter anderem nach den Absatzchancen und den erwarteten Erntekosten aus. Bei Erdbeeren und Spargel fällt diese Kalkulation besonders ins Gewicht, weil beide Kulturen einen hohen Arbeitseinsatz erfordern.
Die Statistik enthält keine Erzeuger-, Großhandels- oder Einzelhandelspreise, weshalb sich der direkte Preiseffekt noch nicht beziffern lässt. Ein Rückgang des heimischen Freilandangebots um 11,3 % bedeutet jedoch weniger regionale Ware für Verarbeiter, Großhändler und Einzelhändler. Ihre Reaktion wird von der Nachfrage, alternativen Anbausystemen und verfügbaren Lieferungen außerhalb des deutschen Freilandsegments abhängen.
Niedersachsen bleibt Deutschlands wichtigstes Anbaugebiet für Erdbeeren. Für 2026 werden dort 18.100 Tonnen Freilandware erwartet, allerdings 18,0 % weniger als 2025. Der regionale Rückgang ist somit deutlich stärker als das bundesweite Minus, obwohl das Land bei der Erntemenge führend bleibt.
Auch die Spargelernte nimmt ab
Die deutsche Spargelernte wird 2026 auf 100.300 Tonnen geschätzt. Das sind 3,4 % weniger als im Vorjahr und 10,3 % weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Die Spargelfläche ging gegenüber 2025 um 1,5 % zurück, also weniger stark als die Erdbeerfläche, belastet die nationale Produktion aber ebenfalls.
Auch beim Spargel ist Niedersachsen das größte deutsche Anbaugebiet. Die dortigen Betriebe dürften 2026 rund 21.000 Tonnen stechen, 5,4 % mehr als 2025. Diese Entwicklung steht dem bundesweiten Rückgang entgegen und zeigt deutliche regionale Unterschiede. Für Einkäufer bedeuten die Zahlen insgesamt ein knapperes deutsches Angebot, während Niedersachsens Anteil an der heimischen Spargelversorgung steigen könnte.